Fr., 12.10.2018

Haus Schaefer in Höxter und weitere Baudenkmäler der Region in Denkmalkalender Fachwerk-Juwel begleitet durch den Mai

Umrahmt vom verzierten Torbogen im Erdgeschoss ihres Hauses halten Liesel und Carl Schaefer den Kalender in Händen: Das Mai-Kalenderblatt ist ihrem stadtbildprägenden Baudenkmal gewidmet.

Umrahmt vom verzierten Torbogen im Erdgeschoss ihres Hauses halten Liesel und Carl Schaefer den Kalender in Händen: Das Mai-Kalenderblatt ist ihrem stadtbildprägenden Baudenkmal gewidmet. Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Höxter (WB). Das Weserrenaissance-Juwel Haus Schaefer repräsentiert Höxter im Kalender »Denkmal des Monats« der Regionalgruppe Ostwestfalen-Lippe der Arbeitsgemeinschaft »Historische Stadt- und Ortskerne«. Darüber freuen sich die Eigentümer Carl und Liesel Schaefer.

Der großformatige, hochwertig gestaltete Foto-Kalender begleitet Freunde historischer Bausubstanz durch das Jahr 2019. Das stadtbildprägende Haus Schaefer in der Marktstraße 18 bis 20 mit seiner prachtvollen Fassade ziert das Kalenderblatt des Wonnemonats Mai. Aus dem Kreis Höxter sind außerdem Brakel (September, Kapelle am Hanekamp mit Kriegerehrung), Warburg (Oktober, Kirche Mariä Heimsuchung) und Nieheim (November, Sankt-Nikolaus-Hospital) vertreten. Der Fotograf Michael Reimer aus Lemgo hat die Baudenkmäler in Szene gesetzt. Bei allen zwölf Objekten rundet eine zweite Seite mit informativen Erläuterungen zum Baudenkmal selbst und zur jeweiligen Standort-Stadt die Präsentation ab. So gerät dieser Kalender, der im Buchhandel erhältlich ist, zu einer Hommage an das städtebauliche Erbe der Region und regt zur Entdeckungsreise an.

Dr. Reiner Austermann, Vorsitzender der Regionalgruppe OWL der Arbeitsgemeinschaft, dankt im Vorwort den Eigentümern, die mit oft hohem finanziellem und persönlichem Aufwand für den Erhalt ihrer Denkmäler sorgen. Das ist bei Carl und Liesel Schaefer der Fall: Der Prachtfassade ihres Hauses haben Baumängel seit 1984 drei teure Komplettsanierungen beschert (das WESTFALEN-BLATT berichtete am 14. Juli in seiner Serie »Hausgeschichten«). Das Ehepaar wohnt in den Obergeschossen des 1571 unter Einbeziehung eines mittelalterlichen Steinhauses entstandenen Fachwerkbaus.

Vor 35 Jahren hatte die Familie einen schwerwiegenden Entschluss zu fassen: Abriss oder Sanierung? Diese Frage galt es angesichts des maroden Zustandes des großen Giebelhauses und des 1977 von Carl Schaefer dazugekauften, traufständigen kleinen Nachbarhauses von 1552 abzuwägen. Das prachtvolle Fachwerk schlummerte damals unbemerkt hinter einer Schieferverkleidung.

Heute gehört die Fassade zu den meistfotografierten Motiven in Höxter. Und sie bildet auch die jüngere Familiengeschichte der Eigentümer ab: Da die untere Reihe des Schnitzwerks zerstört war, ergänzten die Schaefers sie mit einer persönlichen Note. Der befreundete Bildhauer Franz Auth stellte im rechten Bild Carl Schaefer als Schäfer, also Behüter des Hauses, dar. In einem der Zwickel daneben wachsen aus einer Blumenknolle fünf Blüten mit Kindergesichtern. Sie geben den Kindern des Eigentümerpaares, Stephan (48), Catrin (46), Sören (41), Carl-Christopher (34) und Michel (31), einen würdigen Platz am Haus der Eltern. Der lange Spruch der durchlaufenden Inschrift am Schwellholz des zweiten Obergeschosses unter den Fächerrosetten am Haus Nummer 18 verliert, so Carl Schaefer, nie an Aktualität: »Bewahr’ dein’ Ehr’, hüte dich vor Schand’. Ehr’ ist fürwahr dein höchstes Pfand. Hast du die Schand’ einmal versehen, so ist es um dein’ Ehr’ geschehen«, zitiert Liesel Schaefer ihn in hochdeutscher Übersetzung.

Die Denkmalexperten der Arbeitsgemeinschaft stufen das Haus Schaefer in den Erläuterungen zum Kalenderblatt als ein außergewöhnlich repräsentatives und für Höxter zu den bedeutendsten baugeschichtlichen Zeugnissen zählendes Denkmal ein. Das Haus sei mit der Dichte und Geschlossenheit seines baulichen Schmucks einzigartig in Höxter und darüber hinaus. Das enorme Engagement der Eigentümer für den Erhalt wird ausdrücklich gewürdigt. »Diese Anerkennung freut uns sehr«, betonen die Schaefers. Gerade weil sie ihr Haus mit so viel Liebe erhalten, sind sie glücklich über die ansprechende Platzierung im Kalender.

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