Fr., 03.05.2019

Kunst erfahren: Neues Bürger-Projekt in Holzminden wird wissenschaftlich begleitet – Eröffnung steht bevor »Ideenbrunnen« statt Leerstand

Sie machen sich für das neue Projekt »Kunst(T)Raum« in der Holzmindener Innenstadt stark (von links): Jaqueline Schmidt, Brigitte Hackenberg, Monique Mestorv und Ruth Emanuel. Zur Eröffnung wird auch eine Sonderausstellung mit alten Bildern und Texten über das Holzmindener Kulturfestival von 1988 gezeigt.

Sie machen sich für das neue Projekt »Kunst(T)Raum« in der Holzmindener Innenstadt stark (von links): Jaqueline Schmidt, Brigitte Hackenberg, Monique Mestorv und Ruth Emanuel. Zur Eröffnung wird auch eine Sonderausstellung mit alten Bildern und Texten über das Holzmindener Kulturfestival von 1988 gezeigt.

Von Harald Iding

Holzminden/Höxter (WB). Statt Stillstand ist Bewegung angesagt. Statt leerer Geschäftsräume setzt man in der Holzmindener Innenstadt mit einem mutigen Projekt auf neues Leben. Die Kommunikation erfolgt auf vielen Ebenen.

Der neue »Kunst(T)Raum« in einem ehemaligen Reformhaus wird an diesem Samstag, 4. Mai, in der Einkaufsmeile der Weserstadt Holzminden um 11 Uhr eröffnet. Alles hängt mit dem Projekt »TransZ« zusammen. Dahinter verbirgt sich das mehrjährige Forschungsprojekt »Transformation urbaner Zentren – neue Entwicklungsperspektiven für soziale, ökologische und ökonomische Innovationen«, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Neue Entwicklungsperspektiven

»Durch gemeinschaftliche Projekte vor Ort lässt sich viel bewegen«, finden die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Jaqueline Schmidt und Ruth Emanuel von der HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst). »TransZ« sei eine Kooperation zwischen der »Hafen City Universität« und der »HAW« in Hamburg sowie der »HFT« in Stuttgart und der »HAWK« in Holzminden. Sie sind in sechs Projektgebieten unterwegs. Ziel sei es, Prozesse und Aktionen in den Projektgebieten anzustoßen und Bürger dabei zu unterstützen. Für die HAWK-Standorte Holzminden und Höxter sind Dr. Anke Kaschlik, Ruth Emanuel und Jaqueline Schmidt die Ansprechpartner.

»Zwischennutzungsidee«

Schmidt und Emanuel stellten jetzt mit engagierten Bürgern aus Holzminden noch einmal das Projekt »Kunst(T)Raum« vor. Es sei ein Beispiel für eine wirkungsvolle »Zwischennutzungsidee für leer stehende Schaufenster von Innenstädten«. Schmidt: »Das Ganze Vorhaben läuft unter dem Dach ›Kunst und Kultur‹ und ist offen für jeden. Ganz egal, ob man in der Räumlichkeit selbst ausstellen möchte, einen ruhigen Rückzugsort sucht, um selbst etwas herzustellen oder sich austauschen möchte – hier soll jeder willkommen sein!« In der Oberen Straße 12 (gleich neben dem Eiscafé) habe der Eigentümer des Hauses, Albrecht Habermann, der Gruppe für dieses Vorhaben das ehemalige Reformhaus im Erdgeschoss zur Verfügung gestellt. Ruth Emanuel: »In den vergangenen Monaten wurden mit viel ehrenamtlichem Engagement durch Ulrich Klages und Michael Polaniak und dank Materialspenden Renovierungsarbeiten organisiert. Auch eine neue Elektrik und ein Schienensystem zur Beleuchtung von Ausstellungen sowie ein Hängesystem für Bilder wurden installiert.«

»Kreativraum« für Workshops

Im Erdgeschoss (rund 50 Quadratmeter) stehen ab diesem Wochenende eine Ausstellungsfläche ebenso zur Verfügung wie ein »Kreativraum« für Workshops, Aktionen und Angebote aus dem künstlerischen Bereich – sowohl von Profis als auch von Laien. Er soll möglichst vielen Bürger in Holzminden offen stehen.

Mittwochs und samstags geöffnet

»Im Gegensatz zu einer klassischen Galerie kann der Raum für verschiedenste Kunstrichtungen genutzt werden – wie Malerei, Fotografie, Skulptur, aber auch Kunsthandwerk und Experimentelles, Musik, Lesungen und weitere Ideen.« In Zukunft soll der »Kunst(T)Raum« von der Gruppe, der bereits zwölf Aktive angehören, selbst weitergetragen werden. Nach der feierlichen Eröffnung ist der Raum immer mittwochs und samstags von 10 bis 13 Uhr (Marktzeit) offen für alle.

Sonderausstellung »HK 1988«

Am Samstag, 4. Mai, wird zum Auftakt die Sonderausstellung »Das HK 1988 – das größte Kulturfestival in Holzminden« gezeigt, mit alten Fotografien von Peter Budde. Das Festival schloss damals umfassend die Sparten Musik, Theater, Literatur, Bildendende Kunst als auch Handwerk mit ein. Ein Sprecher: »In der Folge entwickelte sich daraus das Straßen-Theater-Festival, das es bis heute noch gibt – im zweijährigen Wechsel mit der Stadt Detmold.«

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