Fr., 07.12.2018

Bürger fordern weniger Bäume auf dem Friedhof in Brenkhausen Laub erhitzt die Gemüter

Sie alle wollen, dass sich auf dem Friedhof in Brenkhausen etwas ändert (von links): Wilhelm Bertels, Christa Schwarze, Friedhelm Schwarze, Wilma Eck, Werner Voss, Otti Diekmann und Heinrich Weskamp.

Sie alle wollen, dass sich auf dem Friedhof in Brenkhausen etwas ändert (von links): Wilhelm Bertels, Christa Schwarze, Friedhelm Schwarze, Wilma Eck, Werner Voss, Otti Diekmann und Heinrich Weskamp. Foto: Marius Thöne

Brenkhausen (thö). Wenn die Bäume im Herbst ihre Blätter verlieren, beginnt für viele auf dem Brenkhäuser Friedhof eine arbeitsreiche Zeit. 17 hohe Bäume stehen hier. Ihr Laub fällt direkt auf die Gräber. »Das muss sich ändern«, fordert Heinrich Weskamp, Mitglied im Ortsausschuss für die BfH. Er hat 233 Unterschriften für zwei Bürgeranträge »Reduzierung des Baumbestandes auf dem Friedhof« gesammelt.

Weskamp steht mit einigen betroffenen Bürgern vor dem Friedhofstor. »Das Laub muss weg, sonst gehen die Blumen darunter kaputt. Alle zwei Tage muss ich darum im Herbst auf den Friedhof kommen«, sagt die 82-jährige Christa Schwarze. Werner Voss (65) weist auf eine ganz andere Gefahr hin: »Wenn es regnet, sind die Blätter so nass, dass man auf den Wegen darauf ausrutscht«. das sei vor allem für ältere Menschen mit Rollator ein großes Problem, auch weil die Wurzeln der Bäume den Asphalt hochgedrückt hätten.

An einigen Stellen hat der Bauhof offenbar schon nachgebessert und Wurzeln entfernt. Allerdings wurden die Löcher im Anschluss nur mit grobem Schotter verschlossen. Das ärgert die Brenkhäuser, weil auch dann Gefahren lauern. Wilma Eck (81) ärgert sich seit 35 Jahren über die vielen Blätter auf dem Friedhof. »Früher war das ja alles noch ganz erträglich, aber je älter ich werde, desto beschwerlicher wird es, die Gräber vom Laub zu befreien«, sagt sie. Aus ihrer Sicht müssen die Bäume weg. So weit will Heinrich Weskamp nicht gehen. »Ich kann mir als Kompromiss vorstellen, dass acht Bäume entfernt werden und gegen Arten mit weniger Laubanfall ersetzt werden«, sagt Weskamp. Vor allem für ältere Menschen sei es problematisch, den vielen trockenen Blättern Herr zu werden. Teilweise sei die Laubschicht auf Wegen und Gräben mehrere Zentimeter dick. Darüber hinaus landeten herabfallende Äste auf den Gräbern. Gerade im feuchten Herbst sei es auf dem Laub rutschig und schwer, darauf zu gehen. Im Ortsausschuss ist das Ansinnen mittlerweile mehrfach diskutiert und mehrheitlich abgelehnt worden. Zuletzt Anfang 2018. Weil die Bäume gesund und verkehrssicher seien, gebe es keine Notwendigkeit zur Fällung, hatte Ortsausschussvorsitzender Martin Finke deutlich gemacht.

Weskamp und seinen Mitstreitern geht es aber noch um etwas anderes: Sie wünschen sich Rasengräber oder ein Kolumbarium für ihren Friedhof. »Die Bestattungskultur verändert sich, darauf muss man reagieren«, sagt der BfH-Mann. Er möchte erreichen, dass die Brenkhäuser auch in ihrem Heimatort beerdigt werden können, egal wie sie beerdigt werden möchten. Zwei verstorbene Dorfbewohner hätten sich auf dem Westfriedhof in Lütmarsen bestatten lassen – einer davon in einem Urnengrab unter einem Baum und der andere im Kolumbarium. »Ich finde es schade, wenn man nach seinem Tod nicht in seinem Heimatort bleiben kann«, sagt Weskamp.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6242117?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F