Do., 21.03.2019

Ovo und seine Partnerin richten Nest auf Schornstein in Ovenhausen gemeinsam her Pärchen turtelt in den Frühling

Nestbau in 26 Metern Höhe: Ovo und seine Partnerin haben den stillgelegten Schornstein in Besitz genommen.

Nestbau in 26 Metern Höhe: Ovo und seine Partnerin haben den stillgelegten Schornstein in Besitz genommen. Foto: Ralf Lüke

Von Sabine Robrecht

Höxter-Ovenhausen (WB). Ovo ist wieder da! Der Weißstorch hat das Nest hoch oben auf dem stillgelegten Schornstein der Firma Maderas Holztechnik erneut in Besitz genommen. Seine Partnerin hatte er schon dabei, als er am 11. März in die Sommerresidenz am Ortseingang des Bundesgolddorfs zurückkehrte.

Die Freude bei den Dorfbewohnern und beim Freundeskreis Grubestörche ist natürlich groß. Und auch auswärtige Bürgerinnen und Bürger sind glücklich über Ovos Rückkehr : »Jetzt macht es wieder doppelt Spaß, durch Ovenhausen zu fahren«, strahlen sie. Denn die Störche und ihr hoffentlich demnächst schlüpfender Nachwuchs sind immer ein schöner Anblick.

Ovo hatte den Horst auf dem Schlot im vergangenen Jahr zunächst allein bezogen. Partnerin Antje kam später. Jetzt war die Störchin bei der Ankunft in Ovenhausen schon an seiner Seite (Bericht vom 12. März). Das Paar war über Lütmarsen gekommen: Auf der Nisthilfe im Nachbarort hatte es wohl zunächst Station gemacht.

Ob Ovo wieder Antje bei sich hat, ist noch nicht klar. Die Daten am Ring an ihrem Bein werden Auskunft über die Identität der Störchin geben. Eberhard Frisch, ehrenamtlicher Storchenbeauftragter im Kreis Höxter, hat die Daten abgelesen und an das LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) weitergegeben. In ein paar Tagen erwartet der Freundeskreis Grubestörche die Auskunft. Auch Michael Jöbkes Vorstandsmitglied der Stiftung Störche NRW aus Recklinghausen, ist involviert. Er hat im vergangenen Jahr den Nachwuchs von Ovo und Antje im Nest auf 26 Metern Höhe beringt.

Liebe geht durch den Magen

Das Ergebnis ihrer Identitätsprüfung hat die Störchin jetzt nicht abgewartet. Sie und ihr Ovo sind sich im Liebesnest auf dem Schornstein schon so nahe gekommen, wie es für Nachwuchs nötig ist. Auf den Wiesen zwischen Ovenhausen und Lütmarsen hatte sich das Pärchen für die Familienplanung gestärkt. Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, freut sich der Freundeskreis Grubestörche, dass das Nahrungsangebot dort die Frühlingsgefühle der Störche geweckt hat. Das Klappern, das zum Liebeswerben dazugehört und dem (Klapper-)Storch als Nachwuchsbringer seinen Namen gibt, kann aber durchaus noch eine Woche andauern, weiß Dr. Norbert Tenkhoff vom Freundeskreis Grubestörche.

Er und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass Ovo und Freundin auf dem Schornstein bleiben werden. »Sie sind dabei, das Nest zu restaurieren.«

Zuvor hat Ovo dasselbe gegen einen anderen Storch verteidigt. Der Eindringling wollte dem Hausherrn das Nest offenbar streitig machen. »Die beiden haben sich ein spektakuläres Schauspiel geliefert«, berichtet Dr. Tenkhoff. Gewonnen hat Ovo.

Dass er und seine Partnerin Nachwuchs großziehen, hoffen die Storchenfreunde rund um Ovenhausen sehr. Der Freundeskreis will die Öffentlichkeit mit Hilfe einer Webcam am Familienleben von Meister Adebar teilhaben lassen.

Gastfreundschaft

Am Silo nahe dem Schornstein wird sie installiert. Maderas-Geschäftsführer Ralf Lüke hat grünes Licht dafür gegeben. Er selbst klettert gerne an der Steigleiter des Silos hinauf, um die Störche im Nest zu fotografieren. Das ganze Team des Unternehmens hat seine Freude an den Stelzvögeln, die eine Woche eher als im Vorjahr gekommen sind. Die »Gastfreundschaft« für Meister Adebar passt, so Ralf Lüke, gut ins Umweltschutz-Projekt »Ökoprofit«, an dem sich das Unternehmen Maderas Holztechnik beteiligt (Bericht vom 16. Februar).

Storchentafeln

Dass das Wetter bei Ovos Ankunft so unwirtlich war, bremst die natürlichen Abläufe in der Familienplanung des Storches und seiner Partnerin nicht aus, weiß Dr. Tenkhoff. Denn diese richtet sich in der Vogelwelt nach der Taghelligkeit. »Über diesen Faktor werden die Glückshormone freigesetzt.« Die Länge des Tages ist entscheidend, nicht die Temperatur. Kein Wunder also, dass Ovo und seine Freundin mit dem Nestbau nicht gewartet haben, bis es schöner wird. Sie sind schon länger fleißig.

Unten am Boden holt der Freundeskreis Grubestörche unterdessen die von Hubert Drüke entworfenen Storchentafeln aus dem Winterquartier. Am übernächsten Wochenende stellen die Naturfreunde sie am Radweg auf. Und sie freuen sich schon darauf, im Sommer wieder Namen von Storchenküken nachtragen zu können. 2018 waren es vier. Drei überlebten und zogen von Ovenhausen aus in den warmen Süden.

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