Viele Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten in systemrelevanten Berufen
Corona: Viele Zuwanderer verunsichert

Brakel -

Die Corona-Krise geht auch an den Menschen nicht vorbei, die zugewandert sind. Das sagt Ewa Sczesny. Die Mitarbeiterin im Caritasverband für den Kreis Höxter berät erwachsene Zuwanderer aus dem gesamten Kreisgebiet.

Dienstag, 02.02.2021, 03:33 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 03:41 Uhr
Ewa Sczesny, Caritas-Migrationsberaterin für den Kreis Höxter, berät erwachsene Zuwanderer.
Ewa Sczesny, Caritas-Migrationsberaterin für den Kreis Höxter, berät erwachsene Zuwanderer. Foto: Flüter/CV Höxter

Insgesamt zieht sie ein positives Fazit, weil viele Zuwanderer schon nach wenigen Jahren gut integriert sind: „Die Bevölkerungsgruppe leistet einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft, gerade in diesen schwierigen Zeiten.“

Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet seit zehn Jahren in der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) des Caritasverbandes für den Kreis Höxter. Ihre Sprechstunden besuchen EU-Bürger, die im Rahmen der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union nach Deutschland gekommen sind. Sie machen mehr als die Hälfte aller Ratsuchenden aus. Weitere große Gruppen sind Spätaussiedler oder Arbeitsmigranten aus Drittländern sowie Flüchtlinge.

Viele ihrer Klienten seien verunsichert, hat Ewa Sczesny in den vergangenen Monaten beobachtet. Gerade neu zugewanderte Menschen arbeiten überdurchschnittlich oft in Dienstleistungsbranchen, die besonders hart von Einschränkungen durch Corona betroffen sind.

Doch das ist nur eine Momentaufnahme während der Corona-Krise. Viele Zuwanderer haben es mit großem Engagement geschafft, beruflich und privat im Kreis Höxter anzukommen – und oft ist ihre Arbeit wichtig für die Allgemeinheit. „Viele Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten in systemrelevanten Berufen wie der Pflege, in Lieferdiensten oder in medizinischen Berufen“, sagt die Migrationsberaterin der Caritas.

Das gilt besonders für Menschen aus Syrien, eine große Gruppe der Zuwanderer. Viele sind vier bis fünf Jahre nach ihrer Ankunft schon gut integriert. Wer vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen ist, war oft gut ausgebildet. Der Neustart in Deutschland war in diesen Fällen leichter.

Eine gute Ausbildung ist für alle eine wichtige Voraussetzung, um wirklich in Deutschland einen Platz zu finden. „Hilfskräfte werden in der Krise als erste entlassen“, betont Ewa Sczesny. Gerade Frauen ohne Ausbildung hätten kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. „Auch Saisonarbeiter aus Osteuropa sind betroffen“, sagt die Migrationsberaterin: „Sie verdienen kaum Geld, weil das meiste für stark überteuerte, schlechte Unterkünfte draufgeht, haben Arbeitslöhne weit unter dem Mindestlohn und bekommen keine Überstunden ausgezahlt.“ Doch in der Regel sind der Arbeitsplatz, Schulen und Vereine Orte, an denen Integration gelebt wird.

„In den Sportvereinen funktioniert das sehr gut, da lebt die Integration“, hat Ewa Sczesny. Wichtig sei es, dass sich alle Institutionen weiter für zugewanderte Menschen öffnen. Da habe sich bereits viel getan, sagt die Mitarbeiterin im Caritasverband für den Kreis Höxter, die eng mit Behörden und Verbänden zusammenarbeitet. „Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass Zuwanderung eine Chance ist“, sagt sie. „Die Gesellschaft belebt sich durch Zuwanderer, sie wird jünger und bunter. Je besser die Integration läuft, desto mehr profitieren wir alle davon.“ Ewa Sczesny von der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer des Caritasverbandes für den Kreis Höxter ist in der Klosterstraße 9 in Brakel unter Telefon 05272/37700 und E-Mail migration-sczesny@caritas-hx.de erreichbar.

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