Am Ostersonntag läuten in allen Kirchen landesweit um 9.30 Uhr die Glocken zum Beginn des Tagesgebetes
„Wer an Ostern glaubt, kann nicht verzweifeln“

Brakel (WB). Der katholische Pfarrer Wilhelm Koch aus Brakel richtet ein „Wort zu Ostern“ an alle Gläubigen. Seine Motto besonders in Zeiten der Corona-Pandemie: „Wer an Ostern glaubt, kann nicht verzweifeln“.

Freitag, 10.04.2020, 10:42 Uhr aktualisiert: 12.04.2020, 09:38 Uhr
Aufgrund der Quarantänevorschriften im Seniorenheim St. Antonius in Brakel segnete Pfarrer Koch aus der Distanz in den Händen von Schwester Sigrun und Schwester Anselma die Palmzweige, da der Gottesdienst in der Kapelle ausfiel – wie überall! Nach der Segnung wurden die gesegneten Zweige an die Bewohnerinnen und Bewohner im Senioren-heim verteilt. Das Tor zwischen den Schwestern und Pfarrer Koch macht deutlich, wie wichtig Distanz in diesen Tagen ist! Segnung einmal anders. Foto:
Aufgrund der Quarantänevorschriften im Seniorenheim St. Antonius in Brakel segnete Pfarrer Koch aus der Distanz in den Händen von Schwester Sigrun und Schwester Anselma die Palmzweige, da der Gottesdienst in der Kapelle ausfiel – wie überall! Nach der Segnung wurden die gesegneten Zweige an die Bewohnerinnen und Bewohner im Senioren-heim verteilt. Das Tor zwischen den Schwestern und Pfarrer Koch macht deutlich, wie wichtig Distanz in diesen Tagen ist! Segnung einmal anders.

Hier das geistliche Wort zu diesem so völlig anderen Osterfest 2020:

Liebe Schwestern und Brüder, die Freude und der Friede des Auferstandenen sei mit Ihnen allen. Christus ist auferstanden, Halleluja! In vielen Sprachen rufen sich Christen am Ostertag auf der ganzen Welt diese erfreulichste aller Freudenbotschaften zu. Dietrich Bonhoeffer, der im April 1945 im Konzentrationslager ermordet wurde, hat uns einen wunderbaren Satz hinterlassen: „Wer an Ostern glaubt, kann nicht verzweifeln.“

Liebe Schwestern und Brüder, viele Menschen verzweifeln in diesen Tagen wegen der schrecklichen Krise, die in unserer Welt herrscht. „Wer an Ostern glaubt, kann nicht verzweifeln.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Hand Gottes sehen, die Hand, die sich dem auferstandenen Sohn entgegenstreckt. Gott streckt sie auch uns entgegen. In der Lesung der Osternacht heißt es im Römerbrief: „Wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters auferweckt wurde, so sollen wir auch als neue Menschen leben“ (Röm 6,4).

Die Hand des Vaters streckt sich uns in diesen Tagen ganz besonders entgegen, nämlich in unserer Verzweiflung, unserer Angst, in unseren Bedrängnissen, in unserer Einsamkeit, in all unseren Nöten. Dietrich Bonhoeffer sagt, wenn wir an Ostern glauben, brauchen wir nicht zu verzweifeln. Ich wünsche Ihnen, dass Sie spüren, wie damals die Jünger, der Glaube an Gott macht uns stark. Vielleicht können wir ja auch mit dem Osterlied unseren Glauben festigen, nämlich wenn wir singen: „Verklärt ist alles Leid der Welt, des Todes Dunkel ist erhellt. Der Herr erstand in Gottes Macht, hat neues Leben uns gebracht“ (GL 329).

Liebe Schwestern und Brüder, „Wer an Ostern glaubt, kann nicht verzweifeln.“ Ich wünsche Ihnen im Namen des gesamten Teams, dass der Glaube an den auferstandenen Christus Ihnen gerade in diesen Tagen Kraft schenken möge, gegen alles Dunkel der Tage und gegen alle Verzweiflung. Am Ostersonntag, wenn in allen Kirchen landesweit und auch in Brakel um 9.30 Uhr die Glocken läuten, lade ich Sie ganz herzlich ein, mit uns allen das folgendes Tagesgebet zu sprechen: „Allmächtiger und ewiger Gott, du bist unsere Zuflucht in jeder Gefahr; an dich wenden wir uns in unserem Schmerz und bitten dich voll Vertrauen: Hab Erbarmen mit unserer Not. Gewähre den Verstorbenen die ewige Ruhe, tröste die Trauernden, heile die Kranken. Schenke den Sterbenden den Frieden, den Pflegenden Stärke, den Verantwortungsträgern Weisheit und ermutige alle, sich einander in Liebe zuzuwenden, damit wir gemeinsam deinem heiligen Namen die Ehre erweisen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.“

In allen Kirchen und Kapellen der Gemeinden unseres Pastoralen Raumes brennt für Sie die Osterkerze. Weiterhin stehen auch Gebetshilfen und kleine Osterkerzen kostenlos zum Mitnehmen für Sie bereit. Nehmen Sie auch ruhig eine Kerze für Ihre Nachbarin oder Ihren Nachbarn mit. Herzliche Grüße, gesegnete Ostern und Gottes reichen Segen,

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