Sa., 05.10.2019

In Brakel entsteht eine 6200 Quadratmeter große Blühwiese Gedeckter Tisch für Bienen

Eine Biene nähert sich einer Sonnenblume. Am östlichen Stadtrand soll eine Blühwiese entstehen, wo die Insekten vielfache Möglichkeiten finden, sich zu ernähren. Es können Patenschaften für verschieden große Parzellen übernommen werden.

Eine Biene nähert sich einer Sonnenblume. Am östlichen Stadtrand soll eine Blühwiese entstehen, wo die Insekten vielfache Möglichkeiten finden, sich zu ernähren. Es können Patenschaften für verschieden große Parzellen übernommen werden. Foto: dpa

Von Reinhold Budde

Brakel (WB). Das Insektensterben in Deutschland geht unaufhörlich weiter, weil die Tiere zu wenig Nahrung finden. Dort, wo vor einigen Jahren noch etliche »Kleinflieger« brummten und summten, ist es jetzt still geworden. Daher soll jetzt eine Blühwiese für Biene und Co. entstehen.

In Brakel haben sich Naturfreunde zusammengefunden und die Interessengemeinschaft »Annenbiene« gebildet, um das Insektensterben ein klein wenig aufzuhalten. Hierzu soll eine 6200 Quadratmeter große Blühweise angelegt werden.

Die Idee hatte Rudolf Mönikes. Er ist durch einen Artikel auf die nachahmenswerte Aktion aufmerksam geworden. Ein Landwirt hat zur Rettung der Biene einen Feldversuch unternommen und einen großen Acker dafür zur Verfügung gestellt.

Nicht allein zu stemmen

Mönikes erkundigte sich bei dem Landwirt aus Bayern genauer über das Projekt. »Ich fand das sehr interessant und überlegte, ob das nicht auch in Brakel funktionieren würde«, sagt Rudolf Mönikes, »doch alleine kann man so eine Aktion nicht stemmen.«

Nun musste noch ein Acker her, der von einem Landwirt zur Verfügung gestellt wird. »Die Suche danach war schon etwas schwieriger, denn der Acker sollte nicht fernab von Brakel liegen. Aber wir hatten Glück«, erklärt Mönikes. Die Naturfreunde können jetzt einen 6200 Quadratmeter großen Acker am östlichen Stadtrand von Brakel als Blühwiese nutzen. Natürlich nicht kostenfrei. Der Landwirt bereitet den Boden für die Einsaat vor, bringt das Saatgut ein und hat auf diesem Stück Land keine eigene Ernte. Die Arbeiten des Landwirts und der Ernteausfall müssen finanziert werden.

Patenschaften

Die Finanzierung soll über Patenschaften geregelt werden. Jeder Insektenliebhaber oder Naturfreund kann sich an der Blühwiese beteiligen. »Wir bieten Parzellen mit 50 und 100 Quadratmeter Fläche an. Gepachtet wird für ein Jahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Die kleine Parzelle kostet einmalig 30 Euro, die große 60 Euro. »Mit diesem Projekt möchten wir auch Kindergärten und Schulen mit ins Boot holen«, sagt Mönikes.

Zwei unterschiedliche Saatmischungen sollen verwendet werden. Welche, wissen die Bienenfreunde noch nicht. Aber die Fachhochschule Höxter wird beraten und anhand der Bodenbeschaffenheit und klimatischen Bedingungen passendes Saatgut empfehlen. Noch im Herbst oder später im Frühling erfolgt die Einsaat, je nach Mischung.

Fortsetzung möglich

»Und dann warten wir ab, was passiert. Wir hoffen, eine bunte Blühwiese wächst heran«, sagt Rudolf Mönikes. Auf dem Acker soll nun der Tisch gedeckt werden, an dem die verschiedensten Arten Insekten, Schmetterlinge und weitere Nahrung, Unterschlupf und ihresgleichen finden. Und ist das Projekt erfolgreich, wird es fortgesetzt. Möglicherweise auch auf einer größeren Fläche.

Wer sich über das Projekt »Blühwiese« umfassend informieren möchte, kann dies im Internet machen. Auf der Internetseite kann auch eine Patenschaft beantragt werden.

www.annenbiene.de

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