Di., 19.12.2017

Förderprogramm Grüne Infrastruktur: Höxters Handlungskonzept hat gute Chancen Von der Weser bis zum Kloster

Das koptische Kloster in Brenkhausen ist Teil des Integrierten Handlungskonzeptes der Hochschule im Rahmen des Förderprogramms »Grüne Infrastruktur NRW«. Bischof Anba Damian plant mit Studenten einen Klostergarten.

Das koptische Kloster in Brenkhausen ist Teil des Integrierten Handlungskonzeptes der Hochschule im Rahmen des Förderprogramms »Grüne Infrastruktur NRW«. Bischof Anba Damian plant mit Studenten einen Klostergarten. Foto: Dennis Pape

Von Dennis Pape

Höxter (WB). Grün- und Erholungsflächen schaffen, vernetzen und aufwerten – das soll in Höxter durch eine Zusammenarbeit der Hochschule OWL und der Stadt gelingen (wir berichteten). Das Integrierte Handlungskonzept der Hochschule im Rahmen des Förderprogramms »EFRE Call Grüne Infrastruktur NRW« des Landes ist jetzt von einem Gremium empfohlen worden – die Chancen für eine Umsetzung seien laut der Stadt Höxter sehr gut.

Hochschule und Stadt haben bereits im Mai ihre Eckpfeiler zur Bewerbung für das Förderprojekt vorgestellt – einige davon hat jetzt ein interministerieller Arbeitskreis empfohlen. Das Gesamtvolumen für die Projekte beträgt 3,6 Millionen Euro (80 Prozent Förderung). Nach der Förderempfehlung werden jetzt die Maßnahmenplanung vorangetrieben und entsprechende Förderanträge bis Juni bei der Bezirksregierung gestellt. Ende des Förderzeitraums ist der 31. Dezember 2023.

Konzept hat drei Eckpfeiler

Gefördert werden könnten die Projekte »Bildungslandschaft«, »Öffentliche Gärten im Stadtkern« und »Schelpegrünzug mit Klostergarten«. »Wir wollen die gesamte Stadt mit diesen Maßnahmen ein Stück weit attraktiver machen. Wir haben den nötigen Elan – deshalb bin ich optimistisch, dass wir Erfolg mit unseren Förderanträgen haben werden«, sagte Alexander Fischer am Montag bei einer Pressekonferenz. Der Bürgermeister und die Erste Beigeordnete Maria Schmidt ergänzten: »Ohne die Hochschule wäre die gesamte Planung nicht möglich gewesen. Sie ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.« Die gute Zusammenarbeit unterstrich auch Prof. Dr. Hans-Pe­ter Rohler (Hochschule) und betonte: »Wir wollen Natur erlebbar machen.« Landtagsabgeordneter Matthias Goeken (CDU) sagte in einer Stellungnahme: »Der ländliche Raum kann durch dieses Projekt noch attraktiver für Mensch, Natur und Wirtschaft werden.«

Bildungslandschaft

Das Projekt mit einem Volumen von 1,7 Millionen Euro zielt laut Rohler auf die Stärkung des Bildungsstandortes ab. »Zum einen wird die räumliche Verbindung zwischen dem Schulzentrum und der Hochschule mit der Innenstadt attraktiver und für die Bevölkerung sichtbarer gestaltet, zum anderen werden vorhandene Bildungsangebote im Bereich nachhaltiger Natur und Umweltbildung (BNE) konzeptionell sowie praktisch erweitert. Außerdem sollen Inhalte für die Bevölkerung zeitgemäß aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden«, sagte er. In Zusammenarbeit mit Schülern, Lehrern und Eltern haben Studenten der Hochschule bereits einige Ideen erarbeitet, auch ein Masterplan für den Botanischen Garten liegt vor. Zu Maßnahmen am Schulzentrum sagte Maria Schmidt: »Durch die Förderung können wir aus einem eigenen Euro gleich acht Euro machen. Deswegen sollen diverse Maßnahmen erst nach den hoffentlich bewilligten Förderanträgen ab Juni 2019 angegangen werden.«

Öffentliche Gärten

140.000 Euro stehen bei einem positiven Förderbescheid für das Projekt zur Verfügung, das sowohl die Freiraumsituation als auch die soziale Situation der Altstadt aufgreift. Hier sollen zum einen nicht zugängliche Freiräume – Gärten von leer stehenden Häusern und Stadtbrachen – durch engagierte Gruppen und Anwohner qualitativ aufgewertet werden und zum anderen den umliegenden Quartieren als neugewonnener Aufenthalts- und Kommunikationspunkt dienen. Rohler: »Wir wollen das Naturerlebnis in die Innenstadt holen und das Gärtnern als Format für die nachhaltige sowie soziale Entwicklung von Quartieren nutzen.«

Schelpegrünzug

Der Schelpegrünzug ist eine etwa 700 Meter lange innerstädtische Grünflächenstruktur parallel zum Bachlauf der Schelpe auf der Grenze des Wohngebietes Rohrweg und des Gewerbegebietes Zur Lüre. »Diese Grünflächen sollen räumlich erweitert werden. Wir wollen außerdem die vorhandenen Lücken im bestehenden Wegeverlauf schließen«, sagte Rohler. Ziel ist die Entwicklung einer durchgehenden Grün- und Wegeverbindung von der Schelpemündung in die Weser bis zum koptischen Klostergarten in Brenkhausen. Hier soll in Kooperation mit der Hochschule ein zeitgemäßer Klostergarten entstehen. »Ich könnte mir einen Nutzgarten mit Obst, Gemüse und auch Tieren sehr gut vorstellen«, sagte Bischof Anba Damian auf Anfrage. Anbaumethoden und Kulturpflanzen sollen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Außerdem soll in Höxter im Bereich Albaxer Straße/Rohrweg eine Anbindung an die Wallanlagen angestrebt werden. Neben der Wegeverbindung sollen im Verlauf des Schelpegrünzuges Naturerlebnisflächen entstehen. Das Volumen: 1,7 Millionen Euro.

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