So., 16.09.2018

Landesgartenschau 2023 in Höxter: 350 Gäste bei Bürgerversammlung des Fördervereins »Wir alle sind Teil der großen Bewegung«

Der Förderverein ist erfolgreich in seine Kampagnenarbeit gestartet: Vorsitzende Ulrike Drees und der prominente Botschafter für den Verein und die LGS, Klaus Töpfer, nehmen das Maskottchen der Schau in Bad Iburg, RosaLotta, in die Mitte.

Der Förderverein ist erfolgreich in seine Kampagnenarbeit gestartet: Vorsitzende Ulrike Drees und der prominente Botschafter für den Verein und die LGS, Klaus Töpfer, nehmen das Maskottchen der Schau in Bad Iburg, RosaLotta, in die Mitte. Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Höxter (WB). Der Förderverein Landesgartenschau Höxter hat für den Start in seine Kampagnen-Arbeit 350 Bürgerinnen und Bürger mobilisiert und einige von ihnen auch gleich als Mitglieder gewonnen. Die Auftakt-Versammlung in der Stadthalle setzte nach der aufsehenerregenden Abgabe der Bewerbung in Düsseldorf mit zwei Bussen und dem bewegenden Empfang der LGS-Jury im Mai eine weiteres Zeichen der Aufbruchsstimmung.

Mit Höxters Ehrenbürger Professor Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesminister und langjähriger Chef des UNO-Umweltprogramms, hat der bereits knapp 100 Mitglieder starke Verein einen prominenten und beherzten Botschafter für sich und die LGS 2023 gewonnen. Er hielt bei der vom Stahler Blasorchester mitgestalteten Bürgerversammlung am Samstag ein leidenschaftliches Plädoyer für die Region, in der er als Flüchtlingskind aufgewachsen ist, und warb für Tatkraft und Ideenreichtum in der Ausgestaltung der Zukunft. »Wir müssen den Menschen zeigen, dass es sich lohnt, in einem intakten ländlichen Raum zu leben, hier Kinder zu bekommen und sie mit der Natur aufwachsen zu lassen – dass es hier Menschen gibt, die die Zukunft aktiv und kreativ gestalten: in der Region und für die Region«, appellierte Töpfer leidenschaftlich an die Bürgerinnen und Bürger, dem Förderverein beizutreten und sich in die LGS-Planungen für 2023 einzubringen. Denn dieses Großevent ist, wie er betont, eine Plattform, die den ländlichen Raum von seiner attraktiven Seite zeigt.

Brückenschlag liegt Ehrenbürger am Herzen

Am Herzen liegt dem Ehrenbürger aber auch der Brückenschlag in die niedersächsische Nachbarregion jenseits der Weser. »Die Grenze zwischen Niedersachsen und NRW ist ja fast so schlimm wie die zwischen Europa und Afrika«, brachte Töpfer – der Weltbürger mit Wurzeln und Bodenständigkeit – seine Sicht auf die Schranken in vielen Köpfen augenzwinkernd zum Ausdruck. Und als er von Kreativität sprach, fügte er der Ideensammlung, zu der die Versammlung Gelegenheit bot, einen konkreten Vorschlag hinzu: Ein Parkplatz auf der anderen Weserseite und ein Fährtransfer zur Welterbestätte Corvey: Das werte Corvey auf, schaffe Verbindungen zu den Nachbarn, und die Überfahrt an sich sei schon ein Event.

Gast aus Bad Iburg macht Höxteranern Mut

An Töpfers mobilisierende Worte (»Nichtstun geht nicht!«) schloss sich ein weiterer Mutmacher an: Matthias Partezke, Vorsitzender des Fördervereins der bis Oktober laufenden Landesgartenschau in Bad Iburg, eroberte samt farbenfrohem Maskottchen, RosaLotta, die Herzen. Einen bunten Strauß an Anregungen gab er dem Förderverein und seiner Vorsitzenden Ulrike Drees, aber auch den vielen Zuhörern mit auf den Weg. Beispiel: Ideensammlung. »Wir haben mehr als 70 Projektideen gesammelt, in Buchform veröffentlicht und der Durchführungsgesellschaft der Landesgartenschau übergeben.«

Diesen Gedanken griff Ulrike Drees beim Blick auf die Stellwände am anderen Ende des Saales auf: Dort hefteten viele Bürger nämlich eine Fülle von Vorschlägen an.

