Maria Queren verteilt in Auenhausen Geschenke
Masken für das ganze Dorf genäht

Brakel-Auenhausen(WB) In der Woche vor Ostern wunderten sich die Auenhauserinnen und Auenhauser ein wenig, als Maria Queren mit einem Korb durch das Dorf marschierte und einen Umschlag in jeden Briefkasten legte. Darin enthalten waren eine selbst genähte Mund- und Nasenmaske mit Anleitung zum sterilen Reinigen und richtigen Tragen des Schutzes. Ein außergewöhnliches Ostergeschenk, das von Engagement und Solidarität für das eigene Dorf in besonderen Zeiten zeugt.

Mittwoch, 15.04.2020, 02:22 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 05:03 Uhr
In diesem Zimmer hat Maria Queren einen gesamten Tag gesessen, um 45 Masken für das Dorf herzustellen. Aktuell arbeitet sie schon wieder an neuen Projekten: Derzeit näht sie kleine Plüschelefanten zum Kuscheln. Foto: Ellen Waldeyer
In diesem Zimmer hat Maria Queren einen gesamten Tag gesessen, um 45 Masken für das Dorf herzustellen. Aktuell arbeitet sie schon wieder an neuen Projekten: Derzeit näht sie kleine Plüschelefanten zum Kuscheln. Foto: Ellen Waldeyer

Die Idee, Masken zu nähen, sei ihr schon lange durch den Kopf gegangen, berichtet sie. Man habe immerhin häufig von Orten wie Jena gehört, die schon eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit anordneten. „Wer weiß, wann das bei uns kommt. Ich kann es mir gut vorstellen, dass wir schon bald alle selbst Masken tragen müssen“, erklärt sie.

45 Familien bedacht

Zunächst nähte sie die Mund- und Nasenmaske für ihre eigene Familie und kam auf die Idee, auch Nachbarn mit diesem Schutz auszustatten. Allerdings wollte sie niemanden ausgrenzen. „Wenn, dann brauchen wir doch alle eine Maske und nicht nur einige wenige“, meint die Hobbyschneiderin, die mit ihren genähten Accessoires und Kleidungsstücken schon einige Weihnachtsmärkte der Umgebung bestückte.

Sie zögerte nicht lange und entschied, dass sie jedem Haushalt eine Maske zur Verfügung stellen wollte. „Erst dachte ich mir, dass wir ja nur ein kleines Dorf sind, wo nicht viele Menschen leben. Aber beim Durchzählen bin ich dann doch auf 45 Familien gekommen, denen ich eine Maske schenken wollte“, so Maria Queren.

Einen gesamten Tag verbrachte sie zuhause an ihrer Nähmaschine, um die vielen Masken fertigzustellen.

Anleitung aus dem Internet

Die Anleitung dafür nahm sie von der Homepage der Stadt Essen, die schon vor einiger Zeit eine offizielle Nähanleitung für eine Mund- und Nasenmaske ins Internet gestellt hatte. Dabei achtete sie darauf, die Masken später ordnungsgemäß auszukochen und heiß zu bügeln, um die Hygiene zu gewährleisten.

Als Stoff für so viele Masken nahm sie einfach alte Bettwäsche, die noch bei ihr im Schrank lag. „Die hat eine sehr gute Qualität, ist hitzebeständig, und davon konnte ich natürlich einige Meter Stoff nutzen“, sagt die Auenhauserin. Außer der aufgewendeten Zeit kostete sie diese Arbeit also nichts. In der Corona-Krise suche man häufig nach Beschäftigung, und am Nähen habe sie schon seit sie ein kleines Mädchen gewesen sei viel Freude gehabt, weshalb diese Geste für sie eine Selbstverständlichkeit darstelle.

Der Dank und die Anerkennung für ihre Aktion waren enorm groß. „Es haben sich etliche Auenhauser zurückgemeldet und bedankt. Einige haben sogar kleine Präsente geschickt, was mich sehr gerührt hat. Aber dafür habe ich das ja nicht gemacht“, betont sie.

Maria Queren sieht diese außergewöhnliche Zeit als eine Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden. Ohne Stress und Aufruhr denke man viel mehr daran, wie man zufrieden bleiben und auch wie man seinen Nächsten helfen könne. „Wir müssen doch gerade jetzt an alle denken, nicht nur an uns selbst.“

Neue Projekte

Ihre nächsten Projekte sind zum einen Plüschtiere, aber auch einige Accessoires und Schmuckstücke für den kleinen Weihnachtsmarkt, den sie schon seit etwa zehn Jahren in ihrer heimischen Scheune in Auenhausen organisiert. „Natürlich in der Hoffnung, dass Corona solche Veranstaltungen bis dahin wieder zulässt. Ich bin da aber sehr optimistisch”, erzählt Maria Queren mit einem Lächeln.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7369358?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851041%2F
Neuer Vertrag? Lucoqui kommt passend in Schwung
Anderson Lucoqui (23) ist seit vier Spielen Linksverteidiger Nummer eins beim DSC Arminia. Sein Vertrag läuft aus.
Nachrichten-Ticker