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Do., 02.10.2014

Heute Tennet-Infotag und Demo – Empörung über neue Korridore Bürger protestieren gegen Stromtrasse

Jutta Fritzsche von der BI Marienmünster ruft mit den anderen Initiativen zur Demo gegen die geplante Stromtrasse in Höxter auf.

Jutta Fritzsche von der BI Marienmünster ruft mit den anderen Initiativen zur Demo gegen die geplante Stromtrasse in Höxter auf. Foto: WB

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Ein Protestzug gegen die geplante Stromautobahn setzt sich heute ab 17 Uhr vom Floßplatz durch Höxters Innenstadt zur Stadthalle in Bewegung. Die Bürgerinitiativen gegen die Megaleitung aus dem gesamten Kreis Höxter und weitere Stromtrassengegner haben zur Demo aufgerufen und hoffen auf viele Teilnehmer.

Die Demonstranten treffen sich auf dem Platz an der Weser. Von dort geht es über die Brücke, durch die Weserstraße, Fußgängerzone Marktstraße, Nicolaistraße, Berliner Platz und Brenkhäuser Straße zur Stadthalle. Die Polizei begleitet den Demonstrationszug. In die Stadthalle hat für 17 Uhr der Stromtrassenplaner Tennet groß eingeladen, um während einer Info-Veranstaltung die Eingaben zur Südlink-Stromlinie zu erläutern. Auch werden dort in der öffentlichen Veranstaltung die neuen, überraschend bekannt gemachten Alternativtrassen durch den Kreis Höxter (wir berichteten) eine Rolle spielen.

Die Bürgerinitiativen sind mit Blick auf die neuen Pläne enttäuscht, dass Tennet keine Alternativen außerhalb des Kreisgebietes vorschlägt, sondern nur mehrere verschwenkte Routen östlich und westlich des im Frühjahr präsentierten Nord-Süd-Korridors von Vörden über Bökendorf bis Warburg ins Spiel gebracht hat. In den BI's rumort es, weil viele den Info-Tag in Höxter für eine reine Alibi-Veranstaltung halten. Inzwischen werde den Eingaben der Bürger, trotz aller Beteuerungen von Tennet, letztlich kaum mehr eine Bedeutung zugemessen, »weil intern vieles längst feststeht«, ist aus den Initiativen zu hören. Die neuen Trassen werden als Ablenkungsmanöver bewertet, um die bisher favorisierte Linie am Ende einfacher durchzubekommen.

Auf Antrag von Fraktionschef Dr. Josef Lammers (CDU) soll die Kreisverwaltung eine Resolution gegen das Vorgehen der Firma Tennet bei den Planungen zur Südlink-Stromtrasse erarbeiten. Mit ihr solle der Unmut über die Verfahrensweise bekundet werden, sagte Lammers wenige Tage nach Bekanntwerden von neuen Trassenvorschlägen, die lediglich eine östliche Verlagerung der bisherigen Linienführung innerhalb des Kreises Höxter vorsehen. Landrat Friedhelm Spieker sagte beim Kreistag in Warburg, er teile den Unmut der Bürger. Das Vorgehen von Tennet bezeichnete er als »Augenwischerei«. Über die Resolution berät der Kreistag in seiner Sitzung am 13. November. Zum »Widerstand gegen die Monstertrasse« rufen für heute folgende Bürgerinitiativen auf: Lebenswertes Marienmünster, Bökendorf, Dalhausen, Lebenswertes Bördeland, Warburger Land, Rischenau und Falkenhagen. Jutta Fritzsche (BI) hofft auf viele Teilnehmer bei der heutigen Demo. Man müsse Flagge zeigen.

Bürgermeister Fischer: »Stromkorridor unvereinbar mit Corvey«

Die am Freitag veröffentlichten Alternativtrassen für die geplant Südlink-Stromleitung seien unvereinbar mit dem Weltkulturerbe Corvey. Das stellt Höxters Bürgermeister Alexander Fischer fest. Wie berichtet, führen Trassenvarianten erstmals großräumig auch durch das Stadtgebiet Höxter – auf den Höhen zwischen Fürstenau, Albaxen und Bosseborn. Die Masten stehen stellenweise sehr sichtbar zum Welterbe Corvey. So eine Trassierung werde negative Auswirkungen auf Landschaftsbild und Stadtentwicklung haben. Auch befürchtet Fischer gesundheitliche Folgen für die Bürger.. Er vermisst zudem neue großräumige Varianten wie entlang der A 7. Die Infoveranstaltung heute in der Stadthalle bezeichnete er als »Scheinbeteiligung«. Tennet lege auch bisher nicht da, warum die Linie durch den Kreis Höxter überhaupt ausgewählt worden sei.

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