Di., 23.04.2019

Landgericht Paderborn muss nach Revisionsentscheidung Strafmaß gegen Dave M. aus Höxter neu verhandeln Geringere Strafe für Marihuana-Plantage im Horrorhaus?

Die Polizei hat im September 2017 eine Drogenplantage mit 1000 Cannabispflanzen im Horrorhaus entdeckt.

Die Polizei hat im September 2017 eine Drogenplantage mit 1000 Cannabispflanzen im Horrorhaus entdeckt. Foto: Polizei

Höxter-Bosseborn/Paderborn (WB/upf). Vor einem Jahr hat das Landgericht Paderborn Dachdecker Dave M. zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt: Er hatte Drogenhändler im »Horrorhaus« in Bosseborn eine Marihuana-Plantage betreiben lassen. Am Donnerstag steht M. wieder vor dem Landgericht – diesmal geht es um eine mögliche Verringerung seiner Haftstrafe.

Der Fall hatte seinerzeit großes Aufsehen erregt: Dort, wo Angelika und Wilfried W. Jahre lang Frauen gequält hatten, wurden Drogen angebaut, noch während das Paar in Paderborn vor Gericht stand. Die Plantage mit 1000 Pflanzen, die zusammen etwa 38 Kilo wogen, im Saatweg in Bosseborn flog im Herbst 2017 auf, im Frühjahr 2018 standen die mutmaßlichen Mitglieder der Bande vor Gericht. Gegen die Hintermänner ebenso wie gegen die »Arbeiter« vor Ort verhängte das Landgericht mehrjährige Haftstrafen.

Versteigerung auf Eis gelegt

Dave M., der das Haus im Frühjahr 2017 günstig gekauft und der Bande für den Anbau der Drogen zur Verfügung gestellt hatte, bekam eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten. Die Höhe der Strafe allerdings wurde vom Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren aufgehoben. Das Landgericht habe den wirtschaftlichen Nachteil nicht strafmildernd berücksichtigt, der Dave M. entstanden sei: Das Haus des Dachdeckers war vom Gericht eingezogen worden und sollte nach Rechtskraft des Urteils eigentlich versteigert werden. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben hatte, wurde die Versteigerung des Anwesens am Saatweg zunächst auf Eis gelegt. Diese ist erst dann möglich, wenn das neue Urteil Rechtskraft erlangt hat. Der Anwalt des Dachdeckers, Carsten Ernst aus Bielefeld, war nach der Verurteilung im Frühjahr 2018 in Revision gegangen. »Das Urteil ist deutlich zu hoch. Mein Mandant wurde fälschlicherweise als Täter verurteilt, er war aber nur Gehilfe«, sagte Ernst damals.

Kommentare

Unmögliche Justiz

"Das Urteil ist deutlich zu hoch." Da war es allerdings. über unsere Justiz kann man oft nur noch mit dem Kopf schütteln. Die übelsten Fanatiker und oft aber auch zu geringe Strafen. So wie neulich erst wieder der junge Mann, der nicht mal in U-Haft muss nachdem er jemand in Höxter beim Flossplatz auf die Intensivstation geprügelt hat.

Fanatiker, Stümper und nach Lust und Laune Entscheider, sowas bekommt man wenn Richtern Narrenfreiheit gewährt wird und die haben sie.





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