Poetry-Slam-Workshop: Berufsschüler bringen kreative Ideen zu Papier
Bis die Stifte glühen

Brakel(WB). Rap statt Rimbaud: Wie lyrische Finessen auch aus modernen Einflüssen entstehen können, zeigen die besten Poetry-Slammer der fünf berufsbildenden Einrichtungen im Kreis Höxter. Am nächsten Donnerstag, 14. Dezember, bringen sie die Ergebnisse ihres Workshops auf die Bühne der Brakeler Stadthalle.

Mittwoch, 06.12.2017, 21:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2017, 21:48 Uhr
Poetry-Slam-Workshop: Berufsschüler bringen kreative Ideen zu Papier: Bis die Stifte glühen
Die Teilnehmer des Poetry-Slam-Workshops freuen sich auf ihren Auftritt. Unterstützt werden sie dabei von Gerhard Antoni (zweiter von links) und Karsten Strack (dritter von links) Foto: Gemmeke

»Kurz, knackig, inhaltsreich«, so soll – laut Veranstalter Gerhard Antoni (Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW) – das Intermezzo der frisch angelernten Poetry-Slammer verlaufen. Zwölf Schüler von berufsbildenden Einrichtungen im Kreisgebiet hatten sich auf Anfrage von Karsten Strack gemeldet, der seit 2007 entsprechende Workshops anbietet.

Grundlegende Fähigkeiten erlernen

Bei den Treffen gehe es nicht nur um Wortakrobatik und Bühnenpräsenz: »Die Schüler können grundlegende, auch für das Leben wichtige Fähigkeiten erlernen«, sagt Strack. Sprachliche Sicherheit könne beispielsweise in Bewerbungsgesprächen förderlich sein.

»Natürlich wird auch die Kreativität angeregt«, fügt Stracke hinzu, der als Verlags-Geschäftsführer (lektora) sowie Dozent für Literatur- und Verlagspraxis an der Uni Paderborn tätig ist. »Uns war es wichtig, Poetry-Slams als Format auch mal an Berufsschulen anzubieten. In der Regel geschieht das nur an Regelschulen«, ergänzt Antoni.

»Uns war es wichtig, Poetry-Slams als Format auch mal an Berufsschulen anzubieten.«

Gerhard Antoni

Eigene Ideen kreativ umsetzen

»Es macht Spaß, wir können unsere eigenen Ideen umsetzen«, erzählt Janine Brune. Die 22-jährige lernt gerade an den Höxteraner Medischulen – und hat nebenbei Spaß am Texten. Was sie inspiriert? »Eigentlich alles, da lege ich mich nicht fest. Häufig ist es Musik, die mir gefällt.« Ähnlich sieht das Luca Hennemann, 18 Jahre alt, und Schüler am Höxteraner Berufskolleg.

Inspiration aus verschiedenen Quellen

»Mich inspiriert jugendliche Musik, besonders Sachen wie Cloud-Rap«, sagt er. Am wichtigsten – das betonen sie alle – sei die Stimmung, die ein Medium vermittle. »Ich habe einen sehr melancholischen Text geschrieben, angelehnt an einen Film. Die Atmosphäre wollte ich irgendwie bewahren«, erklärt die 22-jährige Miriam Szewczyk, auch Schülerin am Berufskolleg in Höxter.

Szene wächst in OWL

Auf die »Bretter, die die Welt bedeuten«, werden alle Workshopteilnehmer in der nächsten Woche geschickt. Für fast alle eine Prämiere, außer für Maik Eisen. Der 18-Jährige Berufschüler hat schon mal an einem Workshop teilgenommen – und am Ende sogar gewonnen. »Die Szene wächst, besonders in OWL«, weiß Strack. Er selbst moderiert regelmäßig Slams, sieht im Kreis Höxter aber noch Nachholbedarf. »Hier kann ruhig noch mehr geschehen.«

Slam-Finale mit Preisverleihung

Das Poetry-Slam-Finale beginnt am Donnerstag, 14. Dezember, um 18 Uhr; der Eintritt ist frei. Schüler der Medischulen Höxter, des Johann-Conrad-Schlaun-Berufskollegs, des Bildungszentrums der katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge, des Kolping-Berufskollegs und des Berufskollegs des Kreises Höxter tragen ihre Texte vor. Außerdem wird der Abend musikalisch begleitet, für Snacks und Getränke ist gesorgt. Als Besonderheit sollen zudem Schüler mit dem offiziellen »Engagementnachweis NRW« geehrt werden.

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