Nur Welpen im verkaufsfähigen Alter ohne gesundheitliche Probleme
Beschlagnahmten Tieren geht es jetzt gut

Brakel (WB). Den 29 in einem Brakeler Ortsteil beschlagnahmten Hunden geht es den Umständen entsprechend gut. »Vor allen die Welpen im verkaufsfähigen Alter waren in einem guten Zustand«, berichtete Karsten Plücker, Vorsitzender des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (bmt), im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Donnerstag, 25.10.2018, 04:00 Uhr aktualisiert: 25.10.2018, 09:32 Uhr
Das Team des Bundes gegen Missbrauch der Tiere kümmert sich um die Hunde. Foto: bmt
Das Team des Bundes gegen Missbrauch der Tiere kümmert sich um die Hunde. Foto: bmt

Bei einigen Tieren seien die Ohren entzündet gewesen, ein Hund habe einen Fremdkörper in der Pfote gehabt, nannte er Beispiele. »Die kleinen noch nicht verkaufsfähigen Welpen hatten Läuse«, so der Vorsitzende. Er vermutet, dass die Besitzer die Tiere nur dann einem Arzt vorgestellt hätten, wenn es darum gegangen sei, diese zu chippen, also sie zum Verkauf vorzubereiten.

Besitzer sehr unkooperativ

Wie Plücker berichtete, sei die Situation bei der Beschlagnahmung durch das Kreisveterinäramt nicht ganz einfach gewesen. »Die Besitzer waren sehr unkooperativ, haben auch nicht dabei geholfen herauszufinden, welche Tiere zusammengehören und haben mit dem Anwalt gedroht«, blickt der Vorsitzende zurück.

Sie hätten sogar behauptet, die Hunde gehörten der Mutter. »Das wäre die einzige Chance, die Hunde zurück zu bekommen. Aber vermutlich wird kein Richter glauben, eine 86-jährige demente Frau sei Besitzerin von 29 Hunden«, ist Karsten Plücker zuversichtlich, dass die Tiere – wie vom Veterinäramt ursprünglich auch verfügt – nicht mehr in das Haus zurückkehren müssen.

Bei Kosten gilt Verursacherprinzip

Ein Großteil der Vierbeiner ist im Tierheim Bad Karlshafen untergebracht, ein paar auch im Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel. »Wir hätten nicht gedacht, dass es so viele Hunde sind. Deshalb mussten wir in Kassel auch noch einige Tiere unterbringen«, berichtet Karsten Plücker. Vermittelt würden sie noch nicht. »Was weiter geschieht, liegt nun in den Händen des Kreis-Veterinäramtes«, erläutert der Vorsitzende.

»Die Tiere sind zunächst beschlagnahmt. Über eine endgültige Vermittlung kann erst im laufenden Verwaltungsverfahren entschieden werden«, erläuterte Kreis-Veterinär Dr. Jens Tschachtschal. Mit Blick auf die Kosten gelte das Verursacherprinzip. Der Tierhalter müsse für die Unterbringung aufkommen, wenn die Maßnahme der Behörde rechtmäßig sei.

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