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Fr., 24.04.2015

Anklage lautet auf Mord Asylbewerber aus Höxter soll Mann getötet haben

Von Ingo Schmitz

Höxter/Dortmund (WB). Wegen Mordes muss sich ein Asylbewerber aus Höxter verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Dortmund hat Anklage erhoben. Der junge Mann, der erst wenige Wochen hier gelebt haben soll, sitzt in Untersuchungshaft.

Noch vor Ende Juli wird es voraussichtlich zum Prozess kommen. Zu den näheren Umständen der Tat möchte sich die Staatsanwaltschaft aktuell nicht äußern. Klar ist, dass der Tatverdächtige zuletzt in Höxter gewohnt hat und hier festgenommen wurde. Woher er genau kommt und wie alt er ist, sei noch nicht eindeutig geklärt, teilte die Ermittlungsbehörde auf Anfrage mit. In ersten Berichten hieß es noch im Januar, der Angeklagte sei 18 Jahre alt und stamme aus Algerien. Der Beschuldigte hatte die Tat zunächst bestritten.

An Weihnachten 2014 soll sich die Bluttat in Dortmund zugetragen haben. Mordopfer ist ein 43-jähriger Mann. An Heiligabend sei dieser in Dortmund unterwegs gewesen und habe sich mit Arbeitskollegen in einer Gaststätte getroffen. Nach Mitternacht habe er die Kneipe verlassen. Der Zwei-Meter-Mann sei dann zunächst mit einem Taxi gefahren, habe an einem Imbiss Pommes gegessen und sei dann mit einem Nachtbus zu seiner Wohnung zurückgekehrt. Dort sei er getötet worden.

Bislang hat sich die Staatsanwaltschaft nicht dazu geäußert, wann und wie das Opfer seinen möglichen späteren Mörder kennen gelernt hat. Auch zum Motiv gibt es bislang keine Angaben. Die Leiche des 43-jährigen Dortmunders wurde am ersten Weihnachtsfeiertag in der Mittagszeit in seiner Wohnung in Dortmund-Hörde durch Angehörige entdeckt. Die Polizei veranlasste eine Obduktion. Bei der Auswertung der Spuren stieß die Polizei auf Fingerabdrücke und DNA-Material. So geriet schließlich der Asylbewerber ins Visier der Ermittler.

»Der Beschuldigte befindet sich seit November in Deutschland und wurde im Dezember einer Unterkunft in Höxter zugewiesen. Gegen ihn laufen weitere Ermittlungsverfahren wegen Taten, die er in Deutschland verübt haben soll«, hatte die ermittelnde Staatsanwältin berichtet.

Noch gibt es viele Fragen, die womöglich mit der Anklageschrift, wenn diese vorliegt, beantwortet werden können. So ist bislang nicht mitgeteilt worden, auf welche Weise der Dortmunder umgebracht wurde und ob es eine Tatwaffe gibt. »Das ist Täterwissen, zu dem wir uns derzeit nicht äußern«, hatte die ermittelnde Staatsanwältin vor einigen Wochen mitgeteilt. Auch die Frage, wie der 18-Jährige von Höxter nach Dortmund und zurückgekommen ist, ließ sie unbeantwortet. »Wir gehen davon aus, dass er öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat«, sagte sie.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden auch Zeugen gesucht, die Angaben zum Opfer und Täter machen konnten. Aus dem Anlass wurde auch ein Foto des Beschuldigten veröffentlicht.

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