Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Dacherneuerung am Schloss Rheder
Sandstein löst sich langsam auf

Brakel-Rheder(WB). 200 und mehr Jahre – so lange kann ein in Sandstein gedecktes Dach halten – kann, muss aber nicht. Diese Erfahrungen machen gerade Gabriele Freifrau von Spiegel und ihr Sohn Ferdinand Freiherr von Spiegel, denn: Das um 1950 eingedeckte Dach des Schlosses ist in einem schlechten Zustand.

Freitag, 24.01.2020, 04:24 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 05:00 Uhr
Obwohl es noch nicht so alt ist, ist das Dach des Schlosses Rheder erneuerungsbedürftig. Immer wieder lösen sich dünne Schichten der Dacheindeckung. In den kommenden zwei Jahren soll das Projekt verwirklicht werden. Foto: Frank Spiegel
Obwohl es noch nicht so alt ist, ist das Dach des Schlosses Rheder erneuerungsbedürftig. Immer wieder lösen sich dünne Schichten der Dacheindeckung. In den kommenden zwei Jahren soll das Projekt verwirklicht werden. Foto: Frank Spiegel

„Es regnet zwar noch nicht durch, aber vom Sandstein lösen sich bei Wind regelmäßig dünne Schichten. Das verbaute Material war einfach zu dünn und von schlechter Qualität“, berichtet Ferdinand Freiherr von Spiegel.

Schlechte Qualität

„Die linke Seite der Vorburg zum Beispiel hat fast 300 Jahre gehalten“, nennt er einen Beleg für die ganz offensichtlich schlechte Qualität der 1950 verwendeten Dacheindeckung. Eine Sanierung sei deshalb unumgänglich. In vier Bauabschnitten soll diese über einen Zeitraum von zwei Jahren erfolgen.

Dass diese Sanierung finanziell zu stemmen ist, dazu trägt auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bei. Dank der Lotterie Glücks-Spirale, stellt diese 44.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag hat Kristin Wichert, Vorsitzende des Ortskuratoriums Paderborn der DSD, Gabriele Freifrau und Ferdinand Freiherr von Spiegel übergeben. „Schloss Rheder gehört zu den mehr als 470 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel von West-Lotto aus der Lotterie Glücksspirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte“, erläutert Wichert.

Wie Matthias Petri, Inhaber von zwei Lotto-, Post- und Tabak-Geschäften, ergänzt, sei nicht überall bekannt, dass rund 40 Prozent der Spieleinsätze der Tipper bei West-Lotto an den Landeshaushalt NRW gehen und so wiederum gesellschaftlichen Trägern zugutekommen. „Jährlich sind das etwa 630 Millionen Euro. Davon werden zum Beispiel Kindertagesstätten, Sportvereine oder eben der Denkmalschutz unterstützt“, berichtet Jutta Viktoria Dewenter, Regionalleiterin von West-Lotto.

Nur noch eckige Platten

Kristin Wichert und Renate Ortner aus Dringenberg, ebenfalls Mitglied im Ortskuratorium Paderborn, sind sich sicher, dass das Geld im Schloss Rheder gut angelegt ist. Die Dacheindeckung ist aus Wesersandstein im Bibersandstein-Format. „Das wird leider nicht mehr möglich sein“, bedauert Gabriele Freifrau von Spiegel. Derartige Steine gebe es inzwischen nicht mehr und wenn, dann seien sie unbezahlbar.

Das neue Dach des Schlosses wird deshalb wie auch die Vorburg mit rechteckigen Platten eingedeckt – und an diese zu kommen, ist schon aufwändig genug. „Die zerstörten Steine werden durch geborgenes Altmaterial von anderen Dächern ersetzt“, erläutert Kristin Wichert. Denn nicht immer sei es möglich, ein Denkmal zu erhalten. Das sei insbesondere dann der Fall, wenn dieses nicht mit Leben erfüllt werde.

Um so mehr freut sie sich, dass das im Schloss Rheder sehr wohl der Fall ist. Abgesehen davon, dass es bewohnt ist, ist es regelmäßig Schauplatz kultureller Veranstaltungen, man kann dort heiraten und feiern, und nicht zuletzt ist die Parkscheune am Weidenpalais ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Fahrradfahrer.

Ein Denkmal mit Leben

Die Vorsitzende des Ortskuratoriums hob zudem hervor, dass sich der Kreis Höxter, die Stadt Brakel und nicht zuletzt Rheder selbst sehr glücklich schätzen könnten, mit Schloss und Vorburg ein Ensemble vorfinden zu können, das noch genau so erhalten sei, wie Conrad Schlaun es geplant habe.

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