Alle Vorführungen in Bökendorf sind für 2020 abgesagt
Kein Theater auf der Bühne

Bökendorf (WB). In diesem Jahr hätte die Freilichtbühne Bökendorf ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert – ein langer Zeitraum, in dem einige Premieren gefeiert und unzählige Gäste im Hasenholz unterhalten wurden. Durch die Corona-Pandemie ist jedoch ein Ereignis eingetreten, das in der bewegten Geschichte der Bühne einmalig ist: Die Saison 2020 ist abgesagt worden.

Freitag, 17.04.2020, 17:43 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 17:46 Uhr
Sie haben sich auf die neue Saison in Bökendorf gefreut (von links): Vereinsvorsitzende Verena Becker, Hans-Martin Fröhling (Musikalische Leitung „Der kleine Horrorladen“); Melanie Herzig (Regisseurin „Der kleine Horrorladen“), Liv Leibmann (Regieassistenz „Der kleine Horrorladen“) Alina Streitbürger (Regieassistenz „Der kleine Horrorladen“), Ilka Kottkamp (Audrey), Joss Spieker-Siebrecht (Seymour), die Pflanze Audrey II, Lilli Dohmann und Marie Palm (Herr Nilsson), Josefine Becker (Pippi Langstrumpf), Carsten Meier (Klang), Kirstin Hünnefeld (Regieassistenz „Pippi Langstrumpf“), Jona Hille (Thomas), Paula Daldrup (Annika), Henriette Becker (Regieassistenz „Pippi Langstrumpf“), Stephan Bestier (Regisseur „Pippi Langstrumpf“) und Johannes Dohmann (Larsson). Foto: Dennis Pape
Sie haben sich auf die neue Saison in Bökendorf gefreut (von links): Vereinsvorsitzende Verena Becker, Hans-Martin Fröhling (Musikalische Leitung „Der kleine Horrorladen“); Melanie Herzig (Regisseurin „Der kleine Horrorladen“), Liv Leibmann (Regieassistenz „Der kleine Horrorladen“) Alina Streitbürger (Regieassistenz „Der kleine Horrorladen“), Ilka Kottkamp (Audrey), Joss Spieker-Siebrecht (Seymour), die Pflanze Audrey II, Lilli Dohmann und Marie Palm (Herr Nilsson), Josefine Becker (Pippi Langstrumpf), Carsten Meier (Klang), Kirstin Hünnefeld (Regieassistenz „Pippi Langstrumpf“), Jona Hille (Thomas), Paula Daldrup (Annika), Henriette Becker (Regieassistenz „Pippi Langstrumpf“), Stephan Bestier (Regisseur „Pippi Langstrumpf“) und Johannes Dohmann (Larsson). Foto: Dennis Pape

Schwere Entscheidung

Der Vorstand sei sehr traurig darüber und habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Nach Abwägung aller Informationen und unter Einbeziehung der politischen Vorgaben ist er aber zu dem Entschluss gekommen, dass die Gesundheit des Publikums und der Mitwirkenden Priorität habe. Die Mitglieder würden es zudem als ihre gesellschaftliche Pflicht ansehen, einen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu leisten. Dazu Vorsitzende Verena Becker: „Die Freilichtbühne hat ungefähr 150 Mitwirkende auf und hinter der Bühne. Wir sind eine ganz gemischte Truppe, in der es auch Personen gibt, die zur Risikogruppe zählen. Daher fallen seit Wochen bereits die Proben aus. Natürlich sind alle enttäuscht, aber nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen haben wir bereits damit gerechnet, dass wir absagen müssen.“

Die Freilichtbühne sei aufgrund des anhaltenden Kontaktverbotes nicht in der Lage, die nötigen Saisonvorbereitungen wie Proben, Bühnen- und Requisitenbau, Installation der Bühnentechnik oder Kostümschneiderei zu realisieren. Das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August mache zudem eine normale Saison unmöglich.

Vorfreude auf 2021

„Wir freuen uns um so mehr auf die Saison 2021, in der wir die Stücke ‚Pippi Langstrumpf‘ und ‚Der kleine Horrorladen‘ wieder aufnehmen werden. Und dann werden wir auch den millionsten Besucher begrüßen“, sagt Becker.

Jetzt sind bereits 15.000 Eintrittskarten verkauft oder vorbestellt. „Kindergärten und Schulen kommen gerne in die Kindervorstellungen, und da haben wir auch etliche Gruppenvorbestellungen. Doch aufgrund des Kontaktverbots mussten alle Kindergärten und Grundschulen absagen“, sagt die Freilichtbühnen-Vorsitzende Verena Becker. Die per „PayPal“ gekauften Karten werden erstattet, die gekauften Gutscheine behalten in der kommenden Saison ihre Gültigkeit und die reservierten Karten werden automatisch storniert.

Fast 30.000 Besucher pro Jahr

Verena Becker: „Im Schnitt kommen jedes Jahr 28.000 bis 29.000 Besucher und amüsieren sich in der Regel prächtig. Dieses Vergnügen können wir ihnen dieses Jahr leider nicht bieten.“

Es werde auch überlegt, das 70-jährige Bestehen der Freilichtbühne, das in diesem Jahr gefeiert werden sollte, im kommenden Jahr in einer noch nicht bekannten Form zu feiern. „Wie und ob wir überhaupt feiern, können wir zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Denn eins darf nicht vergessen werden: Auch bei der Freilichtbühne Bökendorf geht es als Veranstalter um ein wirtschaftliches Geschäft, dass in diesem Jahr komplett zusammengebrochen ist. Warten wir es ab“, sagt Verena Becker.

Kommentar von Reinhold Budde

Die Freilichtbühne Bökendorf ist ein wichtiger Kulturträger im Kreis Höxter. Schade, dass in diesem Jahr nicht gespielt werden darf. Die ungefähr 150 Akteure auf der Bühne und hinter den Kulissen haben bereits viel Mühe und Arbeit investiert – und das bereits seit Januar – um den Zuschauern eine gehörige Portion an Unterhaltung zu bieten. Wie alle anderen Großveranstaltungen fällt nun auch dieser Theatersommer in Bökendorf ins Wasser. Freuen können wir uns deshalb auf die Theatersaison 2021, wenn „Pippi Langstrumpf“ und „Der kleine Horrorladen“ im wahrsten Sinne des Wortes „über die Bühne gehen“. Und vielen wird in dieser besonderen und schwierigen Zeit vielleicht noch klarer, dass nicht alles selbstverständlich ist. Da dürfte die Freude auf 2021 noch größer werden.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7374493?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851041%2F
Was ab Montag in NRW erlaubt ist
Als eine Lockerung der Corona-Auflagen erlaubt NRW ab Montag, dass der gesamte Einzelhandel wieder öffnen darf. In die Geschäfte kommen die Kunden aber nur mit Termin und für eine begrenzte Zeit. Call (oder Click) and Collect ist schon jetzt erlaubt – wie hier in der City der hessischen Stadt Offenbach.
Nachrichten-Ticker