Fr., 12.10.2018

Premiere: MdB Christian Haase bietet Bürgerpraktikum an – spannende Zeit für Melanie Süßmilch »Ich habe erlebt, wie das Regieren geht«

Melanie Süßmilch war in der Hauptstadt Berlin eine Woche lang Praktikantin bei dem Bundestagsabordneten Christian Haase (CDU) aus dem Kreis Höxter.

Melanie Süßmilch war in der Hauptstadt Berlin eine Woche lang Praktikantin bei dem Bundestagsabordneten Christian Haase (CDU) aus dem Kreis Höxter. Foto: Josefine Barisic-Sawatzky

Von Harald Iding

Berlin/Höxter (WB). Wie werden wir eigentlich regiert? Wie funktioniert das mit der Gesetzgebung? »Eine Woche lang hatte ich die Möglichkeit, direkt in Berlin Fragen zu stellen und an Sitzungen der Fachleute und Spitzenpolitiker teilzunehmen«, sagt Melanie Süßmilch aus Boffzen. Die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern (21 und 23) hat an einem vom heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase erstmals angebotenen »Bürgerpraktikum« teilgenommen.

Als engagierte, parteilose Kommunalpolitikerin gehört Melanie Süßmilch dem Gemeinderat Boffzen an. Die Heilpädagogin führt zudem als Vorsitzende den Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Integration in Boffzen. Mitglied ist sie noch im Ausschuss für Kultur und Tourismus. Es gibt also viele Lebensbereiche, in die Melanie Süßmilch einen guten Einblick hat.

Von früh um 7 Uhr bis zum Abend

»Es es mein Hauptanliegen gewesen, in Berlin zu erfahren, wie Gesetze gestaltet und wie wir überhaupt regiert werden. Ich wollte die große Politik einmal authentisch erleben – dazu hatte ich fünf Tage lang von früh um 7 Uhr bis abends manchmal weit nach der Tagesschau reichlich Gelegenheit. Ich habe erlebt, wie das Regieren geht«, schildert Melanie Süßmilch im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT ihre Erfahrungen in der Hauptstadt.

MIt der »Kaffeerunde« fing alles an

Erstmals kennengelernt hat die Boffzenerin den Abgeordneten Christian Haase aus Beverungen bei einer persönlichen »Kaffeerunde« im vergangenen Jahr.

Im Wahlkampf bot Haase ein persönliches Gespräch für jeden interessierten Bürger an – bei »Kaffee und Kuchen«, direkt bei den Leuten daheim. »Ich war eine von diesen Bürgern. Die offene, empathische Art des CDU-Abgeordneten hat mir gleich gefallen. Dann kam aus Berlin das Angebot, ihn eine Woche lang zu begleiten. Die Vorfreude war groß und ich wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil. Der Respekt vor der Arbeitsleistung der Mitglieder des Deutschen Bundestages ist groß.«

Strengste Eingangskontrollen

Groß sind in Berlin auch die ­Sicherheitsvorschriften – das hat Melanie Süßmilch gleich am ersten Tag als Praktikantin mitbekommen. »Nachdem ich mir selbst ein Quartier für die Praktikumszeit gesucht hatte, fuhr ich täglich mit der Straßenbahn zum Büro des Abgeordneten. Ins Regierungsviertel kommt man nicht einfach so hinein. Fast an jeder Ecke gibt es Kontrollen. Meist musste mich Herr Haase persönlich an den Kontrollstellen abholen, damit ich Zugang erhielt.«

Sie hatte in dem Berlinbüro von Haase sogar einen eigenen Schreibtisch mit Computer und sie sei von den Büro-Mitarbeitern herzlich empfangen worden.

Diskussionen und »Werkstattgespräche«

»Im Wochenplan war ich aktiv mit eingeplant. Ich durfte an Gesprächen zum Beispiel mit der Deutschen Säge- und Holzindustrie teilnehmen, an einem Infotermin über neue Züchtungsmethoden (Thema »CRISP/CAS9«, Biochemie), an politischen Diskussionen wie beispielsweise beim Wassertag VKU (Verband Kommunaler Unternehmer) oder des Interessenverbands »Shopping Center« über den Veränderungsprozess im deutschen Einzelhandel. Mich stellte Herr Haase dabei immer als eine seiner Mitarbeiterinnen vor. Der Respekt hat mich beeindruckt.«

Es gab zudem ein »Werkstattgespräch« der Deutsch-Griechischen-Versammlung, die auf Interesse der Bürgerin aus dem Weserbergland stieß. »Und was für mich natürlich besonders spannend war, ich durfte an der AG Kommunalpolitik teilnehmen, in der das Kitagesetz im Fokus stand, für das es aus meiner Sicht einige Verbesserungsvorschläge gibt. Ich bin der Meinung, dass es zwar gut ist, wenn man Geld für eine Beitragsbefreiung in die Hand nimmt – aber damit ist noch längst keine Qualitätsverbesserung in der Arbeit und Betreuung der Kinder verbunden. Man sollte auch den Schlüssel Erzieher-Kinder pro Gruppe ändern. Mehr Kolleginnen sollten sich um weniger Kinder kümmern. Das würde viele positive Entwicklungen nach sich ziehen. Kinder sind das höchste Gut, das die Gesellschaft hat.«

»Aufregende Haushaltssitzungswoche«

Melanie Süßmilch hat den CDU-Abgeordneten Christian Haase bei vielen Gesprächen begleiten dürfen – im Büro, im Abgeordnetenhaus oder auch außerhalb. »Den Fahrdienst für die Abgeordneten haben wir übrigens nie in Anspruch genommen. Meistens sind wir zu Fuß gegangen oder haben die öffentliche Tram genutzt.«

Sie konnte eine »aufregende Haushaltssitzungswoche« verfolgen, den vielschichtigen Arbeitstag einen Bundestagsabgeordneten kennenlernen und aktiv dabei sein.

»Das war großartig«, bilanziert Süßmilch. Profitiert hätten wohl beide Seiten von dem Austausch.

Zwei Seiten einer Medaille

Süßmilch: »Als Bürger denkt man ja oft, die machen in Berlin eh was sie wollen und sie haben gar keine Ahnung von uns. Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille. Wer nimmt sich denn bewusst als Bürger die Zeit, die Politik richtig kennenzulernen? Ich jedenfalls wünsche mir, dass noch viele Bürger aus der Region mir nachfolgen und von dem neuem Praktikum profitieren.«

Das Büroteam von Haase zeigte sich von der Praktikantin ebenfalls begeistert. Büroleiterin Josefine Barisic-Sawatzky: »Gerne können sich Interessenten aus dem Kreis Höxter bei uns in Berlin melden!«

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