Do., 20.06.2019

Brakeler verstirbt bei einem Fußball-Sponsorenturnier in Paderborn Große Trauer um Erdogan Acar

Als Mensch, Fußballer und Trainer war er hochgeschätzt. Erdogan Acar ist überraschend verstorben.

Als Mensch, Fußballer und Trainer war er hochgeschätzt. Erdogan Acar ist überraschend verstorben. Foto: Jürgen Drüke

Von Jürgen Drüke

Brakel/Paderborn  (WB). Erdogan Acar, angesehener und weit über die Grenzen des Kreises Höxter geschätzter Fußballer und Trainer, ist völlig überraschend verstorben.

Bei einem Sponsoren-Cupturnier in Paderborn brach der 41-jährige Brakeler am Mittwochabend auf dem Spielfeld zusammen. Die Wiederbelebungsmaßnahmen, die etwa 50 Minuten dauerten, verliefen ins Leere. Trauer und Bestürzung in der Region sind groß.

Erdogan Acar hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder. Für das Erkelner Betriebs-Fußballteam Vauth-Sagel, hier arbeitete er seit vielen Jahren, war Acar beim Paderborner Sponsoren-Cup im Einsatz gewesen. Während eines Spiels brach er zusammen. »Sofort wurde erkannt, wie kritisch es um den Spieler stand. Die Reanimation begann unmittelbar«, berichtete der Albaxer Jörn Wöstefeld, der beim traditionellen Sponsoren-Cup für das Betriebsteam der Geschäftsstelle des SC Paderborn spielte. »Das Turnier wurde abgebrochen und nicht fortgeführt«, so Wöstefeld. Die Reanimation hätte etwa 50 Minuten gedauert. Am Ende sei die Bestürzung groß gewesen. Erdogan Acar ist auf dem Fußballplatz gestorben.

Als Spieler und Trainer beliebt

Der Brakeler feierte als Spieler und Trainer zahlreiche Erfolge und war ein Sportler, der Gefühle offen zeigte und aussprach: »Der TuS Erkeln ist mir eine Herzensangelegenheit und mein Heimatverein«, hatte Acar noch vor zwei Jahren gegenüber dem WESTFALEN-BLATT hervorgehoben. Seine Heimatvereine waren zudem die Spvg Brakel und TiG Brakel. TiG trainierte Acar noch bis vor wenigen Monaten in der A-Liga. Beim Fußball-Landesligisten Spvg Brakel wäre er in wenigen Tagen als Co-Trainer von Haydar Özdemir eingestiegen. »Auf die neue Aufgabe freue ich mich sehr. Gern unterstütze ich meinen Freund Haydar«, sagte Acar, als seine Rückkehr zu den Rot-Schwarzen vor drei Monaten bekannt gegeben wurde.

Nachricht verbreitete sich schnell

Am Fronleichnamstag verbreitete sich die Nachricht vom Tod Acars im Kreis Höxter rasend schnell. Es herrschte große Betroffenheit. Acar stand für Menschlichkeit, Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und vor allem Fairness. Acar stand auch für das gute Verhältnis zwischen türkischen und deutschen Fußballern. Er lebte Integration. Er war ein Mann der Tat. Geschätzt wurde der Sportsmann von den jungen und älteren Fußballern sowie seinen Trainerkollegen. Der Brakeler sagte seine Meinung, wenn andere schwiegen.

Mit 18 Jahren stand das große Talent, Acar träumte von einem Angebot seines Lieblingsverein Besiktas Istanbul, vor dem Absprung in den türkischen Profifußball. Nicht Besiktas, sondern Trabzonspor hatte Interesse bekundet. Bei einem Hobbyturnier brach sich der Brakeler damals den Mittelfuß. Der Sprung ins Profigeschäft blieb dem sympathischen Jungen dadurch verwehrt. Die Liebe zum Fußball trug er weiter in seinem Herzen und zelebrierte sie mit filigraner Technik, Leidenschaft und wunderschönen Toren auf dem Spielfeld. Wenn der Gegner verloren hatte, fand Sportsmann Acar aufmunternde und anerkennende Worte.

Großes Talent

Der Brakeler Junge durchlief die Juniorenteams der Spvg. Brakel. Bis zur B-Jugend spielte er hier und wechselte dann zu Arminia Bielefeld. In der Arminen A-Jugend avancierte der Youngster auf Anhieb zum besten Torschützen. Die Berufung in die Westfalenauswahl folgte. Noch als A-Jugendlicher trainierte er bei den Profis von Arminia und wurde in Freundschaftsspielen eingesetzt. Seine Mitspieler waren Nationalspieler Thomas von Heesen aus Albaxen, Bundesliga-Torjäger Fritz Walter sowie Nationaltorwart Uli Stein. Der Durchbruch unter dem damaligen Trainer Ernst Middendorp gelang nicht. Das Angebot von Trabzonspor kam so zur rechten Zeit – dann der bereits erwähnte Mittelfußbruch.

Acar machte weiter und wurde Leistungsträger beim damaligen Oberligisten Spvg Brakel. Für Experten unverständlich, wechselte Acar mit nicht einmal 20 Jahren runter in die A-Liga zu TiG Brakel. Beim TuS Erkeln schrieb er einige Jahre später Fußballgeschichte – Kreispokalsiege und Aufstiege pflasterten seinen Weg mit den Grün-Weißen. 2017 wechselte er zum B-Ligisten SV Holzhausen/Erwitzen. 2018 ging es als Trainer zurück zu TiG Brakel. In wenigen Tagen wäre Erdogan Acar als Co-Trainer beim Landesligisten Spvg Brakel eingestiegen. »Auf diese Aufgabe freue ich mich riesig.« Die Nachricht von seinem überraschenden Tod hat in der Region große Trauer ausgelöst. In den Herzen wird Erdogan Acar weiterleben.

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