Höxter habe mehr Zeit als Bad Iburg, wo erst im Dezember 2015 das Startsignal für 2018 gefallen sei, so Matthias Partezke. »Fangen Sie trotzdem rechtzeitig an. Sie sind die Speerspitze des Netzwerks. Sprechen Sie frühzeitig Unternehmen an, wenn es darum geht, nachhaltige Projekte zu entwickeln. Und organisieren Sie Ehrenämter.« Dazu gehörten Gästeführer. In Bad Iburg leitet Dr. Friederike Pellengahr, gebürtig aus Brenkhausen stammend, das Team der Ehrenamtlichen. »Die Aufbruchsstimmung hier macht mich stolz auf meine Heimat«, sagte sie bei der Versammlung in der Stadthalle. »Eine Landesgartenschau ist identitätsstiftend.«

Viele Hausaufgaben gemacht

Was seit dem »Ja« aus Düsseldorf geschehen ist, erläuterte Claudia Koch, Baudezernentin und Geschäftsführerin der Landesgartenschau gGmbH. Sie ist nach dem bewegenden Empfang der Jury Anfang Mai felsenfest davon überzeugt, dass die LGS 2023 »kein Arbeitstitel, sondern längst ein Lebensgefühl ist«. Von der Förderantragstellung bis hin zu den Vorbereitungen für den vorgeschriebenen Landschaftsarchitektur-Wettbewerb mit europaweiter Ausschreibung und den vielen Absprachen mit Fachbehörden hat sie seit Mai Hausaufgaben gemacht, von der die Öffentlichkeit wenig mitbekommen hat.

Logo und Maskottchen müssen entworfen werden

Koch hofft, dass die Bewilligung Ende des Jahres da ist »und wir dann ins ›Doing‹ kommen«. Logo und Maskottchen müssen auch entworfen werden. Es gibt also viel zu tun. Und es stehen nachhaltige stadtgestalterische Verbesserungen in Aussicht. »Wir werden ab dem R1 und dem Dampferanleger eine neue Weserpromenade bauen«, kündigte Koch bei ihren enthusiastischen Erläuterungen der Planungen an. In Corvey werde die LGS für den im Welterbe-Managementplan vorgesehenen Archäologiepark Impulse setzen – so dass die 1265 untergegangene Stadt Corvey, das »Pompeji von Höxter« (Claudia Koch), sicht- und erlebbar wird.

Die Verknüpfung des Welterbes, der Weser und der Stadt hob Bürgermeister Alexander Fischer in seinem Grußwort hervor. Er will auf die Ortsausschüsse der Ortschaften zugehen. Sie einzubinden, ist allen Beteiligten ein Anliegen. Und: Fischer freute sich, dass Boffzens Samtgemeindebürgermeister Uwe König, der bei der Versammlung ebenso wie weitere Amtskollegen aus der Region dabei war, dem Förderverein beitreten will.

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Das Projekt ist die absolute Chance für den Kreis Höxter. Wir rücken mit der LGS in die Mitte des Landes. Es eint unsere Stadt.

Ulrike Drees

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Vorsitzende Ulrike Drees warb für viele Mitgliedschaften: »Je mehr wir sind, desto mehr Einfluss haben wir. Wir alle sind Teil der großen Bewegung Landesgartenschau 2023. Das Projekt ist die absolute Chance für den Kreis Höxter. Wir rücken mit der LGS in die Mitte des Landes. Es eint unsere Stadt.« Der Förderverein sei die Plattform für die Teilhabe und das Sprachrohr der Bürger. Dazu gehörten auch Sorgen und Nöte, die es gelte, ebenfalls ganz offen ins Gespräch zu bringen. Mitgliedsanträge gibt es bei Bücher Brand. Sie können auch per Email unter info@foerderverein-lgs.org angefordert werden.

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