Weihnachtsweg lockt in die Brakeler Innenstadt – Muslime setzen ein Zeichen des Friedens
Eine Reise in die Zeit der Geburt Jesu

Brakel -

„Jeder wird seien Lieblingsplatz haben“, davon ist Rita Mertens überzeugt, wenn sie an den Weihnachtsweg in Brakels Innenstadt denkt. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende und ihr Team hatten nach einer alternativen Möglichkeit gesucht, den Advent und die Weihnachtsgeschichte zu erleben – anders und vor allem coronagerecht.

Dienstag, 01.12.2020, 03:26 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 03:30 Uhr
Werbering und Kirche ziehen an einem Strang (von links): Markus Härmens, Peter Frischemeier, Rainer Schäfers, Rita Mertens, Michael Bunne, Anja Beilenhoff, Johannes Schneider, Uwe Oeynhausen, Katharina Groppe und Katja Hübner.
Werbering und Kirche ziehen an einem Strang (von links): Markus Härmens, Peter Frischemeier, Rainer Schäfers, Rita Mertens, Michael Bunne, Anja Beilenhoff, Johannes Schneider, Uwe Oeynhausen, Katharina Groppe und Katja Hübner. Foto: Frank Spiegel

 

„Dieser Weg nimmt nicht nur mit auf eine Zeitreise in die Zeit der Geburt Jesu, sondern er verbindet das Geschehen damals durch Impulse, aber auch durch kleine Hinweise im Schaufenster, mit dem Heute“, erläutert Rita Mertens. Gleichzeitig bringe er einen biblischen Inhalt in den Alltag. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende: „Mitten in die Stadt, mitten in das Leben – so ganz nebenbei und einfach im vorbeigehen.“

Sie freut sich über die Unterstützung der heimischen Geschäftsleute, die ihre Schaufenster gern für den Weihnachtsweg zur Verfügung stellen.

Und auch die Geschäftsleute freuen sich über die Aktion. Rainer Schäfers, Vorsitzender des Werberings Brakel: „Es ist ein Adventshighlight der anderen Art. Besonders grundsätzliche, kirchliche Werte des Weihnachtsfestes stehen hier im Vordergrund.“ Zudem sei der Weihnachtsweg ein weiterer Grund, die adventlich geschmückte Innenstadt sowie die Fachgeschäfte zu besuchen. „Es lohnt sich, im Halbdunkel ist es am schönsten“, verrät er.

Insgesamt elf Stationen gibt es. Gestaltet wurden diese von Anja Beilenhoff, Katharina Groppe, Katja Hübner, Rita Mertens und Johannes Schneider.

Da war so manches Mal auch Improvisationstalent gefragt. So besteht die Station Herbergssuche beziehungsweise Krippe auf dem Vorplatz der Sparkasse zu großen Teilen aus dem Boden des Küchenzeltes der KJG/CU. „Da darf nichts kaputt gehen, der muss wieder zurück dorthin“, sagt Johannes Schneider, der die Station gebaut hat.

Start des Weihnachtsweges ist auf dem Marktplatz in Brakel. „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht“ ist zum Beispiel das Thema im Caritas-Kaufhaus. Im Haus Tensi steht die Verkündigung des Engels an Maria im Mittelpunkt. In einem Fenster von „Art und Weise“ lassen sich Engel entdecken. In der Ideentischlerei von Uwe Oeynhausen ist die Werkstatt von Josef zu finden.

„Wenn es eben zu verwirklich war, haben wir uns bemüht, das Thema passend zum jeweiligen Gewerbe auszuwählen“, berichtet Rita Mertens. Die letzte Station steht im Schaufenster der Bäckerei Rothe. Sie ist den drei Weisen gewidmet, die dem Kind viele Geschenke mitbringen: Gold als Zeichen für die Königswürde Jesu, Weihrauch als Zeichen dafür, dass er Gott ist und Myrrhe aus der Salbe hergestellt wird als Zeichen für den Menschen.

Zusätzlich gibt es für Kinder ein Rätsel. Aufgabenzettel für die Rallye befinden sich an der Haltestelle am Markt aber auch im Turm der Kirche St. Michael. Die Lösung kann in jedem Geschäft sowie im Pfarrbüro abgegeben beziehungsweise an folgende Adresse gemailt werden: R.Mertens@PR-Brakel.de.

An der Haltestelle auf dem Marktplatz findet sich zudem auch ein „Fahrplan“, auf dem die Adressen und Themen der einzelnen Stationen sowie ein Stadtplan.

Pfarrer Willi Koch freut sich über dieses Engagement des Pfarrgemeinderates in St. Michael, aber auch in allen anderen Gemeinden des Pastoralen Raumes Brakeler Land. „Da werden überall tolle Ideen umgesetzt“, lobt er die Menschen vor Ort.

Besonders gefreut hat sich Willi Koch auch darüber, dass der Weihnachtsweg Anlass für die muslimische Gemeinde in Brakel war, den ersten Adventsgottesdienst auf dem Kirchplatz zu besuchen.

Eine Abordnung der Gruppe Christlich-Muslimischer Dialog nahm an dem Gottesdienst teil, um ein Zeichen der Gemeinschaft und des Friedens zu setzen. Fatih Ates machte hier deutlich, dass sie sich von den Anschlägen der Terroristen deutlich distanzieren. Als Zeichen des Friedens und der Zukunft bekam Pfarrer Koch von der Gruppe eine blühende Blume mit vielen Knospen geschenkt mit den Worten: „Wenn wir die Taten der Terroristen ablehnen, wird die Blume des Friedens immer weiter blühen.“ Den regelmäßigen Kontakt zu der Gruppe pflegt seit Jahren Gemeindereferentin Monika Konegen, die mit der Gruppe immer wieder auch gemeinsame Veranstaltungen plant und durchführt.

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