Sa., 11.08.2018

Dreifachausstellung im Jubiläumsjahr – auch Kinder beteiligen sich Kunstvolles Gehrden

Pastor Detlef Stock zeigt wertvolle sakrale Gegenstände, die bei der Kunstausstellung zu sehen sein werden: eine Strahlenmonstranz, eine Navicula (Schiffchen) sowie das dazu gehörende Weihrauchfass (um 1730).

Pastor Detlef Stock zeigt wertvolle sakrale Gegenstände, die bei der Kunstausstellung zu sehen sein werden: eine Strahlenmonstranz, eine Navicula (Schiffchen) sowie das dazu gehörende Weihrauchfass (um 1730). Foto: Jürgen Köster

Brakel-Gehrden (WB). Zum Jubiläum 1150 Jahre Gehrden präsentiert der Ort unter dem Motto »Kunst, wohin man schaut« gleich drei verschiedene Ausstellungen.

Als kleines idyllisches Dorf hat Gehrden noch viele Grünanlagen mit hochwertigem Baumbestand zu bieten. Auf diesem lebenswerten Fleckchen Erde haben sich in den vergangenen Jahren viele Künstler niedergelassen. Einige der Akteure haben zum Thema »Unsere Baumriesen – zwischen heute und morgen« interessante Kunstwerke geschaffen, die in einer Freiluftausstellung rund um Kirche und Schloss gezeigt werden.

Begehbare Rauminstallation

Die Initiatorin Renate Judith hat eine begehbare Rauminstallation geschaffen. »Christo hat mich inspiriert«, sagt die Gehrdenerin. Farbige Segel werden hierbei um einen Baum gespannt, wodurch ein magischer Kreis entsteht.

Ein besonderes Augenmerk legen die Gehrdener auch auf die kleinen Kinder als Künstler. Die Kindertagesstätten in Gehrden und Frohnhausen sowie die Grundschule Dringenberg haben sich mit Feuereifer an der Ausstellung beteiligt.

Der zweite künstlerische Höhepunkt wird in der St. Peter und Paul-Kirche sein. Die Kirchengemeinde verfügt über einen reichhaltigen Kunstbesitz, der zum großen Teil aus der Zeit des Benediktinerklosters stammt, das im Jahr 1142 in Gehrden gegründet wurde. Neben der imposanten Architektur und der prächtigen Ausstattung der Kirche wird in einer eigenen Präsentation anlässlich des Jubiläums sakrale Kunst gezeigt.

Aus der Sakristei und aus dem Archiv und Depot des Erzbistums werden unter anderem liturgische Gefäße wie Monstranzen, Reliquiare und Kelche, Paramente, kostbare Messgewänder, aber auch Figuren, die manch einem Besucher vielleicht noch Erinnerung an frühere Zeiten bringen zu sehen sein.

Ausstellung in Schloss und Orangerie

Eine weitere Ausstellung wird im Schloss und der Orangerie zu finden sein. Hier stellt der in Gehrden aufgewachsene Künstler Thomas Jessen seine Werke aus. Der Maler (geboren 1958 in Lübbecke, Westfalen), zählt zu den bekannten Künstlern unserer Zeit. Er hat von 1980 bis 1986 an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Gerhard Richter und als Meisterschüler von Alfonso Hüppi studiert.

Seine Werke befinden sich in etlichen Sammlungen. Er hat sich unter anderem einen Namen mit kirchlichen Auftragsarbeiten gemacht. In München ist er mit seiner umfassenden Portraitreihe von Erzbischöfen und kirchlichen Würdenträgern für das erzbischöfliche Palais bekannt geworden. Sie zeigt unter anderem auch Papst Benedikt XVI. und Kardinal Reinhard Marx.

Sein malerisches Werk zeichnet sich durch ein hohes Maß an Dynamik, mystische Bestimmtheit und Unmittelbarkeit aus. Seine künstlerische Spannweite ist breit. Sie reicht über fotorealistische Portraits, abstrakte Gemälde bis hin zu monumentalen Pflanzenbilder. In der Orangerie des Schlosses werden vorwiegend großformatige Pflanzenbilder sowie abstrakte Malerei zu sehen sein, die mit sakralen Skulpturen in einen Dialog treten.

Mit Skulpturen im Dialog

Die Ausstellung wird am Freitag, 17. August, um 18 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul eröffnet. Hierzu werden alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Brakel, umliegender Ortschaften sowie Kunstinteressierte erwartet.

Die Ausstellungen können bis zum 16. September besichtigt werden.

Die Öffnungszeiten der Kirche, des Kreuzgangs sowie der Orangerie sind samstags und sonntags. Auf Anfrage, etwa für Gruppen, sind Besichtigungen aber auch werktags möglich (Informationen im Pfarrbüro Gehrden, Telefon 05648/380). Der Freiluft-Kunstpfad kann jederzeit besichtigt werden.

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