Schulen der Brede setzen im Unterricht auf iPads
Konkurrenz für Kreide und Tafel

Brakel (WB). Walkman, Kaffeemühle, Telefon mit Wählscheibe: In diese Liste »ausgestorbener« technischer Geräte werden sich wohl bald auch einige lieb gewonnene technische Hilfsmittel aus dem Schulalltag einreihen: Die Arbeit mit Folien und Overheadprojektoren, CDs und CD-Playern, DVDs, Videos und den zugehörigen Player gehört vermutlich schon bald der Vergangenheit an.

Donnerstag, 19.09.2019, 00:18 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 01:10 Uhr
Volker Karweg und Bärbel Lüttig inmitten der Klasse 8c des Gymnasiums Brede beim Testen der Möglichkeiten des iPads. Die Tablet-PC sollen an der Brakeler Schule künftig Kreide und Tafel ablösen. Das Kollegium ist angetan. Foto: Kai Hasenbein
Volker Karweg und Bärbel Lüttig inmitten der Klasse 8c des Gymnasiums Brede beim Testen der Möglichkeiten des iPads. Die Tablet-PC sollen an der Brakeler Schule künftig Kreide und Tafel ablösen. Das Kollegium ist angetan. Foto: Kai Hasenbein

Das Tor zu dieser digitalen Zukunft wurde an den Schulen der Brede jetzt ganz weit aufgestoßen: In einem zweiten Digitalisierungsschritt ist in den Sommerferien das gesamte lehrende Personal mit Dienst-iPads ausgestattet worden.

Technische Rafinessen

Donnerstag, 5. Stunde, 10R: Geschichtslehrer Kai Hasenbein hat eine Gruppenarbeit arrangiert, in der die Schüler ihr Wissen zum Stoff aktivieren, der vor den Sommerferien durchgenommen worden ist. Eine Schülerin bringt die Mind-Map ihrer Gruppe nach vorn, per Fingertipp wird die Schülerarbeit über die hochauflösende iPad-Kamera in eine Whiteboard-App befördert und dort mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten der digitalen Tafelsoftware gemeinsam intensiv besprochen und bearbeitet.

»Neben den technischen Raffinessen des iPads und seinen unzähligen für den Unterricht wertvollen Apps schätze ich aber auch einen ganz pragmatischen Vorteil: Seit ich einige Digitallizenzen für Schulbücher erworben habe, ist meine Tasche deutlich leichter«, freut sich Kai Hasenbein über diese orthopädische Annehmlichkeit.

Die Lehrer der Brede haben vor einiger Zeit in einer Konferenz entschieden, im Hinblick auf die Digitalisierung lieber kleine, dafür aber feste und sichere Schritte zu gehen: Nachdem im vergangenen Jahr zunächst 20 iPads im Musikunterricht angeschafft und erprobt worden sind, stellt nun die Anschaffung von 120 Dienst-iPads für alle Lehrerinnen und Lehrer der Bündelschule den nächsten großen Schritt im Rahmen der Digitalisierung des Unterrichts dar. Viele Kollegen nutzten bereits verschiedene interne Schulungsmöglichkeiten, um gut in das neue Schuljahr zu starten. Begleitend bilden professionelle Apple-Teacher die Lehrer fort.

Volker Karweg und Bärbel Lüttig kümmern sich beispielsweise um die Verteilung und Einrichtung der iPads sowie um die Schulung ihrer Kollegen: »Das iPad soll im kommenden Schuljahr die Quelle für möglichst sämtliche Medien sein, ganz gleich ob Bild-, Audio- oder audiovisuelles Medium«, erläutert Volker Karweg die Zielsetzung an der Brede.

In Infrastruktur investiert

Und Bärbel Lüttig ergänzt: »Durch den Einsatz der Dienst-iPads sollen aber nicht nur alte Unterrichtswerkzeuge ersetzt werden. Vielmehr soll es auch um die Erprobung neuer Unterrichtsmaterialien gehen, um neue Unterrichtsmethoden und neue Formen kollegialer Zusammenarbeit, die ohne den Einsatz der iPads nicht oder nur schwer zu realisieren wären.«

Damit dies auch in allen Räumen der Brede funktioniert, ist in der vergangenen Zeit mit großzügiger Unterstützung des Erzbistums Paderborn, aber auch des Fördervereins der Brede sehr viel in die Infrastruktur investiert worden, die gleichzeitig mit der Auslieferung der iPads fertiggestellt worden ist: In allen Räumen der Schule ist für die Lehrer WLAN verfügbar, alle Räume sind mit Beamern, Lautsprechern und Leinwänden ausgestattet. Und: Apple-TVs in allen Räumen sorgen für eine kabellose Verbindung zwischen Beamer und iPad.

Volker Karweg: »Seit Mitte Juli, also seit Beginn der Sommerferien, ist im Lehrerzimmer der Brede ein Gefühl von Weihnachten spürbar: Die am ersten Ferientag eingetroffenen iPads wurden umgehend vom Kollegium entgegengenommen, um bereits während der Ferien ausprobiert.«

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