Fr., 09.11.2018

Arbeiten an Steilhängen bei Polle-Steinmühle dauern viel länger – Ärger über Undurchfahrbarkeit B83-Sperrung: Bürger starten Unterschriftenaktion

Auf 1,5 Kilometern ist die Nord-Süd-Lebensader des Weserberglandes, die B83 bei Polle-Steinmühle, seit Pfingsten gesperrt. Die Felssanierungen ziehen sich doch länger hin als gedacht.

Auf 1,5 Kilometern ist die Nord-Süd-Lebensader des Weserberglandes, die B83 bei Polle-Steinmühle, seit Pfingsten gesperrt. Die Felssanierungen ziehen sich doch länger hin als gedacht.

Von Michael Robrecht

Höxter/Bodenwerder-Polle (WB). Die Vollsperrung der B 83 im Wesertal bei Steinmühle zwischen Holzminden und Bodenwerder ist für alle Autofahrer, Touristen und Firmen im Oberweserraum weiter ein Ärgernis. Jetzt läuft eine Online-Unterschriften-Sammlung gegen die Sperrung.

Seit Pfingsten im Mai dieses Jahres ist die Bundesstraße B83 im Bereich der Felsen von Steinmühle nicht befahrbar. Die zuständige niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln hat diese Komplettsperrung aufgrund eines Gutachtens verfügt. Die Planung der Behörde sieht jetzt vor, dass die Straße mindestens zwei Jahre aus Sicherheitsgründen nicht für den Verkehr freigegeben werden kann, berichten die in einer Initiative zusammengeschlossenen betroffenen Anwohner in den Weserorten, namentlich Brigitte und Manfred Lipka. Steinschlag soll den Verkehr dort gefährden, und eine seltene Schmetterlingsart (»Spanische Flagge«) verbietet eine Absicherung der Felswand.

Unter Beteiligung der örtlichen Landespolitiker aller Parteien sei zwar eine Änderung der Planung erreicht worden: Statt sieben Jahre sollten es nur einige Monate sein. Für die Winterzeit 2018/19 sollte ein wechselseitiger Verkehrsbetrieb mit Ampel installiert werden. Diese Planung wurde nun laut der Initiative von der Straßenbaubehörde wieder rückgängig gemacht. Die Vollsperrung soll weiter erhalten bleiben.

Gegen diese Maßnahme und für eine schnelle Bearbeitung der Problematik richtet sich die Initiative (schon 300 Unterschriften). Die Straßenbaubehörde soll sich voll umfänglich über die Folgen der durch die Sperrung betroffenen Menschen, der Arbeitsplätze, der Einschnitte in die wirtschaftliche Struktur der betroffenen Orte im Klaren werden. Nicht zu vergessen sei die erhöhte Verkehrsbelastung der Orte an den Umleitungsstrecken. Die Landtagspolitiker sollen sich noch stärker ihrer Verantwortung zur Weserberglandregion stellen, so die Bürger.

Warum eine Initiative mit einer Unterschriftensammlung? Viele Betroffene schimpfen und bekunden ihre Unzufriedenheit über diese Verkehrssituation. Aber fast niemand unternimmt etwas dagegen. So nehmen die Verantwortlichen (Straßenbaubehörde und Kreis Holzminden) nur ein allgemeines »Grummeln« der Bevölkerung war. Die massiven Einschnitte in die Lebensqualität der Betroffenen würden klein geredet, so Brigitte und Manfred Lipka. »Die B83 darf kein ›BER‹ werden! Daher wollen wir viele Unterschriften sammeln, um die Dringlichkeit einer zügigen Erledigung der Felsensanierung zu belegen.« Die Initiatoren der Unterschriftensammlung rufen alle Bürger im Weserbergland – von Hameln bis Höxter – auf, egal, ob sie persönlich betroffen seien oder einfach solidarisch, zu unterschreiben. Die Verwaltungen und die Politiker sollten lernen, dass der Anspruch der Bevölkerung nicht ignoriert werden dürfe, so Brigitte und Manfred Lipka aus Polle.

Link zur angelaufenen Internet-Unterschriftenaktion: www.openpetition.eu/petition/online/schnelle-aufhebung-der-vollsperrung-der-b83-im-bereich-von-steinmuehle

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