Mi., 08.03.2017

Netzbetreiber Tennet konkretisiert Vorschlag für Erdkabelkorridor Südlink-Planer führen Stromtrasse weit an OWL vorbei

Von Bernd Bexte

Höxter(WB). Die Stromautobahn Südlink soll einen großen Bogen um OWL machen. Am Dienstag stellte Netzbetreiber Tennet neue Varianten vor. Die bevorzugte Trasse führt weit östlich von NRW durch Niedersachsen und Thüringen nach Bayern und Baden-Württemberg.

Die Trasse wird in Wilster und Brunsbüttel beginnen; Endpunkte sind Grafenrheinfeld (Bayern) und Großgartach (Baden-Württemberg).  Ursprünglich sollte die Vier-Gigawatt-Trasse auch 50 Kilometer durch die Kreise Lippe und Höxter führen. Sie war als Freileitung geplant.

Karte-SuedLink-Vorschlagstrasse-Alternatve-Korridornetz

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Dagegen hatte sich entlang der Strecke massiver Bürgerprotest geregt. Um eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen, setzte der Bund 2015 einen Vorrang für Erdverkabelung durch. Auf dieser Grundlage haben die Netzbetreiber Tennet und Transnet BW einen neuen Trassenverlauf geplant.

 Im vergangenen September war bereits bekannt geworden, dass dieser OWL im wahren Wortsinn links liegen lässt. Die Erleichterung vor Ort war groß. »Ich freue mich, wenn der Netzbetreiber aus der Kritik gelernt hat«, hatte damals Höxters Landrat Friedhelm Spieker (CDU) gesagt.

20 Prozent der Trassenabschnitte verändert

Jetzt haben die Netzbetreiber ihre Pläne konkretisiert: Die Vorzugstrasse ist die am weitesten östlich verlaufende Strecke durch Thüringen. Zuletzt seien an etwa 20 Prozent der fast 130 Trassenabschnitte noch einmal Veränderungen vorgenommen worden, erklärte eine Tennet-Sprecherin im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Die beiden Unternehmen werden den Antrag auf Bundesfachplanung am 17. März einreichen. Sie veröffentlichen die Antragsunterlagen aber schon jetzt, um »die Öffentlichkeit vor der Einreichung des Antrags über den aktuellen Planungsstand zu informieren«. Auch im weiteren Verfahren wolle man die Bürger vor Ort am Verfahren beteiligen. »Uns ist es wichtig, einen Korridor zu finden, der Mensch und Natur möglichst wenig belastet«, erklärt Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung.

Das habe man »über die umfassendste Bürgerbeteiligung, die es je für ein Netzausbauprojekt in Deutschland gegeben hat«, erreicht. Die beiden Netzbetreiber hatten im vergangenen Herbst ein umfangreiches Beteiligungsverfahren mit 36 Info-Foren und 5000 Teilnehmern durchgeführt. Bürger, Kommunen, Verbände und Politik hätten etwa 7000 Hinweise zu den Planungen abgegeben, die jetzt zu Änderungen geführt hätten.

800 Kilometer lange Trasse

Die jetzt vorgelegten Pläne seien der Auftakt für detaillierte Untersuchungen. »In den nächsten beiden Jahren können sich weitere Veränderungen ergeben, bevor die Bundesnetzagentur über den tatsächlichen Verlauf entscheidet«, sagt Dr. Werner Götz, Vorsitzender der Transnet BW-Geschäftsführung. Um die Akzeptanz für dieses wichtige Projekt der Energiewende zu erhalten, »bleiben wir im Dialog mit den Bürgern und politischen Entscheidern«.

Tennet und Transnet BW wiesen darauf hin, dass die kommenden Untersuchungen für alle Korridorvarianten – den Vor-schlagskorridor, die Alternative sowie das weitere Korridornetz – in der gleichen Detailtiefe durchgeführt würden. Erst am Ende der Bundesfachplanung werde die Genehmigungsbehörde einen Korridor festlegen.

Südlink soll ab 2025 als Gleichstrom-Erdkabelverbindung Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland transportieren. Die 800 Kilometer lange Trasse soll die »Hauptschlagader« der Energiewende werden. Aufgrund der Erdverkabelung steigen die Kosten von drei bis fünf auf etwa zehn Milliarden Euro.

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