Do., 14.02.2019

Flüchtlingsfamilie darf gefundene 14.000 Mark behalten Geldsegen für Syrer

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Holzminden/Düsseldorf (WB/lmr/dpa). Fast zwei Jahre nachdem eine syrisch-kurdische Familie zufällig 14.000 D-Mark in einer gekauften Bettwäsche fand, hat das Rechtsamt der Stadt Holzminden entschieden: Die Familie darf das Geld behalten.

Wie das WESTFALEN-BLATT berichtete, erwarb der Flüchtling Tehan A. im Mai 2017 bei der Holzmindener Tafel für zwei Euro ein Paket Bettwäsche. Beim auspacken des Paketes konnte es der Syrer kaum glauben, 14.000 D-Mark in 1000 Markscheinen waren darin versteckt. Der Finder brachte das Geld zur Polizei und der Fall landete beim Rechtsamt der Stadt. Am Dienstag fiel die Entscheidung, dass das Geld der Familie zusteht.

»Die Familie wird das Bettlaken sowie die 14.000 Mark wiederbekommen, so wie sie es bei uns abgegeben hat«, sagt Christina Augustin, Leiterin des Rechtsamtes Holzminden. Es sei ein juristisch sehr komplizierter und nicht alltäglicher Fall gewesen.

Als Begründung führte Augustin an, dass es sich bei den Geldscheinen nicht um eine Fundsache handle: »Zunächst einmal kommt es darauf an, ob der Fund besitzlos oder herrenlos ist.« In diesem Fall habe das Rechtsamt den Fund nicht als besitzlos, sondern als herrenlos eingestuft, da kein Besitzer ermittelt werden konnte: »Durch den Kauf der Bettwäsche ist die Familie dann Besitzer der Sache geworden.«

Neben der Familie meldete auch die Tafel Holzminden als Verkäufer der Bettwäsche Ansprüche an. Der Fall schlug so hohe Wellen, dass sich zudem die niedersächsische Landesregierung mit dem Thema befasste. Die verwies dann jedoch wieder auf die Stadt Holzminden als Entscheidungsträger.

In einem Fall von 2009 hatte ein Hauskäufer kein Glück mit seinem Fund. Der Mann, der ein Haus in Düsseldorf von den von Bodelschwingschen Stiftungen Bethel kaufte, fand im Kaminofen ein Vermögen von 303.700 Mark. Das Landgericht Düsseldorf entschied damals, dass die D-Mark-Scheine zum Erbe der früheren, 1993 gestorbenen Besitzerin Martha S. gehörten und bewusst an die Stiftung vererbt worden seien. Als Begründung galt eine Andeutung der Marthe S. gegenüber einer Zeugin: »Es gibt Menschen, die Geld im Kamin verstecken«.

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