Sa., 12.10.2019

Malteser Hilfsdienst Brakel feiert beim Michaelis-Markt 50. Geburtstag Am Anfang stand ein Mann

Der Führungskreis der Malteser in Brakel im Jahr 1982 bestand aus acht Personen: Ulrich Bertels (von links), Elmar Nolte, Andreas Gröger, Wolfgang Lasch, Willi Lange, Herbert Knoke, Ulrich Lasch und Michael Kollnischko.

Der Führungskreis der Malteser in Brakel im Jahr 1982 bestand aus acht Personen: Ulrich Bertels (von links), Elmar Nolte, Andreas Gröger, Wolfgang Lasch, Willi Lange, Herbert Knoke, Ulrich Lasch und Michael Kollnischko. Foto: Malteser Hilfsdienst

Brakel (WB/AZ). Erste Hilfe, Ausbildungen, Katastrophenschutz, Sanitätsdienste, Jugendgruppe: Die Malteser in Brakel sind heute breit aufgestellt, wenn es um ihre Einsatzgebiete geht. Das war nicht immer so. Insbesondere, weil die Malteser hier vor 50 Jahren mit nur einem Mann gestartet sind, der zum Stadtbeauftragten ernannt worden war: Herbert Knoke.

Einen Einblick in die Historie des Hilfsdienstes wollen die Mitglieder am Wochenende während des Michaelis-Marktes geben. Historische Einsatzfahrzeuge sollen zu sehen sein, im Rahmen einer Ausstellung außerdem historische Münzen, Urkunden oder Bücher aus mehreren Jahrhunderten. Die Ausstellung wird vom Förderverein Melitensia des Malteser-Hilfsdienstes im Erzbistum Paderborn organisiert.

Anzahl der Helfer stieg

Nach der Gründung der Malteser vor 50 Jahren sei die Anzahl der Helfer stetig, aber nach Auskunft des Gründervaters Knoke, langsam gestiegen, wie die Malteser mitteilen. Die Grundlage für die heutige Arbeit sei nach der Gründung mit umfassenden Ausbildungsmaßnahmen der Bevölkerung gelegt worden. Der Fokus lag dabei nicht nur auf der Ersten Hilfe. Gelehrt wurde auch, wie sportliche Veranstaltungen im Raum Höxter/Warburg mit Sanitätsdiensten betreut werden.

Diese Aufgabe hat der Hilfsdienst bis heute inne und betreut zum Beispiel das Gartenfest rund um das Schloss Corvey, das Volksfest Annentag oder die Open-Air-Konzerte in Beverungen.

Großer Sprung

Einen großen Sprung machte der Hilfsdienst im Jahr 1971. »Ein Meilenstein war für uns die Übernahme des 31. Zivilschutz-Sanitätskrankentransportzuges Rheinland-Westfalen-Lippe Ostern 1971. Dadurch verfügte der Malteser Hilfsdienst von heute auf morgen über persönliche und sächliche Ausrüstung. Erst später kamen auch entsprechende Fahrzeuge hinzu«, informiert Ausbildungsleiterin Annette Gödde.

In Geduld üben mussten sich die Malteser der Anfangsstunden auch bezüglich ihrer Unterkunft. Die bezogen sie erst 1978, also neun Jahre nach der Gründung. Ihren Platz fanden sie für die folgenden 29 Jahre in der Warburger Straße 16.

Krankentransporte

Die Malteser arbeiteten in ihrer Geschichte häufig mit anderen Institutionen zusammen, wie der Bundeswehr, aber auch der Stadt Brakel. Nach und nach kamen dadurch weitere Aufgaben hinzu, die der Hilfsdienst entweder bis heute oder nur temporär ausübten. »Bis zum Jahr 1982 unterstützte der Malteser-Hilfsdienst die Krankentransporte und den Rettungsdienst der Stadt Brakel.« Heute unterstützt der Hilfsdienst bei Katastrophen den Rettungsdienst und die Feuerwehr, wenn zusätzliches Personal benötigt wird.

Darüber hinaus waren die Brakeler Malteser dafür zuständig, dass es bei Verpflegungseinsätzen Gulaschsuppe gab. Annette Gödde betont in einer Mitteilung, dass besonders die Transporte behinderter Kinder für den Sonderkindergarten in Erkeln, die sie fünf Jahre übernahmen, eine wichtige Aufgabe dargestellt hätten. Ebenso bedeutend waren die Hilfstransporte nach Rumänien, die Anfang der 1990er Jahre begonnen hatten. Mit Lebensmitteln, Bekleidung, medizinischen Geräten, Spielzeug und Haushaltsgegenständen sowie Geldspenden hatten sich 1990 zehn Freiwillige auf den Weg nach Rumänien gemacht, um unter anderem den Familien, einem Kinderkrankenhaus und einem Schülerwohnheim dort zu helfen.

Arbeit mit Kindern

Groß geschrieben wird bei den Maltesern seit langer Zeit die Arbeit mit Kindern. »Seit vielen Jahren betreuen ehrenamtliche Helfer aus Brakel in den Sommerferien rund 5000 Kinder aus ganz NRW auf der niederländischen Nordseeinsel Ameland«, sagt Gödde. Außerdem hat der Hilfsdienst eine eigene Jugend- sowie eine Kindergruppe.

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