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Mi., 02.12.2015

Kreis-Unterkunft Brenkhäuser Straße: Mutmaßlicher Täter sitzt in U-Haft Helfer soll Flüchtlingskind sexuell missbraucht haben

Bis zu 250 Flüchtlinge haben vom September bis Ende November in der Kreis-Notunterkunft Brenkhäuser Straße in Höxter gelebt. Hier soll es zu einem Übergriff auf ein Kind gekommen sein.

Bis zu 250 Flüchtlinge haben vom September bis Ende November in der Kreis-Notunterkunft Brenkhäuser Straße in Höxter gelebt. Hier soll es zu einem Übergriff auf ein Kind gekommen sein. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Wegen »versuchtem sexuellen Missbrauch« an einem Kind sitzt ein früherer Mitarbeiter der vor wenigen Tagen vom Kreis Höxter aufgegeben Flüchtlings-Notunterkunft in der Brenkhäuser Straße in Untersuchungshaft. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Marco Wibbe aus Paderborn dem WESTFALEN-BLATT.

Zu dem Vorfall war es bereits am 14. November in der Kreis-Unterkunft in Höxter gekommen. Er ist aber erst jetzt bekannt geworden. Das Deutsche Rote Kreuz war für die Betreuung der Asylbewerber zuständig und hatte mehr als zwei Dutzend Helferinnen und Helfer dort fest angestellt. Der Beschuldigte ist in der Einrichtung über mehrere Wochen beschäftigt gewesen. Es handelt sich laut DRK Höxter nicht um ein aktives Rotkreuzmitglied aus dem Kreis, sondern um eine Person, die sich vom freien Arbeitsmarkt auf die Helferstelle beworben hatte.

Wegen dringendem Tatverdacht hätten Polizei Höxter und Staatsanwaltschaft in der Unterkunft ermittelt und den Mann sofort in U-Haft genommen, sagte der Staatsanwalt. Für den Beschuldigten gelte aber weiter die Unschuldsvermutung. Die weiteren Untersuchungen der Vorwürfe würden wohl noch einige Wochen dauern. Es handelt sich um einen Fall, zu dem die Polizei vom Betreuungspersonal hinzugerufen worden ist. Das Opfer ist ein sehr junges Flüchtlingskind.

Auch Bezirksregierung ist involviert

Eingeschaltet war auch die Bezirksregierung, weil die Kreisnotunterkunft in den früheren Bundeswehrgebäuden im Auftrag des Landes NRW vom Kreis und dem DRK betrieben und betreut wurde. Die Bezirksregierung Detmold reagierte sofort auf den Vorfall und empfahl, grundsätzlich von den neu einzustellenden Mitarbeitern und Helfern, die mit Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingsheimen zu tun hätten, ein erweitertes Führungszeugnis bei der Festbeschäftigung einzufordern, so RP-Sprecher Andreas Moseke. Das gelte für alle Einrichtungen in OWL. Er widersprach auch Gerüchten, die kurzfristige Schließung der Kreis-Notunterkunft in Höxter habe etwas mit dem mutmaßlichen Missbrauchsfall zu tun. Die alten Gebäude in Höxter seien ganz klar wegen Brandschutzmängeln aufgegeben worden.

Die Kreisunterkunft für 250 Flüchtlinge in den ehemaligen Bundeswehrgebäuden (Stab und Offiziersheim) an der Brenkhäuser Straße ist pünktlich zum 1. Dezember geräumt worden. Wie berichtet, musste die Kreisverwaltung, die im Auftrag des Landes seit September betriebene Wohnunterkunft wegen Brandschutzmängeln kurzfristig aufgeben.  Das DRK  hat die mehr als zwei Dutzend fest angestellten Mitarbeiter entlassen müssen. Die letzten Asylbewerber  sind teilweise in die Jugendherberge Höxter (um die 60 Personen) oder in andere Einrichtungen im Land mit Bussen verlegt worden. Die Kreiseinrichtung wurde am Montag besenrein übergeben und abgeschlossen.

Welche Nutzung die 1936 errichteten Armeegebäude bekommen werden ist offen. Trotz der hohen Brandschutznachrüstungen  (mindestens 320.000 Euro) hat die Stadt Höxter grundsätzlich weiteres Interesse an der Immobilie angekündigt.

Drei Verdachtsfälle aus der Zentralen Flüchtlingsunterkunft in Borgentreich (alte Kaserne mit 600 Asylbewerbern), über die Innenministerium am Montag berichtete, haben sich als haltlos erwiesen. Die Ermittlungen, die im Sommer liefen, waren längst eingestellt worden. Exhibitionismus-Vorwürfe standen im Raum.

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