Hampenhausener Landwirt Michael Waldeyer investiert in eigenen Brunnen
„Wasser marsch“

Hampenhausen (WB). „Die Entscheidung zum Brunnenbau habe ich getroffen, als ich zu Beginn des Jahres einen Blick auf meine Wasserabrechnung geworfen habe“, sagt Landwirt Michael Waldeyer. Bei 3000 Kubikmetern Wasserverbrauch im Jahr macht sich eine Preissteigerung deutlich bemerkbar – daher hat er nun selbst die Initiative ergriffen.

Sonntag, 22.03.2020, 23:31 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 05:01 Uhr
Eine lange blaue Röhre und etwas lockere Erde sind alles, was man vom neu gebauten Brunnen von Landwirt Michael Waldeyer (links) aktuell sieht. Markus Scherf (von links), Igor Altuchow und Lars Findler von der Baufirma haben ganze Arbeit geleistet. Foto: Wiedemeier
Eine lange blaue Röhre und etwas lockere Erde sind alles, was man vom neu gebauten Brunnen von Landwirt Michael Waldeyer (links) aktuell sieht. Markus Scherf (von links), Igor Altuchow und Lars Findler von der Baufirma haben ganze Arbeit geleistet. Foto: Wiedemeier

Eine lange blaue Röhre, die aus dem Boden ragt, und etwas lockere Erde sind alles, was man vom neu gebauten Brunnen am Hof in Hampenhausen aktuell sieht. „Wir haben 50 Meter tief in den Boden gebohrt und auch einen unterirdischen Graben zum Kessel im einige Meter entfernten Technikraum ausgehoben“, erklärt Lars Findler von der Firma „Bunse Bohr und Brunnenbau“ das Vorgehen vor den Corona-Einschränkungen.

Bislang hat Waldeyer sein Wasser direkt von der Stadt Brakel bezogen und wird dies für den Privatgebrauch auch weiterhin tun. Doch für den landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem Waldeyer Sauen, Ferkel und Mastschweine hält sowie Ackerbau betreibt, ist ihm dies schlicht zu teuer geworden. „Es war eine rein wirtschaftliche Entscheidung“, argumentiert er. Waldeyer hat die Betriebsstelle in Hampenhausen vor mehr als 20 Jahren geerbt.

Eine weitere Betriebsstelle des landwirtschaftlichen Betriebs befindet sich in Auenhausen. Auf die ein oder andere Weise investieren würde er jedes Jahr – in diesem Jahr sei eben der Brunnenbau das Hauptprojekt.

„Wir stehen im internationalen Wettbewerb, das wird oft vergessen“, sagt Waldeyer über die nötige Kostenkalkulierung. Bei einer weniger rasanten Preissteigerung sei er womöglich gar nicht auf die Idee gekommen, sich selbst mit Wasser zu versorgen. Schließlich sei der Brunnen auch eine Technik, die man langfristig in Stand halten muss. Nachdem der Kubikmeterpreis sich in Brakel in den vergangenen drei Jahren jedoch mehr als verdoppelt hat, muss der Landwirt schon jetzt rund 250 Euro mehr pro Monat veranschlagen – und der Preis soll noch weiter steigen (das WB berichtete).

„Das Wasser in Brakel war zuvor aber auch sehr günstig“, setzt Findler die Preise in Relation zu seinen Erfahrungen in anderen Regionen. Dennoch: Den Geschäftsführer erreichen immer mehr Anfragen von Landwirten aus dem Brakeler Raum.

Auch in Hampenhausen ist Michael Waldeyer nicht der erste, der umsteigt. „Meines Wissens nach haben die meisten meiner Kollegen sich aber vorwiegend deshalb für einen Brunnen entschieden, weil ihre Ställe fernab der städtischen Leitungen liegen“, so Waldeyer.

Rentieren soll der Brunnen sich laut Baufirma in spätestens drei Jahren. „So ein Bau lohnt sich ab einer Betriebsgröße von etwa 40 Kühen oder 500 Schweinen“, meint Findler. In rund einem Monat ist nun der Hauptteil der Arbeit geleistet worden. Jetzt soll der Brunnen in Betrieb gehen. Dann heißt es „Wasser marsch“ auf dem Hof Waldeyer in Hampenhausen.

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