Di., 04.09.2018

Erneuerungen bei Gummimischern geplant – Geschäftsführer vermelden Umsatzrekord Optibelt investiert in Höxter Millionen

Konrad Ummen (links) und Reinhold Mühlbeyer sind Geschäftsführer bei Arntz-Optibelt. Gestern haben sie angekündigt, die Produktionsanlagen für Gummi-Mischungen mit einem Investitionsvolumen von vier Millionen Euro zu erneuern.

Konrad Ummen (links) und Reinhold Mühlbeyer sind Geschäftsführer bei Arntz-Optibelt. Gestern haben sie angekündigt, die Produktionsanlagen für Gummi-Mischungen mit einem Investitionsvolumen von vier Millionen Euro zu erneuern. Foto: Marius Thöne

Von Marius Thöne

Höxter (WB). Der Höxteraner Keilriemenhersteller Arntz-Optibelt hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord aufgestellt. Insgesamt erlöste die Arntz-Optibelt-Gruppe 272 Millionen Euro. Das sind 12,5 Prozent mehr als 2016. Zugleich kündigten die Geschäftsführer Reinhold Mühlbeyer und Konrad Ummen gestern eine Millioneninvestition am Stammsitz in Höxter an.

Vier Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in die Erneuerung und Modernisierung der Produktion für Gummi-Mischungen fließen. »Wir haben mit der Planung für die neue Mischerlinie schon im vergangenen Jahr begonnen«, sagte Konrad Ummen. Derzeit befinde man sich im Beschaffungsprozess. Im kommenden Jahr solle die Anlage angeliefert und installiert werden, so dass voraussichtlich 2020 mit der Serienproduktion begonnen werden könne, erläuterte Ummen die Pläne des Unternehmens.

Weiteres Umsatzwachstum erwartet

In Höxter stellt Arntz-Optibelt mit 1000 Mitarbeitern Keilriemen, Breitkeilriemen, Kraftbänder und Rippenbänder her. Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung weiteres Umsatzwachstum. Die ersten acht Monate seien sehr erfolgreich verlaufen. »Der Umsatz liegt damit etwa 4,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum«, berichtete Mühlbeyer gestern während einer Pressekonferenz. Die Optibelt-Gruppe peilt für 2018 einen Umsatz von 284,3 Millionen Euro an. Zu Ergebnissen macht das Unternehmen selbst traditionell keine Angaben. Laut Bundesanzeiger lag der Konzernjahresüberschuss 2016 bei rund 9,8 Millionen Euro. Aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor.

Wachstumsmärkte waren für die Optibelt-Gruppe in den vergangenen Monaten die USA, Kanada und Südamerika (plus 12,7 Prozent), Asien (plus 5,1 Prozent) und Europa (plus 2,8 Prozent). Zurückgegangen ist der Absatz im Mittleren Osten und Afrika (minus 6,4 Prozent). Das Minus sei auch der unsicheren politischen Lage in den betroffenen Ländern geschuldet, sagte Mühlbeyer, der betonte, dass Europa für Arntz-Optibelt nach wie vor der wichtigste Markt sei. Zu den Kunden gehören namhafte Firmen wie Claas (Landmaschinen), John Deere (Traktoren), Husqvarna (Rasenmäher), Samsung und Miele (Haushaltsgeräte). In ihren Produkten sind Antriebsriemen von Arntz-Optibelt verbaut.

»Dramatische Preissteigerung« im Rohstoffeinkauf

Für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sehen Mühlbeyer und Ummen auch Risiken. So sei der chinesische Markt auf Grund der US-Zölle unter Druck geraten, ebenso sei unklar, wie sich der britische Markt nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU entwickeln wird. Auch die teils massiven Abwertungen von Rubel, türkischer Lira und indischer Rupie bereiten dem Höxteraner Unternehmen Sorgen. »Weil unsere Produkte in den betroffenen Staaten dann teurer werden«, erläutert Mühlbeyer.

Beim Rohstoffeinkauf habe es aufgrund der guten konjunkturellen Gesamtlage und der daraus resultierenden Materialknappheit zum Teil »dramatische Preissteigerungen« gegeben. In den vergangenen vier Jahren hätten sich darüber hinaus viele Keilriemenhändler zusammengeschlossen, so dass es auch auf der Absatzseite eine zunehmende Konzentration des Wettbewerbs gebe. »Der typische deutsche Mittelstand in diesem Bereich verschwindet langsam«, sagte Mühlbeyer. Weil es immer schwieriger werde, qualifiziertes Personal zu finden, würden auch hier die Kosten steigen – mit Druck aufs Geschäftsergebnis.

Optibelt möchte sich darum weiter als Anbieter von technisch anspruchsvollen Lösungen im Antriebsbereich positionieren. Dazu zählen nicht nur Riemen. In Rinteln werden mit 69 Mitarbeitern Sonderlösungen für Kunden entwickelt, und das Werk in Heijen (Niederlande, 45 Mitarbeiter) bietet ganze Antriebs-Baugruppen mit Zahn- und Schneckenrädern sowie Sonderscheiben an.

Daten und Fakten

Die familiengeführte Arntz-Optibelt Gruppe wurde 1872 von Emil Arntz gegründet. Neben dem Stammsitz an der Corveyer Allee in Höxter, unterhält das Unternehmen weitere sieben Produktionsstandorte, davon mit Rinteln und Bad Blankenburg zwei in Deutschland. Hinzu kommen Werke in den Niederlanden, Irland, Frankreich, Rumänien und China. Weltweit hat das Unternehmen 2300 Mitarbeiter. In 30 Ländern gibt es 33 Vertriebsstandorte und 24 Logistikzentren in 19 Staaten.

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