Di., 12.02.2019

Versuch an Rückkehrer, Fach- oder Führungskräfte und Azubis zu kommen Junge Leute an den Kreis Höxter binden

Rückkehrerin im Kreis Höxter und »Region plus X«-Botschafterin: Anna von Mangoldt hat die »AvM Farben« in Nieheim gegründet.

Rückkehrerin im Kreis Höxter und »Region plus X«-Botschafterin: Anna von Mangoldt hat die »AvM Farben« in Nieheim gegründet.

Von Michael Robrecht

Höxter (WB). Mit einer groß angelegten Rückkehrer-Initiative soll dem demografischen Wandel ein Schnippchen geschlagen werden. Einige Projekte laufen bereits, jetzt will der Kreis mit einer Rückhol- und Serviceagentur für Fach- und Führungskräfte den Durchbruch schaffen.

Mit 236.000 Euro kann das Vorhaben aus dem Leader-Programm gefördert werden. 127.000 Euro der Kosten trägt der Kreis. Ein neue Stelle soll geschaffen werden. Die Kreispolitik möchte jedoch keinen Schnellschuss, sondern will das Rückkehrer-Projekt sorgfältig planen. Landrat Friedhelm Spieker freute sich, dass das Vorhaben konkrete Konturen annehme und über drei Jahre von 2020 bis 2023 laufen könne.

Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW), erinnerte im Kreistag an jahrelange Bemühungen des Kreises, den Fachkräftemangel anzugehen. Die Versorgung der kleineren und mittleren Fach- und Führungskräften sei eine zentrale Zukunftsaufgabe für Wirtschaft, Kommunen und Wirtschaftsförderung.

Einsatz von Rückhol- und Serviceagenturen

Neben der klassischen Personalakquise solle eine neue Rückhol- und Serviceagentur dafür Sorge tragen, dass gerade auch jungen Menschen aus dem Kreis Höxter während der Familienphase in den Kreis zurückkehren und das Arbeits- und Fachkräftepotenzial für die Wirtschaft im Kreis Höxter ergänzten.

Stolte: »Rückhol- und Serviceagenturen für Fach- und Führungskräfte sind Instrumentarien, die in vielen ländlichen Regionen bereits erprobt und eingeführt wurden. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass eine Vernetzung der einzelnen Angebote und Dienstleistungen nicht vorhanden ist, so dass die Leistungen von der Zielgruppe der jungen Fach- und Führungskräfte nicht abgerufen werden.«

»Vor diesem Hintergrund wurde mit Mitteln des Modellvorhabens Land(auf)Schwung im Jahr 2018 durch die Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement mbH aus Paderborn eine Machbarkeitsstudie erstellt, die Modelle aus anderen Regionen auf Stärken und Schwächen untersucht und daraus konkrete Umsetzungsempfehlungen für den Kreis Höxter ableitet«, führte Stolte weiter aus.

Standortmarketing bei Schülern, Azubis und Studenten

Ein großes Anliegen ist ein professionelles Standortmarketing für den Kreis Höxter bei Schülern, Azubis und Studenten. »Wichtig für eine nachhaltige Bindung von jungen Fach- und Führungskräften an den Kreis Höxter ist die nachhaltige und kontinuierliche Kommunikation über den Kreis Höxter mit seinen spezifischen Themen. Dies beginnt bereits zum Zeitpunkt der schulischen Ausbildung und setzt sich dann über die Ausbildung und das Studium fort«, so Michael Stolte.

»Vor allem zum Zeitpunkt der finalen Berufswahl und damit verbunden auch der persönlichen Verortung muss der Gedanke der Bindung an den Kreis Höxter mental verankert sein, weil dies den ›Willen zur Rückkehr‹ in die Heimatregion untermauert. Dies soll im Projekt durch die kombinierte Nutzung verschiedener technischer Möglichkeiten aus dem Bereich der sozialen Netzwerke und mobilen Informationstechnologien und Webplattformen erfolgen«, sagte der GfW-Geschäftsführer weiter.

Onlineplattform »Vermittlungsbörse Kreis Höxter«

Firmen sollen ihre Jobangebote in eine »Vermittlungsbörse Kreis Höxter« einstellen. Es soll durch schnelle Zugriffe auf alle relevante Informationsquellen ein Mehrwert für Interessierte angeboten werden. Die Ansiedlung der Agentur ist bei der GfW in Höxter vorgesehen.

Johannes Reineke (SPD) sagte, dass man in den nächsten Wochen klären müsse, ob eine Stelle für das Vorhaben reiche, weil viel zeitintensive Arbeit geleistet werden müsse. Josef Lammers (CDU) war wichtig, aus den Fehlern anderer Regionen bei Rückkehreraktionen zu lernen. Ein Kardinalfehler seien Serviceversprechen der Agenturen, die niemand einhalten könne. Für Michael Stolte sind daher gutes Marketing und konkrete Angebote für die Zielgruppe sehr wichtig. Erste Schritte hat die »Region mit X« bereits unternommen.

Messbare Projektergebnisse werden formuliert: 150 nachgewiesene Inanspruchnahmen der Rückhol- und Serviceagentur für jungen Fach- und Führungskräfte aus dem Kreis mit Rückkehrhintergrund werden angepeilt.

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