Ehepaar freut sich über großes Interesse und sucht neue Blütenpaten für 2021
Endspurt auf der Hummelwiese

Brakel-Hampenhausen (WB). Auch wenn das große Summen und Brummen inzwischen etwas weniger geworden ist: Es ist noch reichlich Leben in und auf der Hummelwiese bei Hampenhausen.

Dienstag, 22.09.2020, 04:12 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 04:20 Uhr
Dieser Grünfink lässt sich die Kerne der ausgeblühten Sonneblume schmecken. Er ist nur eines von vielen Tieren, die die 5000 Quadratmeter nahe Hampenhausen als Paradies empfinden – so wie manche Menschen auch. Foto: Frank Spiegel
Dieser Grünfink lässt sich die Kerne der ausgeblühten Sonneblume schmecken. Er ist nur eines von vielen Tieren, die die 5000 Quadratmeter nahe Hampenhausen als Paradies empfinden – so wie manche Menschen auch. Foto: Frank Spiegel

Während die Sonnenblumen den meisten Betrachtern optisch nur noch wenig zu bieten haben, bereiten sie den Vögeln dafür umso mehr kulinarische Freuden. Auch optisch attraktiv sind jetzt noch Ringel- und Kornblume, Kamille, Buchweizen, Borretsch und Klee. „Und Phacelia schlägt jetzt zum zweiten Mal aus“, berichtet Sigrid Johlen-Hoppe, die das Projekt zusammen mit ihrer Familie am Ende des vergangenen Jahres initiiert hat mit dem Ziel, einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten.

Beitrag zur Artenvielfalt

5000 Quadratmeter Hummelwiese sind so Ende April ausgesät worden. Familie Johlen-Hoppe hat das Gelände rund um die alte Eiche mit Sitzgelegenheiten, einer großen Schaukel, einem Erdkühlschrank und weiteren Accessoires wohnlich gestaltet, so dass die Wiese ein beliebtes Ziel für Ausflügler war und auch noch ist.

Sigrid Johlen-Hoppe: „Es sind viele Fahrradfahrer gekommen, auch zahlreiche Wanderer – darunter auch einer aus Köln, der in der Nähe Urlaub machte. Für den war die Wiese Ziel einer Tagestour.“

Dabei sei es zu vielen interessanten Gesprächen gekommen. „So hatten wir auch die Gelegenheit, Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema ‚Landwirtschaft‘ zu betreiben“, berichtet die Hampenhausenerin. Besonders gefreut hat sie sich, dass auch viele junge Menschen die Hummelwiese besucht haben.

Dauergäste

Und natürlich seien diejenigen gekommen, die ein Stück der Wiese selbst gemietet oder die Miete geschenkt bekommen habe. „Einer von ihnen mehr als zehn Mal. Der hat auch gleich gesagt, dass er im kommenden Jahr wieder dabei sein wird“, freut sich die Landwirtin, denn: Soll es auch 2021 wieder eine Hummelwiese geben, braucht es – wie auch dieses Jahr – wieder Unterstützer.

„Für einen Euro bekommen Interessierte einen Quadratmeter Insektenweide“, berichtet Sigrid Johlen Hoppe. Mindestens fünf Quadratmeter können „gekauft“ werden. Nach oben ist der Aktion fast keine Grenze gesetzt.

Wer sich an dem Projekt beteiligen möchte: Auf der Internetseite www.aktion-hummelwiese.de gibt es unter „Service“ den Punkt „Ich möchte helfen“. Hier kann man sich entscheiden, ob man per Überweisung oder per Zahlung via Pay-Pal fünf oder mehr Quadratmeter Blumenwiese ermöglichen will. Weitere Informationen zur Aktion Hummelwiese beantwortet die Familie Johlen-Hoppe unter Telefon 0171/3702799.

Zwischensaat

Aber zunächst soll diese Saison ihrem natürlichen Ende entgegen gehen. In etwa vier Wochen, schätzt Josef Hoppe, werden die letzten Wildblumen verblüht sein.

Um den Insekten während der nachlassenden Blüte und nach der aktiven Hummelwiese Nahrung zu bieten, hat das Ehepaar auf einem neben der Wiese liegenden Acker eine Blühmischung als Zwischensaat ausgebracht. Dort sollen im kommenden Jahr Ackerbohnen oder Erbsen angepflanzt werden.

Kreislauf der Natur

Obwohl viele der Blumen mehrjährig sind, will das Ehepaar die Wiese im kommenden Jahr erneut aussäen. „Das wird dann ein gleichmäßigeres Bild. Außerdem wären dann Pflanzen wie Phacelia nicht dabei, da diese nur einjährig sind”, erläutert Josef Hoppe.

Seine Frau ist immer wieder aufs Neue begeistert von Kreislauf der Natur, der sich auf der Hummelwiese auch im regen Tierleben zeigt. „Es gibt Mückenschwärme, Hummeln, Wildbienen, Hornissen, Vögel, Schwalben und vieles mehr“, nennt sie Beispiele. Und darüber hinaus sind auch die fleißigen Insekten von Bienen Trax aus Dalhausen auf dem Feld.

Samen Sammeln erlaubt

Wer im kommenden Jahr selbst eine Blühwiese anlegen möchte, darf übrigens gern zur Hummelwiese bei Hampenhausen kommen und dort Samen sammeln. „Da haben wir kein Problem mit“, sind sich Sigrid Johlen Hoppe und ihr Mann Josef Hoppe einig.

Derzeit erstellt wird ein Kalender mit Motiven von der Hummelwiese. Er soll rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertig sein.

Der Erntekranz von Sigrid Johlen-Hoppe zeigt: Die Saison geht dem Ende entgegen.

Der Erntekranz von Sigrid Johlen-Hoppe zeigt: Die Saison geht dem Ende entgegen. Foto: Frank Spiegel

 

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