Freilichtbühne Bökendorf begeistert mit »Das Wirtshaus im Spessart«
Räuber machen Spektakel im Hasenholz

Bökendorf (WB). »Die Mischung macht’s«, beschreibt Vorsitzende Verena Becker das grundlegende Erfolgsrezept für das Programm der Freilichtbühne. Dieses Qualitätsmerkmal trifft in besonderem Maß auf das aktuelle Stück »Das Wirtshaus im Spessart« zu.

Sonntag, 02.07.2017, 22:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2017, 22:10 Uhr
Die Räuber mit ihrem Hauptmann (Carsten Meier) schmieden Pläne. Fotos: Jürgen Köster

Das spritzige Erwachsenenstück hat alles, was zwei Stunden beste Unterhaltung im Hasenholz garantiert: ausgefeilte Choreografien, eingängige Melodien bei den Gesangsstücken, Wortwitz in den Dialogen und liebevoll gezeichnete Charaktere. Die Begeisterung der Akteure auf der Bühne überträgt sich schnell auf das Publikum, das nach der Premiere am Samstagabend lang anhaltend und im Stehen Beifall klatscht.

Damit honoriert es einmal mehr eine bravouröse Leistung, für die das Ensemble in Monate währenden Proben die Basis geschaffen hat. Schade, dass Zugaben nicht üblich sind. So mancher Zuschauer hätte sich bestimmt eine Wiederholung seiner Lieblingsszene gewünscht.

Publikumslieblinge

Davon gibt es in dem Stück reichlich. Es sind nicht nur die Hauptdarsteller wie Carsten Meier als charmanter Räuberhauptmann und Kristin Meffert als liebreizende Comtesse, die in ihren Rollen durchweg überzeugen. Das witzig-durchtriebene, leicht tölpelhafte Räuberduo Klemm (Thomas Rüther) und Mathes (Frank Spiegel) avanciert schnell zum Publikumsliebling. Mimik, Gestik und Sprache sind den beiden scheinbar »in Fleisch und Blut« übergegangen. Ihr Auftritt gipfelt in einer geradezu köstlichen Badeszene gegen Ende des Stückes.

Wie bei der Freilichtbühne Bökendorf üblich, muss der Zuschauer sowieso seinen Blick immer wieder auch auf das Geschehen abseits des vermeintlichen Schauplatzes lenken. Ständig gibt es Neues zu entdecken – vom muffeligen Räuber mit Holzbein bis hin zum Hund Max, der neben Kaltblutpferd Edda der zweite Vierbeiner auf der Bühne ist.

Zackige Lieder

Flott auf den Beinen sind die Schauspieler in den gut dosiert eingestreuten Tanzszenen. Bestens bei Stimme erweisen sie sich in den Musikstücken, die auch aus dem Seeräuber-Milieu entstammen könnten. Aber auch wenn der Major (Detlef Paul) mit seiner uniformierten Truppe über die Bühne marschiert, stimmt diese ein zackiges Lied zum »Mitwippen« an.

Zu Recht bedankt sich Verena Becker nach Ende der Aufführung mit einem Blumenstrauß bei Regisseurin Anke Lux und ihrer Assistentin Kristin Meffert. Das Publikum bedankt sich auf seine Art mit kräftigem Applaus, aber auch mit persönlichen Glückwünschen direkt bei den Akteuren auf der Bühne.

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