Zwischenfrüchte sind Hingucker und Multitalente im Ackerbau
Nein, hier blüht kein Raps

Kreis Höxter (WB). Gelbe und weiße Farbtupfer sind derzeit Hingucker in der Landschaft: Bei den farbigen Feldern handelt es sich häufig um gelben Senf oder weißen Ölrettich.

Freitag, 30.10.2020, 03:12 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 13:22 Uhr
Gelber Senf blüht derzeit auf vielen Feldern im Kreis Höxter – hier ist im Hintergrund Brakel zu sehen. Foto: Frank Spiegel
Gelber Senf blüht derzeit auf vielen Feldern im Kreis Höxter – hier ist im Hintergrund Brakel zu sehen. Foto: Frank Spiegel

Beide gehören zu den so genannten Zwischenfrüchten. Doch nicht jede Zwischenfrucht blüht derzeit, sie sind auch als grüne Pflanzendecke auf dem Acker sichtbar. Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter, erklärt, das der Anbau dieser Ackerfrüchte viele Vorteile habe: „Zwischenfrüchte sind richtige Multitalente.“

Frucht zwischen den Früchten – die Zwischenfrucht bereitet den nachfolgenden Hauptfrüchten im nächsten Jahr wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben – die im kommenden Frühjahr in die Erde kommen – eine Vorfrucht.

Nach der Ernte gesät

„Die jetzt blühenden Pflanzen sind nach der Ernte im Sommer gesät worden“, berichtet der Vorsitzende. Sie sind oft nicht winterhart, das heißt sie sterben bei Minusgraden im Winter ab und bilden eine schützende Mulchauflage, die auf dem Feld verbleibt.

„Ihre Überreste werden im Frühjahr in den Boden eingearbeitet und dienen den Bodenlebewesen und später auch den folgenden Kulturen als Versorgungsquelle“, erläutert der Bonenburger Bauer.

Die abgestorbene Biomasse werte den Ackerboden auf und bereichere den Humushaushalt. So liefern die Pflanzen Futter für Lebewesen wie den Regenwurm, einen Nährboden für Bodenbakterien, sie binden Nährstoffe im Boden, schützen sie damit vor Auswaschung und schaffen die Voraussetzung für ein optimales Nährstoffangebot für die Folgefrucht

Grünteppich schützt

Zwischenfrüchte überziehen den Ackerboden im Winter mit einem wirkungsvollen „Grünteppich“. Dieser schützt die Ackerflächen vor Austrocknung, Erosion und Unkrautentwicklung. Weiter sorgen die Pflanzen mit ihren tiefen Pfahlwurzeln für eine tiefere Auflockerung des Bodens. „Nebenbei bietet der flächige Pflanzenbewuchs Schutz und Futter für Wildtiere“, ergänzt Tillmann.

Ölrettich und Senf seien beliebte Zwischenfrüchte, so der Vorsitzende und ergänzt: „Es gibt zudem viele andere, häufig werden sie in Mischungen, bestehend aus verschiedenen Zwischenfrüchten, ausgebracht.“

Die positiven Effekte der Zwischenfrüchte seien vielfältig. “Sie sind wertvoll für die Bodenfruchtbarkeit, das Bodenleben und Humusbildung. Sie sind eine Wohltat für den Boden, die Folgefrucht sowie für die wild lebenden Tiere“, fasst Antonius Tillmann zusammen.

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