Sa., 20.07.2019

Medien- und Filmprojekt stellt Annentag in den Mittelpunkt Noch’n Tusch

Frederik Wiemers (von rechts) filmt Werner Bornefeld-Ettmann an der Orgel sowie Stefan Kleibrink und Lukas Kretzer an den Trompeten. Christopher Lorenz behält als Profi den Überblick. In dieser Woche haben die Dreharbeiten zum Projekt »Anna-Vision« begonnen.

Frederik Wiemers (von rechts) filmt Werner Bornefeld-Ettmann an der Orgel sowie Stefan Kleibrink und Lukas Kretzer an den Trompeten. Christopher Lorenz behält als Profi den Überblick. In dieser Woche haben die Dreharbeiten zum Projekt »Anna-Vision« begonnen. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Brakel (WB). Der Annentusch erklingt in der Pfarrkirche St. Michael – angesichts des nahenden Annentages nicht unbedingt verwunderlich. Dass er aber immer und immer wieder zu hören ist, ist hingegen ungewöhnlich. »Anna-Vision« heißt die Lösung des Geheimnisses.

Dabei handelt es sich um ein Medien- und Filmprojekt von videobegeisterte Laien, die schon immer mal einen eigenen Film produzieren wollten. In dessen Mittelpunkt steht der Annentag. Vor wenigen Tagen haben die Dreharbeiten begonnen.

Dreharbeiten laufen

Und weil der Annentusch unverzichtbarer Bestandteil desselben ist, spielen Werner Bornefeld Ettmann an der Orgel sowie Stefan Kleibrink und Lukas Kretzer an den Trompeten das festliche Stück immer und immer wieder. Nicht etwa, weil einer von ihnen einen Ton nicht getroffen hätte. Frederik Wiemers an der Kamera filmt bei jedem Durchgang vielmehr andere Details: Mal die drei Musiker zusammen, mal nur die Finger von Werner Bornefeld Ettmann oder auch seine Füße, die die Basspedale bedienen oder auch das Trompeterduo.

Christopher Lorenz und Aljoscha Reinhardt vom Gütersloher Unternehmen Lorenzfilm haben die interessierten jungen Menschen zuvor theoretisch auf ihre Aufgaben vorbereitet. Bei der praktischen Umsetzung sind sie ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.

Als Anneken vor der Kamera

»Ich habe schon immer gern gefilmt«, beschreibt Kameramann Frederik Wiemers aus Natzungen seine Motivation, sich an dem Projekt zu beteiligen. Antonia Brüß’ Interesse an dem Projekt ist über einen Flyer geweckt worden, der an ihrer Schule verteilt wurde. »Ich wollte schon immer wissen, wie Filme gemacht werden«, verrät die 18-jährige Borgholzerin.

Dass sie in einem solchen auch gleich eine Hauptrolle spielen wird, hatte sie sich nicht träumen lassen. Antonia Brüß wird in einer Filmsequenz in die Rolle des Anneken schlüpfen. Gedreht werden soll diese an diesem Sonntag von 10 Uhr an an der Annenkapelle. Hier wird ein richtiges Filmset mit Beleuchtung, Kameraschlitten, verschiedenen Kamerasystemen und Tontechnik aufgebaut, um einen szenischen Dreh über die Geschichte »Das Mädchen von Brakel« aus der Sammlung der Brüder Grimm zu produzieren.

Wie Stadtmuseumsleiter Dirk Brassel – er hatte die Idee und bei ihm laufen die organisatorischen Fäden zusammen – berichtet, sollen in dem Film drei Oberthemen behandelt werden: »Annentag kirchlich – weltlich«, »Annentag Jahrmarkt« und »Annentag wirtschaftlich, sozial, gesellschaftlich«.

»Geplant sind auch Kurzinterviews mit Kindern und Jugendlichen sowie allen anderen Altersklassen, mit verschiedenen Kulturen und den Belgiern, die regelmäßig alle Jahre wieder den Annentag besuchen«, erläutert Brassel.

Feste Videoinstallation

Auch vor und während des Festes wird gedreht: die Novenen, der Aufbau der Karussells und Festzelte, die Fahrgeschäfte, das Treiben in den Festzelten, Feuerwerk und mehr – all das wird gefilmt und später geschnitten.

Ziel dieses mit Mitteln des Leader-Programms geförderten Projektes ist es, dass die entstandenen Filme später als feste Videoinstallation im Stadtmuseum Brakel ausgestellt werden.

»Junge Leute sollen sich mit ihrer Region beschäftigen und einen aktiven Beitrag zur Museumslandschaft leisten. Dies stärkt bei den teilnehmenden Akteuren die Identifikation mit der Region. Darüber hinaus können Besucher jederzeit einen Einblick in das Volksfest Annentag bekommen«, sagt Regionalmanagerin Lia Potthast von der Leader-Region Kreis Höxter.

Ein Einstieg in das Projekt ist jederzeit möglich, auch an diesem Sonntag.

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