Sa., 13.10.2018

Erstsemester lernen sich in Höxter bei Partys und »Wohnungsbesichtigungen« besser kennen Studienstart: Tour durch die Studenten-WG’s

Keine Nikolausfeiern, sondern die WG-Tour durch Höxters Studentenquartiere für die Erstsemester 2018.

Keine Nikolausfeiern, sondern die WG-Tour durch Höxters Studentenquartiere für die Erstsemester 2018. Foto: Julia Heine

Von Julia Heine

Höxter (WB). Auf dem Parkplatz an der Gartenstraße sieht es so aus, als sei bereits der Karneval angebrochen. In einer Ecke gibt es Weihnachtsmützen und Lebkuchen, während sich anderswo Schulkinder und Chinesen fröhlich zusammenfinden. Was steckt hinter diesem Schauspiel? Hier treffen sich gerade 120 Studenten, darunter viele Erstsemester, zur alljährlichen »WG-Tour«.

»Dieser Abend gehört für die Studenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe zur Tradition, seit vielen Jahren heißen wir so nämlich unsere ›Erstis‹ willkommen«, erklärt Luc Boekholt, Vorsitzender des Asta (Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) in Höxter. Er selbst trägt bereits eine blinkende Weihnachtsmütze und heißt jedes neue Gruppenmitglied mit einem Lebkuchen willkommen. Wie unschwer zu erkennen ist, gehören er und sein Kommilitone Alexander Muhl, bekannt als Alex, zur Weihnachtsgruppe. »Es gibt insgesamt sechs Gruppen mit je 20 bis 24 Studenten – natürlich auch aus den höheren Semestern, hier laufen nicht nur Erstis mit«, berichtet Alex, Hauptreferent des Asta. Als Startkapital bekomme jede Gruppe 30 Euro zur Verfügung gestellt, die nach belieben investiert werden können.

In der Weihnachtsgruppe ging das Budget nicht nur für die Mützen und Lebkuchen drauf, sondern natürlich auch für Glühwein und gebrannte Mandeln. »Der Weg zu den WGs soll schließlich auch Spaß machen«, lacht Luc. Um 18 Uhr geht es dann schließlich los in Richtung Corvey, die erste WG wartet schon.

18.30 Uhr – 70er-Jahre-WG

»Nicht nur die Gruppen haben heute ihr eigenes Motto, auch die WGs haben aus ihrem Budget von 50 Euro so einiges rausgeholt, eine normale Houseparty kann schließlich jeder«, kündigt Alex, der Landschaftsarchitektur im dritten Semester studiert, vor dem Hauseingang der 70er-Jahre- WG an. Und er hat nicht zu viel versprochen: Hinter der Tür verbergen sich bunte Lichter und Lametta. Passend dazu läuft zur Freude der männlichen Weihnachtselfen Abbas »Dancing Queen« in Dauerschleife.

Das letzte i-Tüpfelchen der Atmosphäre liefern jedoch die Gastgeberinnen mit Rollschuhen und Tutu. »In jeder der sechs WGs verbringen wir ungefähr 15 Minuten, dann gehen wir weiter zum nächsten Stopp«, kündigt Luc an. Leider – oder zur Freude der Männer, geht es dann auch schon weiter.

Der nächste Halt ist die Beachparty, mit einem Gratis-Cocktail für jeden und einer Menge Sand. Bei den Wanderungen zwischen den WGs fällt besonders eines auf: Der ganze Abend bedarf einer Menge Planung. »Wir vom Asta planen die Tour schon seit ungefähr drei Monaten, die WGs, die Lust hatten teilzunehmen, konnten sich bei uns bewerben. Anschließend haben wir dann die Formalitäten, wie das Budget geklärt und danach Teilnahmelisten für das Erstsemester ausgehangen«, erinnert sich Alex. Am letzten Tag konnten sich dann auch die höheren Semester eintragen. Wenige hundert Meter von der Beachparty entfernt wartet dann das Asta-Haus mit dem Motto Festival von da aus geht es weiter zur Halloween- und Raggaeparty. Schließlich kommt die Metal-WG.

21.30 Uhr- Metal-WG

Im Garten werden die Studenten mit Kerzenlicht begrüßt, aber mit Romantik hat die WG nichts zu tun, spätestens bei der dumpfen Musik, die nach draußen dröhnt und so gar nicht nach »Dancing Queen« klingt, sollte das auch dem letzten Studenten aufgefallen sein. In der WG angekommen erklärt »Freddy«, Vollblut- Metaler – mit schulterlangen Haaren – erst ein Mal die ungewöhnlichen »häuslichen Gepflogenheiten«. »Immer, wenn ihr ein Lied erkennt, rennt ihr zur Theke und nennt den Titel, der erste bekommt ein Freigetränk«. Dass jemand zur Theke stürmt, ist in den 15 Minuten in Freddys WG eher selten, trotzdem kommt die Musik anscheinend gut an. Ein »Ersti« freut sich nämlich bereits in Höxter gelandet zu sein: »Ich hätte nicht gedacht, dass in einer Kleinstadt wie Höxter so viel los ist«. Die darauf eher kritischen Blicke in der Runde sprechen für sich – wie lange das nach der ersten Woche noch so bleibt, ist für einige wohl fraglich.

Für diesen Abend ist jedoch noch nicht Schluss mit der ausgelassenen Stimmung, es geht noch weiter zu den Herminen, dort lautet das letzte Motto dann Oktoberfest.

Abschluss bei den Herminen

»Die Herminen sind eine Studentenverbindung in Höxter. Die letzten Jahre haben wir unsere Tour immer in Corvey beendet, aber dieses Jahr haben die meisten von uns so wenigstens keinen langen Heimweg«, berichtet Luc pragmatisch.

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