Mi., 12.09.2018

Ärger um Etablissement und irrlichternde Freier in Nachbars Garten Thema im Kreistag Holzminden Nr.15a: »Das Bordell ist illegal«

An den Teichen 15a: Das neue Freudenhaus sorgt für Diskussionen und Anwohnerprotest; rechts das Symrise-Werk.

An den Teichen 15a: Das neue Freudenhaus sorgt für Diskussionen und Anwohnerprotest; rechts das Symrise-Werk. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Holzminden (WB). Die »Bordell-Affäre« von Holzminden ist im Weserbergland nicht nur Gesprächsthema Nr. 1 sondern beschäftigt jetzt auch Verwaltungen und Politik. Die Kreisverwaltung Holzminden hat festgestellt: Das neue Etablissement im gelben Haus An den Teichen Nr. 15a sei illegal. Das bestätigte Kreispressesprecherin Marie-Luise Niegel dem WB.

Wie gestern berichtet, wendet sich Nachbar Christian Kauffmann gegen das Freudenhaus an der belebten Stelle nahe der Symrise-Hauptwerkszufahrt und berichtet von etlichen Freiern, die durch ihr Auto-Navigationsgerät direkt zu seiner Villa mit der Hausnummer 15 und nicht zum Häuschen 15a mit der roten Laterne fehlgeleitet würden. Er möchte von den auf dem großen Grundstück irrlichternden Männern endlich verschont werden.

Ob seine Intervention Erfolg hat, wird eine Prüfung eines Antrages des Bordellbetreibers auf Einrichtung eines Prostitutionsbetriebes ergeben, der beim Landkreis zur Prüfung vorliegt. Der Kreis hat die Stadt Holzminden zu einer Stellungnahme aufgefordert, ob eine Nutzungsänderung der Gaststätte »Onkel Toms Hütte« zum Bordell zulässig sei. Die Kreissprecherin hat bisher von der Stadt noch nicht gehört, ob es weiteren Protest von Anliegern oder dem benachbarten Duftstoffunternehmen Symrise gegen das »Erotikhaus« gibt. Beim Kreis hieß es, es gebe weitere Eingaben. Die baurechtlichen Prüfungen bei der Baufsicht der Stadt laufen seit August: Erst gab es keine Bedenken, jetzt offensichtlich doch.

Sogar den Kreistag beschäftigte das Bordellthema: Landrätin Angela Schürzeberg widersprach der Meinung von Bürgermeister Jürgen Daul, die Stadt habe mit der Genehmigung nichts zu tun. Die Kommune sei als Bauaufsicht im Boot. Offiziell gebe es dort noch gar keinen Etablissement, weil es keine Genehmigung gebe, stellte die Landrätin fest. Anwohner und der durch die Freier Hauptbetroffene, der Rechtsanwalt Christian Kauffmann, hofft, dass man das Freudenhaus Nr. 15a nicht genehmigt und es sofort schließt.

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