Sa., 13.07.2019

Fußgängerzone bleibt vorerst fahrzeugfrei – Stadtmarketingmaßnahmen beschlossen Verkehrsversuch-Debatte vertagt

Die Fußgängerzone soll vorerst nicht für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden.

Die Fußgängerzone soll vorerst nicht für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden. Foto: Jürgen Köster

Von Jürgen Köster

Brakel (WB). Die CDU Brakel will den Verkehrversuch zur Öffnung der Fußgängerzone zunächst nicht weiter verfolgen. Fraktionschef Ewald Hanisch stellte zu Beginn der jüngsten Ratssitzung den Antrag, den Punkt zum Verkehrsversuch am Hanekamp als verkehrsberuhigter Bereich ebenso von der Tagesordnung zu nehmen wie den Antrag zur Öffnung der Königstraße als Verkehrsversuch zwischen »Am Thy« und »Frauenstelle« für den Verkehr in beide Fahrtrichtungen.

»Wir haben festgestellt, dass hier offensichtlich noch ein großer Informationsbedarf besteht, und wir möchten die Bürger in dieser Angelegenheit mitnehmen«, sagte Hanisch.

Über die weiteren Maßnahmen zur Entwicklung von Stadtmarketingprojekten mit dem Ziel der Innenstadtsicherung stimmte der Rat ab. Die Vorschläge der CDU wurden allesamt angenommen. Lediglich bei der Formulierung zur Einrichtung der Stelle eines »Kümmerers« gab es unterschiedliche Auffassungen.

Diskussion über Formulierung

»Die Innenstadt macht uns Sorgen. Wir wollen nicht nur den einen Paukenschlag, sondern eine kontinuierliche Entwicklung«, sagte Hanisch. Deshalb habe die CDU einen Arbeitskreis eingerichtet, der sich mit der Problematik befasst habe. Eines der Ergebnisse war der acht Punkte umfassende Antrag an den Rat zum Stadtmarketing.

Zwei der Punkte bezogen sich auf den Verkehrsversuch – am Hanekamp und in der Königstraße. Diese zog die CDU zurück und will sie nach der Sommerpause erneut in Angriff nehmen.

Es sei aber noch »ein großer Strauß von Möglichkeiten« übrig, den es zu nutzen gelte, meinte Uwe Oeynhausen (CDU). Es stehe viel auf dem Spiel, denn es gebe nur noch wenige inhabergeführte Geschäfte in der Brakeler Innenstadt. In Bezug auf die »Hardware«, also die infrastrukturelle Ausstattung, stehe die Stadt positiv da, aber in Bezug auf die »Software« mangele es. Deren Verbesserung könne nur gelingen, wenn es eine Stelle gebe, die sich kümmere. »Wir wollen ein permanentes Monitoring«, sagte der CDU-Ratsherr. Im Haushalt seien Mittel für die Wirtschaftsförderung eingeplant, die für diesen Zweck verwendet werden könnten.

Bürgermeister Hermann Temme verwies auf noch freie Mittel aus dem ISEK-Programm. Im Haushalt ständen zudem 50.000 Euro zur Verfügung. Dieses Budget müsse »intelligent und zielgerichtet« eingesetzt werden.

Johannes Tobisch (UWG/CWG) schlug vor, einen Vertreter des Vereins Lemgo-Marketing einzuladen, der seit 20 Jahren erfolgreich agiere. Elf Gegenstimmen für den CDU-Antrag gab es eigentlich nur aus dem Grund, weil sich nicht alle Ratsmitglieder mit der Formulierung anfreunden konnten, eine »Stelle« einzurichten – »Anlaufstelle« wäre die bessere Formulierung, kam ein Vorschlag aus der Fraktion der Grünen.

Zustimmung

Einstimmig hingegen beschieden die Ratsmitglieder die übrigen CDU-Vorschläge:

• kurzfristige Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Werbering wie etwa die Anschaffung eines roten Teppichs vor den Geschäften als Willkommenssignal, die Beflaggung der städtischen Fahnenmasten, insbesondere der drei Masten vor dem Rathaus, Schaufensterdekorationen bei Leerstand, Spielgeräte für die Innenstadt ,

• Ausführung eines Ideenwettbewerbs für die Schaffung eines Eingangsbereiches von der Nieheimer Straße/Bahnhofstraße zum Hanekamp als sinnbildliches Tor zur historischen Altstadt und Anbindung des mittleren Versorgungsbereichs an die Innenstadt auf der Basis des Einzelhandelkonzeptes,

• Antrag auf Digitalisierung der Innenstadt,

• Fortentwicklung der Handlungsfelder aus dem BBE Projektbericht 2012,

• Entwicklung eines aktiven Netzwerks zu Immobilieneigentümern,

Kommentare

Schwache Begründung für das Rückziehen des Antrags

Zuerst einmal ist es lobenswert, dass sich die CDU äußert die Innenstadt zu beleben. Dies ist sicherlich notwendig, wenn auch unsere Innenstadt von der Erscheinung her einfach nur schön ist und einiges zu bieten hat. Nicht zuletzt auf den Stadtstrand können wir uns freuen. Das Problem ist das Einkaufsangebot.
Aber für wie blöd hält die CDU eigentlich die Bürger*innen, die sich in großer Zahl in den sozialen Medien kritisch zum Vorschlag der Öffnung für den Autoverkehr geäußert haben? Sie hätten den CDU-Antrag nicht richtig verstanden und hätten wohl noch Informationsbedarf? Man wolle den Bürger mitnehmen? Eine solche Missachtung und Bevormundung haben die Bürger nicht verdient. Da muss die CDU ganz schnell von ihrem hohen Ross herunter kommen.

1 Kommentare

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