Acht Komplexe der Weserklippen werden saniert – Autofahrer missachten Sperrung
B 83: Wiederöffnung 2018 fraglich

Höxter/Polle (WB). Eine Satire-Internetseite hat die sofortige Wiederöffnung der komplett gesperrten B 83 bei Polle verkündet. Bitte was? »Dies ist eine falsche Nachricht«, reagiert die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in einer Pressemitteilung.

Donnerstag, 21.06.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 21.06.2018, 20:49 Uhr
Dieses Foto zeigt die mehr als 70 Meter hohen Felswände an der Weser, die an acht Stellen über der B83 saniert werden müssen. Foto: dpa
Dieses Foto zeigt die mehr als 70 Meter hohen Felswände an der Weser, die an acht Stellen über der B83 saniert werden müssen. Foto: dpa

Die Absperrung des Straßenabschnittes Steinmühle sei von Unbekannten entwendet und von der Baufirma aber sofort wieder ersetzt worden. Es sei Anzeige erstattet worden, berichtet die Straßenbaubehörde.

Zur genaueren Festlegung einzelner Sicherungsmaßnahmen werden seit Tagen Bohrungen und Zugversuche in den Felsformationen vorgenommen. Die Arbeiten beanspruchen einen Zeitraum von vier Wochen und haben schon erste Ergebnisse gebracht. Uta Weiner-Kohl (Vizechefin Landesbehörde Straßenbau) sagte auf einem IHK-Forum vielsagend, dass der Terminplan mit einer Öffnung noch 2018 »sehr sportlich« sei.

Sperrung missachtet

An den Felsen gibt es acht Stellen, an denen größere Felsstücke abstürzen können. Mit Nägeln und Stahlnetzen werden Teilstücke gesichert. Unklar ist, wie man auf eine drei Meter dicke Gesteinsschicht reagiert, die sich quer durch den Hang zieht und sehr weich und bröselig ist. Spritzbeton und Bewehrungen müssen laut Experten für Sicherheit sorgen. Eine Abstimmung mit dem Gutachter für die Hangsicherungsmaßnahmen ist erfolgt.

Dann gibt es Probleme mit einzelnen Personen, die die B 83-Sperrung der Strecke dreist missachten und die ausführende Firma mit ihren Mitarbeitern vor Ort gefährden. Neben Anzeigen würden weitere Maßnahmen geprüft und umgesetzt, kündigte ein Sprecher der Landesbehörde an.

»Erheblich größere Dimension«

Ein Fachgespräch und die Besichtigung einer Hangsicherungsmaßnahme in Hessen sind erfolgt und haben weitere Erkenntnisse für die Weserklippen gebracht. Es ist außerdem deutlich geworden, dass die Hangsituation bei Steinmühle bezüglich Umfang und Gefährdungssituation »eine erheblich größere Dimension« hat, so die Landesbehörde.

An der Bundesstraße 83 lösen sich auf 1,5 Kilometern bei Steinmühle seit Jahren Felsbrocken unterschiedlicher Größe und gefährden den dichten Straßenverkehr. Zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit wurde der Hang regelmäßig am Ende der Frostperiode vom Lockergestein befreit und die Schuttkegel geräumt. Zudem sind bereits Schutzwände im Straßenseitenraum errichtet worden.

Ein Gutachten zur Analyse der Gefährdungslage aus 2011 ergab, dass grundlegende Sicherungsarbeiten an der Felsböschung erforderlich sind. Die Kosten werden auf fünf Millionen Euro geschätzt. Bedingt durch die Gefährdungslage war nur eine geordnete Sperrung der B83 möglich (wir berichteten auch über die Probleme wegen des geschützten Schmetterlings »Spanische Flagge«).

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