Sa., 28.09.2019

Rat will über OGS-Anbau in Haushaltsberatungen entscheiden Container sollen weichen, wenn das Geld reicht

Die als Provisorium gedachten Container werden nun schon acht Jahre genutzt. Gerade im Sommer und im Winter herrschen dort alles andere als optimale Bedingungen.

Die als Provisorium gedachten Container werden nun schon acht Jahre genutzt. Gerade im Sommer und im Winter herrschen dort alles andere als optimale Bedingungen. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Brakel (WB). Dass die Container – offiziell Pavillons genannt -, die der Grundschule Brakel seit acht Jahren als Behelfsräume für die Offene Ganztagsschule (OGS) dienen, durch einen Anbau ersetzt werden müssten, das stellt kein Brakeler Kommunalpolitiker in Frage. Der Knackpunkt: Die Verwirklichung des Projektes schlüge mit knapp 1,2 Millionen Euro Kosten zu Buche.

Der Rat beschloss daher in seiner jüngsten Sitzung zunächst nicht, die nötigen Mittel im Haushaltsplan 2020 bereitzustellen. Das Projekt soll nun Bestandteil der Haushaltsberatungen werden.

Übergangslösung

Als 2010 die Übergangslösung beschlossen wurde, waren die Schülerzahlen allgemein rückläufig, so dass davon ausgegangen werden konnte, dass in den nächsten Jahren nicht genutzte Klassen für die OGS zur Verfügung stehen.

Diese Entwicklung ist jedoch nicht eingetroffen. Damals war die OGS um 25 Plätze auf 75 erweitert worden. Heute nutzen 112 Kinder die OGS. Inzwischen reicht der Platz nicht mehr aus – selbst mit Containern.

»Das war damals bestimmt eine gute Idee“, erklärte Schulleiterin Maria Komm. Die Grundschule gehe aber heute auf eine stabile Sechs- beziehungsweise Siebenzügigkeit mit dem Teilstandort Hembsen zu. »Wir haben eine Warteliste für Plätze in der OGS. Noch ist die nicht sehr lang. Das kann sich aber schnell ändern«, erläuterte die Pädagogin den Ratsmitgliedern.

Hinzu komme: Nach den Plänen der großen Koalition sollen Eltern in Deutschland ab 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Kinder im Grundschulalter haben.

Es fehle in der Schule schon jetzt unter anderem an Räumen für Förderung und Arbeitsgemeinschaften. »Die Erweiterung der OGS um eigene Räume würde uns zwei Räume zurückbringen«, berichtete Komm.

Schimmel und Gerüche

Nadine Beyermann, Leiterin der OGS, beschrieb, dass die Container bei der Hitze des Sommers alles andere als ideal seien. Jetzt in der Übergangszeit sei es in diesen erträglich. »Sobald aber die Heizung aufgedreht werden muss, kommt es zu unangenehmen Gerüchen – das ist mit Sicherheit der Gesundheit nicht förderlich«, beschrieb sie. Immer wieder sei es auch zu Schimmelbildung gekommen, die habe beseitigt werden müssen.

Architektin Ines Koßmann stellte Pläne für einen Anbau vor mit vier Unterrichtsräumen, einen Raum zum Toben unter anderem für Kinder mit ADHS-Problematik, einem Büro, einem Personalraum und einer Teeküche.

Johannes Tobisch (UWG/CWG) sieht wie die anderen Kommunalpolitiker auch Handlungsbedarf. »Die Pavillon-Lösung war an sich auf etwa drei Jahre angelegt. Die Verwaltung sollte nach Fördermöglichkeiten für den Anbau suchen“, empfahl er.

Die Kommunalpolitiker wollen die Entscheidung über den Anbau im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen fällen.

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