Sa., 15.09.2018

Josef Kleibrink sammelt Unterschriften gegen mögliche Versorgung aus der Kernstadt Erkelner wollen weiter eigenes Wasser

Josef Kleibrink zeigt vor dem Wasserwerk Erkeln auf die Stelle im Wald, wo die Vogelsang-Quelle seit 1913 das Wasser für fast alle Erkelner Haushalte liefert. Der 82-Jährige möchte, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Josef Kleibrink zeigt vor dem Wasserwerk Erkeln auf die Stelle im Wald, wo die Vogelsang-Quelle seit 1913 das Wasser für fast alle Erkelner Haushalte liefert. Der 82-Jährige möchte, dass das auch in Zukunft so bleibt. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Brakel-Erkeln (WB). Josef Kleibrink liebt seine Heimat Erkeln. Und für ihn gehört das Wasser aus der Quelle am Vogelsang dazu. Dass der Brunnen im Wald geschlossen werden könnte, wenn die zentrale Wasserenthärtung kommt, will er nicht hinnehmen. 145 Erkelner haben per Unterschrift ebenfalls bekundet, dass sie sich dieses Stück Heimat nicht nehmen lassen wollen.

»Das Wasser ist gut, schmeckt gut, und die meisten Erkelner trinken es täglich«, sagt der 82-Jährige. Er ist davon überzeugt, dass diese kein »teures enthärtetes Wasser aus den Nethewiesen« haben wollen.

Immer genug Wasser da

Dass im Rathaus argumentiert werde, die Quelle am Vogelsang sei nicht so ergiebig, will Josef Kleibrink nicht gelten lassen. »Für Erkeln hat das Wasser im gereicht«, weiß er. Selbst im Jahr 1959 – da sei der Sommer noch trockener gewesen als in diesem Jahr – habe die Quelle im Vogelsang immer Wasser gegeben.

Der Argumentation der Stadt, dass für die weitere Nutzung der Quelle hohe Investitionen notwendig wären, will der 82-Jährige nicht folgen. »Die Rohre zum Hochbehälter sind gut«, ist er überzeugt. Das habe man gesehen, als vor Jahren ein neuer Ablauf an der Vogelsangbrücke eingebaut worden sei. Auch der Hochbehälter muss seiner Einschätzung nach nicht größer gebaut werden: »Es läuft genug Wasser nach.«

Raimund Giefers, Vorsitzender im Bezirksausschuss Erkeln und im für die Angelegenheit zuständigen Betriebsausschuss, hatte angeregt, im Ort möglicherweise eine Zapfstelle einzurichten, wenn die Versorgung der Haushalte umgestellt würde. »Das ist wohl ein Witz«, kommentiert Josef Kleibrink diesen Gedanken.

Endgültig entschieden ist in der Angelegenheit noch nichts. Der Betriebsausschuss des Rates der Stadt Brakel hat sich mit dem Thema befasst und die Anregung aus Erkeln »zur Kenntnis genommen«. Jetzt soll zunächst der Testbetrieb der Wasserenthärtungsanlage abgewartet werden. Ende dieses oder Anfang des Jahres soll entschieden werden.

Keine bessere Qualität

Der technische Betriebsleiter der Versorgungsunternehmen der Stadt, Christof Münstermann, zeigt Verständnis dafür, dass die im Jahr 1913 errichtete Brunnenanlage für die Erkelner Bürger ein Kulturgut darstellt.

»An der Quellfassung in Erkeln sowie an den Leitungen ist in den vergangenen Jahren nicht investiert worden«, bestätigt er Josef Kleibrinks Aussage. Allerdings würde sich dann die Frage stellen, ob sich aufgrund der relativ geringen Fördermenge von etwa 22.000 Kubikmetern am Erkelner Brunnen – im gesamten Stadtgebiet sind es 865.000 Kubikmeter – eine Investition zur Instandsetzung rentieren würde.

Dem Argument der Befürworter der Erkelner Quelle, deren Wasser habe eine besonders gute Qualität widerspricht der technische Werksleiter. »Das Vogelsang-Wasser hat gegenüber dem restlichen Brakeler Trinkwasser keine qualitativen Vorteile. Das im Wasserschutzgebiet Vogelsang gewonnene Wasser stammt aus oberflächennahen Schichten und verfügt über vergleichsweise hohe Nitratwerte«, erläutert der technische Betriebsleiter.

Weiterhin sei man bei der Nutzung derartigen Wassers unter anderem zur Desinfektion verpflichtet.

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