Festwirt bietet zwei große Zelte zum Verkauf an – Künstler warten auf Gagen
Clemens meldet Insolvenz an

Brakel/Holzminden (WB). Festwirt Andreas Clemens hat mit seiner »Clemens Gastronomie & Zeltverleih GmbH« in Holzminden Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der Unternehmer auf Anfrage dieser Zeitung. Das Amtsgericht Holzminden habe das Insolvenzverfahren am 7. Februar eröffnet.

Mittwoch, 22.02.2017, 18:02 Uhr aktualisiert: 23.02.2017, 16:03 Uhr
Heino rockt das Annenzelt: Andreas Clemens hat den Star vor einigen Jahren zum Annentag nach Brakel geholt. Foto: Jürgen Köster
Heino rockt das Annenzelt: Andreas Clemens hat den Star vor einigen Jahren zum Annentag nach Brakel geholt. Foto: Jürgen Köster

Umsatzrückgänge beim Annentag in Brakel seien ein Grund für die Misere. Beim Volksfest in der Nethestadt hat der Gastronom bis 2016 das Annenzelt vor der Kirche betrieben. Stars von Andreas Gabalier bis Heino traten bei ihm auf. Die Umsätze seien im vergangenen Jahr allerdings um 30 Prozent hinter seinen Erwartungen zurück geblieben. Nach dieser »Katastrophe«, so Clemens , beendete er die Ära Annentag (diese Zeitung berichtete im November 2016). Das Doppelstock-Zelt steht ebenso wie ein weiteres seiner Zelte zum Verkauf. »Wir behalten kleinere Zelte«, plant Clemens.

Plötzliche Absagen

Verstärkte Sicherheitsauflagen der Behörden hätten auf der Kostenseite ebenfalls zu Buche geschlagen. Und obendrauf habe es dann noch zwei plötzliche Absagen gegeben, eine davon in Golmbach. Dorthin habe er sechs Jahre lang immer ein Zelt verliehen. Die bewährte Zusammenarbeit mit Vertragsabschlüssen »per Handschlag« sei plötzlich zugunsten eines anderen Verleihers geplatzt.

Wir selber haben privat auch mehr als 80 000 Euro in die GmbH gesteckt und verloren.

Andreas Clemens

Zu den Gläubigern der »Clemens Gastronomie & Zeltverleih GmbH« gehören auch Musiker, die auf ihre Gage vom Annentag warten. Ihnen habe er eine Brücke bauen wollen, so Clemens, indem er 20 Prozent anzahlen und den Rest in diesem Sommer begleichen wollte. Auf dieses Angebot seien die Künstler nicht eingegangen. Als Geschäftsführer der GmbH habe er innerhalb von 90 Tagen einen Vergleich oder eine Stundung erzielen müssen. Nachdem eine Band dies abgelehnt und ihm einen Mahnbescheid geschickt habe, sei ihm nichts anderes übrig geblieben als Ende Dezember den Insolvenzantrag zu stellen. Eine andere Lösung als den angebotenen Vergleich habe er den Künstlern nicht in Aussicht stellen können. Das bedauere er sehr. »Wir selber haben privat auch mehr als 80 000 Euro in die GmbH gesteckt und verloren.«

Wirtschaftlichkeit oft nicht mehr gegeben

Veranstaltungen wie die »Spring Beats« in Brakel plant der Gastronom unter dem Dach einer seiner anderen Firmen, zu denen »Clemens Events« gehört, weiter. Das Open-Air soll am Vatertag, 25. Mai, steigen. Voraussetzung sei aber, so Clemens, dass die Sicherheits- und andere Auflagen wirtschaftlich vertretbar seien.

Von diesen Rahmenbedingungen mache er insgesamt auch abhängig, ob er in der Branche bleiben oder das Veranstaltungs-Geschäft eines Tages an den Nagel hängen werde. Die verschärften behördlichen Auflagen bereiteten Großveranstaltern wie dem Oktoberfest in München Kopfzerbrechen, betont Clemens. »Die Wirtschaftlichkeit ist oft nicht mehr gegeben«, sieht er für seine Branche große Schwierigkeiten.

Zunächst aber will Clemens Veranstaltungen, für die er Verträge geschlossen hat – das Fest der Blaskapelle Lüchtringen und ein weiteres Fest in Amelunxen beispielsweise –, wie vereinbart über die Bühne bringen.

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