Fr., 16.08.2019

Freiwillige Feuerwehr in Auenhausen wird 125 Jahre alt und feiert mit einem Fest Nachwuchs steht schon parat

Auch vor 60 Jahren wurde Feuerwehrfest im Dorf gefeiert. Damals wurden die älteren Bürger von einer Dampfwalze von der Kirche im Nachbardorf Frohnhausen nach Auenhausen gefahren, damit diese nicht zu Fuß marschieren mussten. Repro/

Auch vor 60 Jahren wurde Feuerwehrfest im Dorf gefeiert. Damals wurden die älteren Bürger von einer Dampfwalze von der Kirche im Nachbardorf Frohnhausen nach Auenhausen gefahren, damit diese nicht zu Fuß marschieren mussten. Repro/ Foto: Ellen Waldeyer

Von Ellen Waldeyer

Auenhausen (WB). Sobald die Sirene ertönt, legen sie ihre Arbeit nieder, verlassen ihre Häuser und sind stets zur Stelle, um anderen Menschen in Not zu helfen – ob bei Verkehrsunfällen, Bränden oder anderen Unglücksfällen – all das allein mit ehrenamtlichen Engagement. Die Löschgruppe Auenhausen feiert am 24. und 25. August ihr 125-jähriges Jubiläum und blickt auf eine lange Zeit mit vielen Einsätzen zurück.

Vor 125 Jahren wurde erstmals eine Feuerwehr in Auenhausen erwähnt. 1894 sah das Dorfleben ohne Straßen und Autos noch sehr einfach und auch schwieriger aus. Doch schon vor dieser langen Zeit formierte sich eine Brandwehr in Auenhausen, die damals noch sehr schlecht ausgestattet war und über wenig finanzielle Mittel verfügte.

Zwanzig Mitglieder zählte die erste Besatzung der Brandwehr. Diese besaßen noch keine zeitintensive Ausbildung zur Brandbekämpfung wie es heute der Fall ist. 1895 wurde die Wehr mit Frohnhausen und später auch Hampenhausen zusammengelegt, wodurch sich die Qualität wesentlich verbesserte, wie es in der Dorfchronik beschrieben ist. 1929 wurde die Auenhauser Brandwehr dann zur Freiwilligen Feuerwehr, die seitdem zu zahlreichen Einsätzen ausrückte.

Hilfe bei Hochwasser

Im eigenen Ort half sie bei Bränden von Scheunen, Ställen und Wohnhäusern, bei Hochwasser (1975) und auch bei Trinkwassermangel (1989/1990) aus.

In diesem Jahr wurden die 25 aktiven Mitglieder fünf Mal von der Feuerwehrleitstelle in Brakel alarmiert. Erst vor wenigen Wochen half die Gruppe bei der Suche nach einer vermissten Frau aus Siddessen, bei einem Verkehrsunfall zwischen Frohnhausen, Gehrden und Siddessen sowie einem Scheunenbrand in Gehrden.

Während andere Dörfer bei der Freiwilligen Feuerwehr mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben, erscheint die Zukunft für die Feuerwehr in Auenhausen vielversprechend: Vier Jugendliche engagieren sich in der Jugendfeuerwehr.

Auch das Klischee, dass Frauen sich nicht für das Feuerwehrwesen interessierten, kann in dem Heggedorf keine Bestätigung finden. Zwei Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren zeigen großes Interesse für diese Tätigkeit, und auch die Kinder des Dorfes sind schon jetzt begeisterte Feuerwehrfans. »Ich möchte kein Messdiener werden, ich gehe direkt in die Feuerwehr«, erklärte Hannes (9) seinen Eltern nach der Erstkommunion.

Jüngstes Mitglied

Maximilian Tenge gehört seit Januar als jüngstes aktives Mitglied zu der Auenhauser Löschgruppe. Schon 2013 trat er in die Jugendfeuerwehr in Brakel ein. »Das war für mich gar keine große Frage, sich in der Feuerwehr zu engagieren. Mein Vater ist auch Feuerwehrmann, und es macht einfach Spaß, Menschen helfen zu können«, meint der 18-Jährige, der eine zeitintensive Grundausbildung von acht Wochenenden absolvieren musste, um aktiver Feuerwehrmann werden zu dürfen. Für ihn sei das aber keinesfalls Zeitverschwendung gewesen, und Langeweile habe ihn dabei auch nicht geplagt, betont der Nachwuchsfeuerwehrmann.

Keine Zeitverschwendung

»Natürlich ist das ein aufwendiges Hobby, aber ich finde es unglaublich interessant zum Beispiel etwas über die Technik zu lernen«, sagt der angehende Rettungssanitäter, der bereits das deutsche Feuerwehrfitnessabzeichen in Gold und die Leistungsspange (höchstes Jugendfeuerwehrabzeichen) errang.

Feiern gehört dazu

Neben den lebensrettenden Schutzmaßnahmen gehört auch manchmal das Feiern zur Feuerwehr. Schon kurze Zeit nach dem Krieg, im Jahr 1947, wurde erstmals ein Feuerwehrfest – damals noch in einer Scheune – gefeiert. Mittlerweile ist das Feuerwehrfest, das nur alle fünf Jahre veranstaltet wird, zu einer festen Tradition herangewachsen.

Im 100-Einwohner-Dorf präge die Freiwillige Feuerwehr das Bild des Dorfes besonders. Hier gebe es keinen Schützenverein, weshalb das Feuerwehrfest den Höhepunkt des Dorf- und Vereinslebens darstelle, wie Löschgruppenführer Jürgen Wieners erklärt. Somit steige die Spannung auf das näher rückende Ereignis täglich, und alle Mitglieder freuten sich auf viele Besucher.

»Sunlight Garden« spielt

Die Löschgruppe Auenhausen lädt für Samstag, 24. und Sonntag, 25. August, zum Feuerwehrfest ein. Am Samstag beginnen die Feierlichkeiten um 19 Uhr mit dem Umzug durchs Dorf. Anschließend folgt der Tanz im Festzelt hinter dem Dorfgemeinschaftshaus mit der Band »Sunlight Garden«. Am Sonntag halten die Auenhauser um 10 Uhr die Heilige Messe auf dem Dorfplatz ab. Danach klingt das Fest beim Frühschoppen aus.

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