Fr., 29.03.2019

Von-Galen-Schule: lang ersehnter Anbau seiner Bestimmung übergeben Räume bieten neue Impulse

Zwei Therapieräume sind an die Von-Galen-Schule angebaut worden. Semir ist ein großer Freund der Wassersäulen im Snoezel-Raum. Dieser Raum der Sinne dient der Entspannung und war bisher deutlich kleiner und im Keller untergebracht.

Zwei Therapieräume sind an die Von-Galen-Schule angebaut worden. Semir ist ein großer Freund der Wassersäulen im Snoezel-Raum. Dieser Raum der Sinne dient der Entspannung und war bisher deutlich kleiner und im Keller untergebracht. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Frohnhausen (WB). Entspannen im großen Snoezel-Raum, toben im Softplayraum – lange haben die Kinder der Von-Galen-Schule in Frohnhausen davon geträumt. Jetzt wurde dieser Traum Wirklichkeit.

Im Beisein von Förderern, beteiligten Baufirmen, Eltern und Pastor Detlef Stock wurde der 123 Quadratmeter große Anbau seiner Bestimmung übergeben und gesegnet.

»Zwei aufregende und zugleich spannende Jahre sind für unsere Schule nun zu Ende gegangen. Dank der großzügigen Unterstützung vieler Förderer ist es uns gelungen, an das bestehende Unterstufenhaus der Schule die beiden dringend notwendigen Therapieräume anzubauen«, sagte Schulleiter Alfred Kerlin.

Erwartungen voll erfüllt

Die Schule sei während der ganzen Bauphase in alle Maßnahmen eng mit eingebunden gewesen. Die Projektleitung von Beginn der Antragsstellung bis zum Einbau der Innenausstattung hatte seitens der Schule Jutta Köllinger. Mit Hilfe des technischen Leiters der Lebenshilfe, Michael Dubbert und der Architektin Petra Spilker-Husemann seien die Erwartungen für die Schüler voll erfüllt worden.

Gewünscht hätte sich die Schule, dass die nun fertiggestellten Räume schon mit der Inbetriebnahme des Unterstufenhauses im Jahr 2007 existiert hätten. Damals fehlte es aber am Geld, so wurde zu dem Zeitpunkt lediglich das Betonfundament für den Anbau gegossen.

Dass die beiden Räume nun gebaut sind, freut alle Beteiligten. In dem Snoezel-Raum können sich die Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen entspannen und grundlegende Sinneserfahrungen machen. »Auf diese Weise kann man Zugang zu denen finden, die sich zum Beispiel aufgrund ihrer geistigen Einschränkung auch nicht selbstständig äußern können«, erläuterte Fachlehrerin Dorthe Stork.

Weichen Spielelandschaft

Der Softplay-Raum ist ausgestattet mit einer völlig geschützten weichen Spielelandschaft. Der Raum ist eine Rückzugsmöglichkeit, bietet aber zugleich Bewegungsmöglichkeiten, unter anderem auch in einem Bälle-Bad.

»Die neuen Therapieräume sind so groß und schön geworden, dass sich beispielsweise eine ganze Klasse im Snoezel-Raum zusammen aufhalten kann, was vorher niemals möglich gewesen wäre«, führte Alfred Kerlin aus. Die Räume seien wichtig, nicht nur, weil Spielen und Entspannen an sich den Schülern und Lehrern Spaß mache, sondern weil es wichtige Anreize zur Förderung ganz basaler Bereiche der Sensorik und Psychomotorik für die Schüler anbiete. Das sei ein neuer Impuls für die motorische Förderung. »Dass Wunderbare ist, dass – egal welcher Raum benutzt wird – es danach wieder leichter möglich ist, kognitive Inhalte zu unterrichten«, erläuterte der Schulleiter.

Acht Jahre lang Förderer gesucht

»Wir haben schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass wir es jemals schaffen werden, diese Räume zu bekommen«, sagte Jutta Köllinger. Seit mehr als acht Jahren habe man versucht, Förderer zu finden. Das sei schließlich gelungen. Unterstützt haben das Projekt der Verein Bild hilft »Ein Herz für Kinder«, die Erika Fissmer-Stiftung, die Ida und Richard Kaselowsky-Stiftung, die Hermann van Veen-Stiftung, die Franz Beckenbauer-Stiftung, die Carola Nüßing-Stiftung, die Glücksspirale, Leander Sasse und Dr. Hannes Frank.

Alexander Rode, Vorsitzender der Lebenshilfe, dankte vor allem dem Projektteam für dessen Engagement. Er blickte auch in die Zukunft und verwies hier auf das Projekt »Klassenzimmer 4.0«, das nun in Angriff genommen werde. Hier gehe es darum, den Schülern die neuen Medien näherzubringen.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von den Schülerinnen und Schülern mit Gesang. Die Oberstufe Berufsvorbereitungsklasse A zeigte zudem bei einer Drums-Alive-Vorführung, dass sie Rhythmus im Blut hat.

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