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Mi., 15.02.2017

Thomas Ostendorf empfiehlt Landwirten die Nutzung sozialer Netzwerke Keine Angst vor Facebook

Ermuntert Landwirte soziale Netzwerke zu nutzen: Thomas Ostendorf aus Ochtrup.

Ermuntert Landwirte soziale Netzwerke zu nutzen: Thomas Ostendorf aus Ochtrup. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Brakel (WB). »Wir haben 30 Jahre lang verschlafen den Verbrauchern zu erzählen, wie ihre Lebensmittel entstehen« – das ist für Thomas Ostendorf ein guter Grund, soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram zu nutzen. Am Montagabend hat er bei einer Versammlung des Betriebshilfsdienstes und Maschinenringes über das Thema gesprochen.

Landwirte im Netz

Thomas Ostendorf ermuntert zum Dabeisein in den sozialen Netzwerken. Wer sich darüber hinaus einbringen wolle, könne dies auf Plattformen wie »Frag doch mal den Landwirt« tun. Hier Links zu dieser sowie den Landwirten Marcus Holtkötter (BauerHolti) und Thomas Ostendorf (landwirtotti):

www.facebook.com/fragdenlandwirt/
www.frag-den-landwirt.com
www.instagram.com/frag_den_landwirt
twitter.com/Bauernwiki
twitter.com/BauerHolti
twitter.com/landwirtotti

Auf keine andere Weise ließen sich mit sehr geringem Aufwand mehr Menschen auf einmal erreichen, argumentierte der Landwirt bei der Versammlung in Brakel .

Dass Aufklärung über Landwirtschaft selbst in ländlichen geprägten Gegenden oft Not tut, bestätigte Maschinenring-Geschäftsführer Norbert Hofnagel.

»Die Landwirtschaft ist anonymer geworden. Tiere sind aus hygienischen Gründen oder Gründen des Seuchenschutzes im Stall verschwunden«, nannte er ein Beispiel. Die Möglichkeit, im alltäglichen Miteinander Informationen über Landwirtschaft zu kommunizieren, gebe es nicht mehr im gleichen Maße wie früher.

»Den landwirtschaftlichen Alltag, den sieht ja heutzutage nicht mehr jeder.«

»Selbst Kinder, die auf dem Dorf aufwachsen, haben oft Bedenken, ein Ferkel anzufassen«, ergänzte Michael Waldeyer vom Maschinenring-Vorstand. Hier sei die Landwirtschaft den Verbrauchern etwas schuldig geblieben, räumte Norbert Hofnagel ein.

Während die »andere Seite« munter dabeigewesen sei, Meinung zu machen, habe die Landwirtschaft es versäumt, sachliche, gute und ehrliche Kommunikation zu bieten. »Unsere vermeintlichen Gegner sind schon lange da und verdammt laut. Und wir sind es halt nicht«, sagte Thomas Ostendorf .

Bauern haben Geschichten genug

Um dem Informationsmangel etwas entgegenzusetzen, empfiehlt der Landwirt als einen Weg die Nutzung sozialer Netzwerke . »Strom kommt nicht aus der Steckdose und Milch nicht aus der Tüte. Da gibt es eine Vorgeschichte dazu – und die weiß keiner mehr«, erklärte er.

»Die Landwirte sollen einen Account aufmachen und das erzählen, was sie zuhause machen. Wir Bauern haben Geschichten genug. Wir müssen sie nur erzählen«, sagte der Landwirt aus Ochtrup im Münsterland. »Wetter geht immer, Ackerbau, Familie, Tiere auf dem Hof – der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.«

Den persönlichen Dialog ersetzen sollten die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aber keinesfalls. »Man sollte das eine tun und das andere nicht unterlassen«, sagte der Fachmann. Auch auf seinem Hof seien regelmäßig Kindergärten und Schulklassen zu Gast, es gebe Lehrerfortbildungen und vieles mehr.

Wichtig sei bei der digitalen Kommunikation, dass man den Menschen – in diesem Fall den Landwirten – die Angst vor sozialen Netzwerken nehme. Dazu gebe es aber Schulungen des Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverbandes.

Mit und nicht über die Landwirtschaft reden

Dass digitalen Begegnungen durchaus auch eben solche in der analogen Welt folgen können, hat Thomas Ostendorf ebenfalls schon erlebt.

»Im vergangenen Jahr hatten wir auf Twitter eine heftige Auseinandersetzung mit der Organisation ›Foodwatch‹«, berichtete er. Nach wochenlangen Anfeindungen habe er die Aktivisten eingeladen und gute Gespräche geführt.

»Es geht darum, die Leute wachzuküssen und sie zu motivieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen«, nannte Norbert Hofnagel das Ziel. Es gehe darum das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass da parallel etwas läuft, was viele Landwirte gar nicht mitbekämen.

»Redet mit der Landwirtschaft und nicht über die Landwirtschaft«, das sei die Botschaft, die bei den Menschen ankommen müsse, erklärte Thomas Ostendorf. Die Landwirtschaft werde oft nur noch als Rohstofflieferant gesehen. Es gelte daher, die Plattformen zu nutzen, die sich in den sozialen Netzwerken böten.

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