Staatssekretärin Serap Güler zeichnet Berufskolleg Kreis Höxter aus und übernimmt Patenschaft
Ohne Rassismus – mit Courage

Brakel (WB). Eine offene Gesellschaft, die keine Diskriminierung duldet und vor Rassismus und Gewalt nicht die Augen verschließt, sondern nachdrücklich Flagge zeigt für ein einvernehmliches Miteinander in Vielfalt und gegenseitigem Respekt: Diese Vision ist für die Schulgemeinde des Berufskollegs Kreis Höxter eine zentrale Richtschnur.

Donnerstag, 05.03.2020, 20:44 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 20:50 Uhr
Die Plakette weist das Berufskolleg Kreis Höxter als Schule ohne Rassismus aus: Rüdiger Gleisberg (von links, Regionalkoordinator vom Kommunalen Integrationszentrum), Schulleiter Michael Urhahne, Brakels Bürgermeister Hermann Temme, Landrat Friedhelm Spieker, Michael Stickeln, Sprecher der Bürgermeister, Staatssekretärin Serap Güler, Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, Filiz Elüstü (Leiterin Kommunales Integrationszentrum), Kreisdirektor Klaus Schumacher, Dominic Gehle (Leiter der Abteilung Bildung und Integration des Kreises Höxter) und Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs setzen gemeinsam ein Zeichen. Foto: Sabine Robrecht
Die Plakette weist das Berufskolleg Kreis Höxter als Schule ohne Rassismus aus: Rüdiger Gleisberg (von links, Regionalkoordinator vom Kommunalen Integrationszentrum), Schulleiter Michael Urhahne, Brakels Bürgermeister Hermann Temme, Landrat Friedhelm Spieker, Michael Stickeln, Sprecher der Bürgermeister, Staatssekretärin Serap Güler, Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, Filiz Elüstü (Leiterin Kommunales Integrationszentrum), Kreisdirektor Klaus Schumacher, Dominic Gehle (Leiter der Abteilung Bildung und Integration des Kreises Höxter) und Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs setzen gemeinsam ein Zeichen. Foto: Sabine Robrecht

Kreis-Berufskolleg als „Schule gegen Rassismus“ ausgezeichnet

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Lehrer und Schüler bekennen sich zum Zusammenhalt der Kulturen und leben dieses Ideal auch vor. Davon künden Projekte, die eine breite Öffentlichkeit erreichen, und seit neuestem auch die Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Bundesweites Netzwerk

Dieser Titel, der das Berufskolleg zum Teil eines bundesweiten Netzwerks macht, ist keine Auszeichnung für geleistete Arbeit, sondern eine Selbstverpflichtung. Die Schulgemeinde übernimmt Verantwortung für ein Klima ohne Rassismus und Diskriminierung.

Die Patenschaft übernehmen Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Familie und Flüchtlinge, und Suat Yilmaz, Leiter der landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren. Staatssekretärin Serap Güler übergab die Plakette, die das Berufskolleg als „Schule ohne Rassismus“ ausweist, in einer Feierstunde an Schulleiter Michael Urhahne und Landrat Friedhelm Spieker.

Den Hinweis des Schulleiters, dass von den 2500 Schülern des Berufskollegs 581 eine Zuwanderungsgeschichte mitbringen, griff die Staatssekretärin auf. „Wo Ihr Eure Heimat seht, das entscheidet Ihr selbst. Wenn Ihr sagt, das Deutschland Eure Heimat ist – was uns alle sehr freuen würde –, dann lasst Euch von niemandem einreden, dass das nicht so ist“, stärkte sie den Schülern mit Migrationshintergrund den Rücken.

In dem Zusammenhang lobte Serap Güler das Berufskolleg für die Einrichtung der Internationalen Förderklasse für junge Geflüchtete und auch für die Projekte der seit 2015 bestehenden Gruppe „KraftArt“. Diese Initiativen seien ein Zeichen dafür, „dass Sie die Integration nicht nur hochhalten, sondern auch vorleben.“

Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den Anschlägen von Halle und Hanau seien alle, die einen demokratischen Kompass haben, geschockt darüber, dass es immer noch Menschen gibt, die die Zugehörigkeit anderer in der Gesellschaft in Frage stellen und in ihrer Intoleranz vor Gewalt nicht zurückschrecken. „Wir sollten uns nicht entmutigen lassen“, appellierte die Staatssekretärin.

Kraft und Größe

Und sie rief dazu auf, sich an den Angehörigen der Opfer von Hanau zu orientieren, die trotz des Verlusts eines lieben Menschen bei der zentralen Trauerfeier die Kraft und die Größe dazu gehabt hätten, klar zu bekräftigen, dass Deutschland ihre Heimat sei. „Wenn wir das in Frage stellen, hat der Täter gewonnen“, skizzierte Serap Güler eine Haltung, die sie tief bewegt hat und deren Botschaft auch die vielen engagierten jungen Menschen im Kreisberufskolleg in ihrem Tun bestärkt.

Dieses wird die Staatssekretärin als Patin begleiten, sicherte sie auf Nachfrage einer Schülerin zu. Ein bis zweimal im Jahr werde sie es hoffentlich schaffen, die Patenschule zu besuchen.

Anreize dazu lieferten bei der Feierstunde engagierte Schülerinnen und Schüler, die Projekte zur Integration und zum gemeinschaftlichen Miteinander vorstellten. Victoria Lang von der Schülervertretung (SV) hob hervor, dass Zusammenhalt und Stärke in der heutigen Zeit wichtiger denn je seien.

„Wir hören nicht auf, für Gerechtigkeit und Courage zu kämpfen. Wir versprechen, in Zukunft stark zu bleiben.“ Als eines der konkreten Projekte nannte sie die von der SV organisierte Weihnachtsfeier, deren Erlös für Familien in Idlib, Syrien, bestimmt war.

Hannah Winkel, die vor dem Abitur mit Schwerpunkt Erziehung und Soziales steht, erläuterte das neue Schulfach „Being Social“ (Sozial sein). „Wir hatten die Ehre, der allererste Jahrgang in diesem Fach zu sein.“ Die Schüler engagieren sich ehrenamtlich. „Dabei wird die Gesellschaft zu unserem Lernort.“

Die Gruppe „KraftArt“ biete den Schülern ebenfalls die Möglichkeit, sich außerschulisch sozial zu engagieren. Zu den Initiativen der Gruppe gehörte die viel beachtete, mit jungen Geflüchteten aus der Internationalen Förderklasse gestaltete Kunstausstellung „Simply Human“ .

Engagement stärken

Für diese und weitere Projekte dankte Schulleiter Michael Urhahne auch den Lehrerinnen Marita Menne, Marei Koch und Anja Multhaup. „Unsere Schule wirkt damit in das Gemeinwesen und die Gesellschaft hinein“, sagte er. Mit dem Titel „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ solle dieses Engagement nun eine Stärkung erfahren.

Landrat Friedhelm Spieker hob hervor, dass die Schulen in der Integration eine hervorragende Arbeit leisten. Das Berufskolleg sei die siebte Schule der Bildungsregion, die den Titel erworben habe. „An drei weiteren Schulen laufen die Planungen für eine Auszeichnung in diesem Jahr.“

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