OWL-Handwerk einigt sich auf übertriebliche Schwerpunkte
„Leuchttürme“ der Ausbildung

Bielefeld (WB). Die Kreishandwerkerschaften in Ostwestfalen-Lippe haben sich unter der Federführung der Handwerkskammer auf eine neue Regionalstruktur für die Berufsbildungszentren in OWL geeinigt. Unter der Überschrift „Zukunftsvision“ werden aus den bisher 15 Berufsbildungszentren des Handwerks in OWL sechs sogenannte „Leuchttürme“ gebildet. Am Mittwoch fasste die Kammer-Vollversammlung in Bielefeld erste konkrete Beschlüsse, die vor allem den Standort Lemgo betreffen.

Donnerstag, 18.06.2020, 05:22 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 10:34 Uhr
Eines der sechs Leuchtturm-Ausbildungsstätten des OWL-Handwerks ist das HBZ in Bielefeld-Brackwede. Foto: Markus Poch
Eines der sechs Leuchtturm-Ausbildungsstätten des OWL-Handwerks ist das HBZ in Bielefeld-Brackwede. Foto: Markus Poch

Zwei sogenannte Leuchttürme sollen ihren Sitz in Bielefeld haben. Das Campus Handwerk bleibt Kompetenzzentrum für intelligente Gebäudetechnologie. Darüber hinaus wird der Campus bundesweiter Sitz des neuen Exzellenz-Netzwerks im Konditorenbereich. Nicht zuletzt wird der Bereich Elektrotechnik die Kfz-Ausbildung, die bisher in Lemgo durchgeführt wurde, aufnehmen.

Zweiter Leuchtturm wird das Handwerksbildungszentrum HBZ im Bielefelder Stadtteil Brackwede. Hier werden Aus- und Weiterbildung für die Bereiche Bau, Holz, Kfz und Maler auch im Kreis Gütersloh konzentriert. Außerdem wird die überbetriebliche Ausbildung zum Maler, die bisher in Lemgo durchgeführt wurde, ab dem kommenden Lehrjahr im HBZ stattfinden.

Lemgo bleibt wichtiger Standort

Dritter Leuchtturm ist das unter der Leitung der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe stehende Technologie- und Berufsbildungszentrum (TBZ) Paderborn. Schon zum nächsten Ausbildungsjahr wird die Trägerschaft für die überbetriebliche Ausbildung der Bereiche Bau und Holz, die bisher am Standort Lemgo durchgeführt wurde, auf das TBZ übergehen.

TBZ Paderborn.

TBZ Paderborn. Foto: Jürgen Vahle

Trotz der Abgänge bleibt auch Lemgo ein wichtiger Standort und sogar ein OWL-Leuchtturm. Im Rahmen der „Regionale 2022“ soll dort das neue „InnovationSPIN“ entstehen. Es soll das Handwerk bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen im digitalen Umfeld unterstützen.

Dabei geht es nach Auskunft von Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der OWL-Handwerkskammer, vor allem darum, die theoretische Wissensvermittlung eng mit der handwerklichen Praxis zu verbinden.

Bildungscampus in Brakel

In Brakel entsteht der fünfte Leuchtturm, der Bildungscampus Bohlenweg der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg. Davon soll vor allem die berufliche Ausbildung in den Gewerken Elektro-, Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik sowie des Metall- und Tischlerhandwerks profitieren.

Bildungszentrum Bau in Herford.

Bildungszentrum Bau in Herford. Foto: Moritz Winde

Im Gegensatz zu den genannten Leuchttürmen bleibt das sechste Leitprojekt im Wittekindsland dezentral organisiert. Gleichwohl sollen auch beim „Campus Nord“, der die Ausbildungsstätten in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke zusammenfasst, lokale Schwerpunkte gesetzt werden. Namentlich erwähnte Prager bei der Vollversammlung das Kompetenzzentrum der Friseur- und Kosmetikinnung Herford und die Tischler-Werkstatt.

Gespräche dauerten zwei Jahre

Konkret stimmte die Vollversammlung am Mittwoch ersten notwendigen Veränderungen bei der Trägerschaft zu – und zwar überwiegend einstimmig. Darüber hinaus wurde die überbetriebliche Ausbildung zum Landmaschinentechniker konzentriert – aus Bielefeld und den Kreisen Gütersloh, Herford und Minden-Lübbecke am Campus Handwerk und im südlichen Teil von OWL in der Trägerschaft des TBZ Paderborn.

Vollversammlung im Campus Handewrk.

Vollversammlung im Campus Handewrk. Foto: Bernhard Pierel

Prager betonte bei der Vorstellung des Plans, dass OWL mit dieser Einigung, auch wenn die Gespräche darüber fast zwei Jahre in Anspruch genommen hätten, in Nordrhein-Westfalen Vorreiter sei. Dies sichere der Region einen Vorsprung bei Förderanträgen für die anstehenden Investitionen in Bauten und Technologie, die mit der Neuordnung verbunden seien. Als Koordinator für die Baumaßnahmen bestimmten die Kreishandwerkerschaften Klaus-Werner Schäfer, den Geschäftsführer des HBZ in Brackwede.

Bei der Gelegenheit appellierte OWL-Handwerkspräsident Peter Eul an die Betriebe, Lehrstellen anzubieten – im eigenen Interesse, im Interesse des Berufsstandes und auch der Region OWL.

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