Jugendfreizeitstätte besitzt jetzt einen Außenfahrstuhl
„Wir können alle mitnehmen“

Brakel (WB). „Barrierefreiheit hat im Brakel immer schon eine große Rolle gespielt und das wird auch in Zukunft so sein“, sagte Bürgermeister Hermann Temme bei der feierlichen Einweihung des neuen Außenfahrstuhls der Jugendfreizeitstätte. Knapp drei Jahre nach der ersten Idee von Jugendfreizeitstätte-Leiterin Ingrid Roland, Mathematikbetreuerin Corina Murawski und Silvia Vandieken, Projektentwicklung Lebenshilfe Brakel, ist das Projekt Wirklichkeit geworden und auch körperlich eingeschränkte Personen können jetzt problemlos die erste Etage erreichen.

Dienstag, 01.09.2020, 22:00 Uhr
Jugendfreizeitstätte besitzt jetzt einen Außenfahrstuhl: „Wir können alle mitnehmen“

Treffpunkt für alle

Die Jugendfreizeitstätte ist seit 1986 der Treffpunkt für Jugendliche in Brakel mit Gelegenheit zum Austausch und gemeinsamer Kommunikation. Hier lässt es sich einfach „chillen“, Musik hören oder es können die vielfältigen Freizeitangebote genutzt werden. Das eingesetzte Personal hilft aber auch bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen. Zusätzlich werden die Räumlichkeiten der Jugendfreizeitstätte von verschiedenen sozial engagierten Initiativen wie der Lebenshilfe Brakel, der Caritas, Kirchengemeinde, VHS und dem Frauenkreis genutzt.

Viele Aktivitäten werden im Obergeschoss durchgeführt. Und da sind auch schon einmal die Großeltern dabei, die ihre Enkel bei Tanzaufführungen und anderen Veranstaltungen besuchen möchten. „Und das Obergeschoss war bisher für Menschen mit körperlichen Einschränkungen nur schwer oder gar nicht erreichbar“, sagte Hermann Temme. „Wir haben die Personen teilweise über die Treppe hochgetragen, oder sie mussten im Erdgeschoss bleiben“, sagte Ingrid Roland.

Baubeginn im Februar

Nach der Idee wurde im Juli 2017 ein positiver Beschluss der LAG (lokale Arbeitsgruppe der Leader) erreicht. Als EU-Gemeinschaftsinitiative Leader werden innovative Aktionen mit Modellcharakter gefördert. Leader steht dabei für die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Im Juli 2018 erfolgte die Einreichung des Antrags bei der Bezirksregierung und im Juli 2019 der Zuwendungsbescheid. Die Bauarbeiten begannen im Februar 2020, am 1. September konnte der Außenfahrstuhl eingeweiht werden.

Gekostet hat der Außenfahrstuhl knapp 102.000 Euro. 62.000 Euro davon beträgt die Leader-Zuwendung, über die Bürgermeister Hermann Temme sehr glücklich ist. Die nicht zuwendigungsfähigen Ausgaben betragen 6100 Euro, 95.500 Euro sind zuwendungsfähige Ausgaben. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 33.440,95 Euro. „Nur durch die Zuwendung von Leader ist es möglich gewesen, das Projekt so zügig und problemlos in die Realität umzusetzen“, sagte Hermann Temme am gestrigen Dienstag. Leiterin Ingrid Roland ist überglücklich. „Es war zwar ein langer Weg von der Planung zur Fertigstellung, aber es war auch ein guter Weg. Jetzt können wir alle mitnehmen, in den großen Veranstaltungssaal im Obergeschoss. Das freut mich sehr und macht mich glücklich.“

Endlich barrierefrei

Auch Corina Murawski, seit vielen Jahren im Rollstuhl sitzend, freut sich sehr. „Ich betreue die Matheaufgaben der Kinder in der Jugendfreizeitstätte. Bisher lief alles im Erdgeschoss oder bei schönem Wetter auch draußen. Jetzt kann ich mit dem Fahrstuhl bis ins Obergeschoss fahren und die Schüler dort betreuen“, sagte sie bei der Einweihung, die von Pfarrer Willi Koch und Pfarrer Volker Walle vorgenommen wurde.

Die am Haus angebrachte, provisorische Rampe zum Erdgeschoss ist jetzt Geschichte. Diese wird durch den neuen Außenfahrstuhl ersetzt, mit dem beide Etagen zu erreichen.

Für sechs Personen oder 650 kg ist der Fahrstuhl ausgelegt oder für einen Rollstuhl plus Begleitperson. Noch ist der Fahrstuhl von außen betongrau und passt noch nicht so richtig zum Erscheinungsbild der Jugendfreizeitstätte. „Das wird aber nicht so bleiben, er wird mit Graffiti verschönert“, sagte Ingrid Roland lächelnd.

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