Di., 06.11.2018

St. Ansgar-Krankenhaus Höxter: KHWE dementiert Schließungsgerüchte - Hebammen gesucht Personalmangel auf Geburtshilfestation

Das St.-Ansgar-Krankenhaus Höxter hat eine große Geburtshilfestation. 1050 Kinder kamen dort 2017 auf die Welt.

Das St.-Ansgar-Krankenhaus Höxter hat eine große Geburtshilfestation. 1050 Kinder kamen dort 2017 auf die Welt. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). In deutschen Kliniken fehlen Hebammen. Das bedroht die Versorgung von Schwangeren – auch in Höxter am St.-Ansgar-Krankenhaus. Seit Jahren macht sich ein »wachsendes Hebammensterben« breit. Immer weniger Frauen wollen den Beruf erlernen. Auf der Geburtshilfestation des St. Ansgar hat der Trend Folgen. Vier Hebammen fallen für längere Zeit aus. Aushilfspersonal muss beschäftigt werden, aus der Stammbesetzung der Station sollen Kollegen einspringen. Es gab sogar Gerüchte, die Geburtshilfeabteilung müsse bald schließen, wenn sich nicht etwas ändere.

Existenzgefahr? Reinhard Spieß, Geschäftsführer der Hospitalvereinigung Weser-Egge, dementiert Flurfunk und Gerüchteküche in Höxter. »Ja, es gibt Probleme und personelle Engpässe. Aber wir schließen doch unsere Geburtshilfe nicht«, sagte er gestern gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. 1050 Geburten seien 2017 gezählt worden, man habe investiert und umgebaut. »Nein, um Gottes Willen. Wir müssen aber zügig die Personalprobleme lösen«, so Spieß. 14 Hebammen gebe es in Voll- und Teilzeit. Vier fielen aus. Über einen Personalconsulter würden auch überregional Hebammen für Höxter gesucht. Auch seien Kontakte zu anderen Häusern geknüpft worden. Es dauere heute aber seine Zeit, bis Personal generiert werden könne. Aufgabe sei es, die Versorgung sicherzustellen. Die Station sei Teil der Lösung und nicht das Problem.

»Wir ziehen zurzeit alle Register«, erklärte der Geschäftsführer. Es seien in den vergangenen Jahren zu wenige Hebammen ausgebildet worden. Auch die Umstellung auf eine akademische Hebammenausbildung mit dualem Studium verunsichere viele Bewerberinnen.

Auch Leih-Hebammen sind in Höxter Thema. Hausinterne Umsetzungen im St. Ansgar sollen die Lage auf der Geburtshilfestation umgehend verbessern. Reinhard Spieß bestätigt auch, dass zurzeit Überstunden gemacht würden.

Im Kreis Höxter bietet nur das St. Ansgar eine Geburtshilfliche Abteilung an. Viele Frauen gehen auch ins Holzmindener Krankenhaus, nach Kassel oder Paderborn. Im Südkreis bringen Frauen im Krankenhaus Volkmarsen ihre Kinder zur Welt. Auch hier gibt es Schließungsgerüchte, die aber dementiert wurden. In Warburg und Bad Driburg gibt es schon viele Jahre keine Geburtshilfeabteilungen in den Kliniken mehr.

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