Do., 21.02.2019

Mahnwache mit mehr als 300 Demonstranten – 8400 Unterschriften gesammelt Börde kämpft weiter um Zuckerfabrik

Voller Einsatz: Mehr als 300 Demonstranten zeigen am Donnerstagnachmittag vor der Warburger Zuckerfabrik Präsenz. Mit Schildern und Plakaten machen sie ihrem Ärger über die geplante Schließung des Südzucker-Werkes Luft. Unterstützung bekommen sie von Gewerkschaft, Politik und Bürgerschaft.

Voller Einsatz: Mehr als 300 Demonstranten zeigen am Donnerstagnachmittag vor der Warburger Zuckerfabrik Präsenz. Mit Schildern und Plakaten machen sie ihrem Ärger über die geplante Schließung des Südzucker-Werkes Luft. Unterstützung bekommen sie von Gewerkschaft, Politik und Bürgerschaft. Foto: Timo Gemmeke

Von Ralf Benner

Warburg (WB). Mahnfeuer, Bratwurst und Warburger Bier: Mehr als 300 Demonstranten haben gestern Nachmittag auf dem Werksgelände eindrucksvoll gezeigt, dass die Börde geschlossen hinter »ihrer« Zuckerfabrik steht und weiter für ihren Erhalt kämpft.

Mit mehr als 100 Treckern waren die Landwirte vorgefahren, um ein weithin sichtbares Zeichen für den Rübenanbau in der Region zu setzen und ihre Solidarität mit den Fabrikarbeitern zu bekunden. Zur Mahnwache aufgerufen hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). NGG-Sprecher Achim Wiese bedankte sich beim Körbecker Landwirt Josef Jacobi und bei Bürgermeister Michael Stickeln, die mit ihrer Kampagne zum Erhalt des Werkes in kurzer Zeit viel bewegt hätten.

Südzucker soll Zahlen vorlegen

8400 Menschen haben Online und in den Geschäften die Petition gegen die Schließung des Werkes unterschrieben, verkündete Stickeln. Er gab sich kämpferisch: »Ich erwarte gerade von einem deutschen Aktienkonzern, dass er eine besondere Verantwortung gegenüber den deutschen Standorten zeigt. Wir fordern, dass die Südzucker AG endlich Zahlen vorlegt, die belegen, warum es Warburg treffen soll.«

Wenn der Vorstand die Zahlen offenlege, werde sich zeigen, dass die Fabrik nicht sterben müsse, pflichtete ihm Josef Jacobi bei. »Wir Bauern sind sehr wütend über die Fehlentscheidungen des Südzucker-Vorstandes«, sagte er.

Im Aufsichtsrat zählt jede Stimme

Jacobi forderte Georg Koch, den Vorsitzenden des Zuckerrübenanbauerverbandes Kassel, auf, am Montag, 25. Februar, im Aufsichtsrat für den Erhalt der Fabrik zu stimmen: »Es reicht nicht, wie in Hohenwepel nur eine gelbe Weste anzuziehen. Ihre Stimme zählt.«

Die beiden Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Südzucker AG, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Rolf Wiederhold und Ulrike Rösch, kündigten bei der Kundgebung in Warburg an, gegen die Werksschließung zu stimmen. Der Betriebsratsvorsitzende der Zuckerfabrik, Christian Rose, zeigte sich begeistert von der Solidarität und Geschlossenheit der zahlreichen Demonstranten: »Das nehmen wir am Montag mit nach Mannheim. Die letzte Patrone ist noch nicht verschossen.«

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