Muschelkalkfelsen sind brüchig – Landesbehörde plant Millionenprojekt - neue Weserbrücken
B 83 für sieben Jahre gesperrt

Holzminden/Höxter (WB/iwas). Das ist der Hammer für alle Autofahrer und für den Schwerverkehr: Die B 83 zwischen Polle und Bodenwerder (Kreis Holzminden) soll ab Mai für mindestens sieben Jahre voll gesperrt werden. Grund sind die brüchigen Muschelkalkfelsen, die neu abgesichert werden müssen. Dadurch müssten Autofahrer Umwege von bis zu 45 Minuten in Kauf nehmen.

Dienstag, 24.04.2018, 18:30 Uhr aktualisiert: 24.04.2018, 19:26 Uhr
Schon 2016 im Sommer ist die B 83 hinter Stahle über viele Kilometer voll gesperrt und saniert worden. Jetzt wird die wichtige Wesertal-Strecke ab Polle sieben Jahre gesperrt. Foto: Michael Robrecht
Schon 2016 im Sommer ist die B 83 hinter Stahle über viele Kilometer voll gesperrt und saniert worden. Jetzt wird die wichtige Wesertal-Strecke ab Polle sieben Jahre gesperrt. Foto: Michael Robrecht

Die B 83 gilt als eine der Hauptverkehrsadern im Weserbergland. Wegen der aktuellen Ith-Sperrung (wir berichteten) nutzen einige Autofahrer in Richtung Hannover die B 83 als Ausweichstrecke. Bereits 2017 wurde die Steilwand mit bis zu 80 Meter hohen Felsen, mit einem Laser gescannt. Dabei wurde nach Angaben der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau in Niedersachsen festgestellt, dass sich die Lage im Vergleich zu Messungen im Jahr 2011 verschlechtert habe. Damit könne die Landesbehörde die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleisten.

Ein weiterer Grund ist nach Angaben der Landesbehörde der »Spanische Flagge«-Schmetterling. Stahlnetze, Schutzzäune oder Felsanker, die für die Sicherheit der Felsen zwischen Polle und Bodenwerder sorgen würden, könnten das Gebiet beeinträchtigen. Behoben werden könne dieses Problem nur mit einer Verlegung der B 83, möglicherweise mit zwei Brücken über die Weser, oder mit einer Sondergenehmigung der EU-Kommission aus Brüssel – die mindestens sieben Jahre auf sich warten lassen könnte. Das Gesamtprojekt werde auf bis zu 35 Millionen Euro geschätzt.

Kommentare

Aufmerksamer Beobachter  schrieb: 26.04.2018 12:17
Überall Schmetterlinge
Hat schon mal jemand ausgerechnet wie hoch der volkswirtschaftlich Schaden pro gezählten Schmetterling ist. Inklusive auch Zeitaufwand der Bürger und Firmen und Mehrverbrauch an Kraftstoff, Maschinenverschleiß, zusätzliche Umweltverschmutzung... Über 7 Jahre womöglich mehrere zehntausend Euros pro Falter.

Auf der gegenüberliegenden Weserseite sind auch Felswände, dort verläuft eine Nebenstrecke. Wenn mehr Autos nun dort langfahren, stören sie dann nicht die dort lebenden Schmetterlinge durch Lärm und Abgase?!


Herr Elpe  schrieb: 26.04.2018 10:36
Hier haben sich ja wieder richtige Intelligenzbestien unter den kommentaren versammelt :).
chico  schrieb: 25.04.2018 18:03
Wozu brauchen wir die EU? Auch an diesem Beispiel wird deutlich, dass die EU für den normalen Bürger völlig unsinnig ist. Die Erfindung der EU dient nur noch der Verkomplizierung aller Prozesse. Internationale Konzerne können sich Rechtsanwälte leisten, um das Dickicht der Rechtslagen und Gesetze für sich auszunutzen. Die Politiker sind zu naiv und unwissend, um diese Situation zu durchschauen. Ich gratulieren zu dem Desaster.

Ich gratuliere
Pendler aus Polle  schrieb: 25.04.2018 10:23
Schnelle Sicherung
Also ich bin für Stahlnetze, Schutzzäune und Felsanker, die Schmetterlinge können sich ja nach wie vor auf die Steine zwischen dem Netz setzen oder auf das Netz selber.

Solche Absicherungsarbeiten müssten eigentlich in wenigen Monaten zu schaffen sein.
4 Kommentare
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